Fr., 18.10.2019

Verstärkung für Hausarztpraxis Bömeke-Frodermann – Umzug in Ärztezentrum geplant Dr. Andreas Hosp im Dreier-Team

Neues Doktoren-Dreigestirn der Hausarztpraxis Bömeke-Frodermann: Dr. med Andreas Hosp (Mitte) verstärkt das Team seiner Medizinerkollegen Dr. med. Kilian Bömeke (rechts) und Dr. Bernd Frodermann und deren Mitarbeiterinnen (von links ) Nadine Teichrib, Maxine Nickel, Anette Schweer, Marion Wilke, Wernhild Koldeweg und Maria Kröker.

Neues Doktoren-Dreigestirn der Hausarztpraxis Bömeke-Frodermann: Dr. med Andreas Hosp (Mitte) verstärkt das Team seiner Medizinerkollegen Dr. med. Kilian Bömeke (rechts) und Dr. Bernd Frodermann und deren Mitarbeiterinnen (von links ) Nadine Teichrib, Maxine Nickel, Anette Schweer, Marion Wilke, Wernhild Koldeweg und Maria Kröker. Foto: Arndt Hoppe

Von Arndt Hoppe

Espelkamp(WB). Viele Praxen stellen sich zurzeit neu auf, um dem bisher drohenden Hausärztemangel langfristig zu begegnen. Ein probates Mittel dagegen ist die Bildung von Gemeinschaftspraxen. Auch die Espelkamper Praxis Bömeke-Frodermann in der Ostlandstraße hat mit Dr. Andreas Hosp jetzt einen Kollegen hinzugewonnen.

Und der Neue, der seit dem 1. August dort tätig ist, ist im Altkreis Lübbecke kein Unbekannter: Der Mediziner ist viele Jahre am Krankenhaus Lübbecke-Rahden tätig gewesen, zuletzt war er Leitender Oberarzt in der internistischen Klinik in Lübbecke (siehe: Zur Person).

Vorteile für Praxis und Patienten

»In vielerlei Hinsicht bringt Dr. Hosp als dritter Kollege in unserer Praxis einen großen Vorteil mit sich, sowohl in Sachen Arbeitsbelastung als auch für die Versorgung der Patienten«, erklärt Dr. Kilian Bömeke. Mit der Verstärkung geht aber auch auf die Dauer ein räumlicher Mehrbedarf einher. Und so kommt es, dass die Dreifachpraxis Bömeke-Frodermann-Hosp im kommenden Jahr in das neue Espelkamper Ärztezentrum »Medici« einziehen wird. »Für uns war die Voraussetzung: Wir gehen nur in das Ärztehaus, wenn wir einen dritten Kollegen für unser Team finden«, erzählt Bömeke.

Der kleine Raum, in dem Dr. Hosp zurzeit arbeite, habe früher den Arzthelferinnen zur Verfügung gestanden. So werde die Situation bis zum Umzug recht beengt sein, der im Sommer oder Herbst 2020 vorgesehen ist. »Das hängt davon ab, wie bald das Zentrum fertig ist. Wir gehörten nicht zu den ersten, die sich entschlossen haben, dorthin zu ziehen, so dass auch noch einiges an eigener Planung zu erledigen ist«, sagt Dr. Bömeke. »Im Ärztezen­trum wird die Praxisfläche aber dann doppelt so groß sein wie hier.«

Auch in den Ferien immer zwei Doktoren im Dienst

Aber schon jetzt profitiere die Praxis von dem dritten Mediziner. »Wir haben es so aufgeteilt, dass immer zwei von uns für die Patienten mit Terminen da sind und einer für diejenigen, die ohne Termin zu uns kommen. Das bedeutet natürlich weniger Wartezeit für die Erkrankten«, erklärt Bömeke. Bislang hatte die Praxis jeden Morgen eine Stunde Akutsprechstunde. Die habe sich damit erübrigt, erklärt er. Die Stärkung sei auch gut bei zeitweiligen Personalengpässen, wie es sie in den Ferien bei der Hausärzteversorgung im Altkreis gegeben habe. »Es ist eine Dienstanweisung, die wir uns selbst gegeben haben, dass immer mindestens zwei Kollegen da sind, etwa wenn einer in Urlaub oder beim Kongress ist.«

Auch fachärztliche Kompetenz

Auch die internistischen Fachkenntnisse von Dr. Andreas Hosp kommen der Praxis zugute. Denn seine Spezialität, kardiografische Untersuchungen, bietet diese nun als zusätzliche Leistung an. »Wir haben extra ein neues EKG-Gerät und ein Ergometer für Belastungs-EKG angeschafft«, erklärt Dr. Kilian Bömeke. Mit Dr. Hosp seien nun drei Hausärzte vereint, die ursprünglich Fachärzte waren. Denn Dr. Bömeke ist von Hause aus Onkologe und Dr. Bernd Frodermann gelernter Rheumatologie. »Diese Expertise hilft letztlich den Patienten, auch wenn in der Hausarztpraxis keine fachärztlichen Therapien gemacht werden«, sagt Dr. Bömeke. So könnten Erkrankungen rechtzeitig diagnostiziert und die Patienten an Fachärzte überwiesen werden.

Die drei Mediziner betonen außerdem, dass für sie zum Begriff des Hausarztes auch gehöre, dass sie Hausbesuche machen. »Dafür haben wir im Team auch speziell geschulte Versorgungsassistentinnen, die dabei entlastend mitarbeiten«, sagt Bömeke und verweist auf das flächige Einzugsgebiet in Espelkamp. Zum Team gehöre auch eine speziell ausgebildete Wundmanagerin für die Behandlung chronisch schlecht heilender Wunden. »Das ist wichtig, weil es immer mehr Hochbetagte gibt und zunehmend mehr Diabetes-Patienten.«

Einsatz im Palliativnetzwerk und bei der Feuerwehr

Dr. Kilian Bömeke ist darüber hinaus auch einer von vier Medizinern im Altkreis Lübbecke, die dem Palliativnetzwerk angehören. »Dafür habe ich 13 Wochen im Jahr Bereitschafts-Dienst, wo ich rund um die Uhr zur Betreuung Sterbender erreichbar bin. Dr. An­dreas Hosp ist nebenbei noch der Feuerwehrarzt für Espelkamp. »Ich mache medizinische Fortbildungen und Erste-Hilfe-Kurse für die Kameraden. Und bei Einsätzen der Höhenrettung bin ich als Notarzt mit dabei.«

Und so sind sich die drei Mediziner, obwohl sie ein noch stärkeres Team bilden, einig: »Langweilig wird es uns ganz bestimmt nicht.«

Versorgungsgrad: 105,7 Prozent

Dr. Kilian Bömeke erklärte, dass sich der Hausärztemangel seines Wissens aktuell entspannt habe. Dies bestätigte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe auf Anfrage: »Der hausärztliche Versorgungsgrad im Mittelbereich (MB) Espelkamp (bestehend aus den Gemeinden Espelkamp, Rahden und Stemwede) beträgt im Moment 105,7 Prozent. Insgesamt sei die Versorgung mit Hausärzten damit derzeit – statistisch gesehen – stabil.

»Im MB Espelkamp gibt es derzeit noch 1,5 freie Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte bis der Mittelbereich aufgrund einer Überversorgung (Versorgungsgrad von mehr als 110 Prozent) für Neuzulassungen gesperrt wird«, erklärt die KV weiter.

Zur Person

Dr. Andreas Hosp (52), geboren in Erlangen, Studium und Arzt im Praktikum (AiP) in Frankfurt. Zur Zeit der sogenannten »Ärzteschwemme« findet er am Krankenhaus Rahden eine adäquate Stelle. »Dann habe ich meine Frau kennengelernt und bin geblieben«, sagt er. Später wechselte Hosp nach Lübbecke, wo er Oberarzt und dann leitender Oberarzt in der internistischen Abteilung wurde. »Vor zehn Jahren wollte ich mich niederlassen, als es Pläne gab, dass beim Krankenhausumbau in Rahden Praxen eingerichtet werden sollten. Doch dann kam ja alles anders.«

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