Bürgerverein richtet eine etwas andere Kabarett-Show in der Alten Schule aus
Gelungener Schlaraffen-Klamauk

Espelkamp (WB). Manch einer war völlig ahnungslos, was am Freitagabend in der Alten Schule mit dem Türmchen passieren würde.

Sonntag, 27.10.2019, 21:30 Uhr
Ordensanwärter Oberjunker Carsten Wagenseil (links) hat mit seinem Gedicht »Kopfsalat« beeindruckt, das er mit ganzem Körpereinsatz präsentierte. Die Schlaraffen haben die Alte Schule am Freitagabend auf den Kopf gestellt. Foto: Eva Rahe
Ordensanwärter Oberjunker Carsten Wagenseil (links) hat mit seinem Gedicht »Kopfsalat« beeindruckt, das er mit ganzem Körpereinsatz präsentierte. Die Schlaraffen haben die Alte Schule am Freitagabend auf den Kopf gestellt. Foto: Eva Rahe

Andere wiederum hatten eine leichte Vorahnung. Einige im Publikum waren sogar eingeweiht. Sie ließen das verrückte Treiben erwartungsvoll auf sich zukommen oder machten gleich mit.

Eine Portion Kleinkunst

Der Bürgerverein Gestringen hatte die »Schlaraffen« zu sich gebeten. Genauer gesagt die Schlaraffen aus dem Orden »Schlaraffia Ravensbergia«. Wer diese besonderen Herren noch nicht kannte, wurde aus einer Mischung zwischen Dada und Karneval plus einer guten Portion Kleinkunst überrascht. Abgedreht, herrlich chaotisch, liebenswürdig.

Bevor es aber mit den Schlaraffen losging, mussten erst einmal die Spielregeln erklärt werden. Der Ritter »Unser Macht ja nichts der Vielschichtige« alias Reinhard Söhlke erklärte den Anwesenden, was an diesem Abend ungefähr passieren würde: »Wenn wir zusammenkommen, dann ist das wie ein Kindergeburtstag. Bei einem Kindergeburtstag muss allerdings einer das Sagen haben. Das heißt, wir brauchen für heute Abend eine Autorität.« Als Autorität des Abends, genannt ‚Herrlichkeit’, ernannte er sich kurzerhand einfach selbst. Ritter »Macht ja nichts« übernahm das Kommando in der Kinderstube. Unterstützt wurde er von Ritter »Bella-Mi«, der die Narrenkappe aufsetzen durfte und damit das Widerspruchsrecht innehatte.

Neue Autoritäten

Begrüßt wurden die neuen Autoritäten mit einem dreifachen »gar donnergewaltigem Lulu«. Dieses »Lulu« war gleich einem Karnevalsruf immer wieder zu hören. Für das Publikum hatte das einen großen Mitmacheffekt. Denn immer, wenn etwas lustig oder gut gelungen war, jemand geehrt oder für eine besondere Leistung gelobt wurde, gab es ein dreifaches, in seltenen Fällen sogar vierfaches »gar donnergewaltiges Lulu«.

Und Ehrungen gab es einige. So wurde Ritter »Frohnatur« für seine Gedichte »von der Schule von Heinz Erhardt« durch »seine Herrlichkeit« mit drei Schaumküssen bedacht. Ritter »Betongg« alias Manfred Klempnauer bekam ebenfalls drei Schaumküsse für seine Geschichte über seinen Nachbarn, genau wie Ritter »Mimetti« alias Stefan Gohlke. Ordensanwärter Oberjunker Carsten Wagenseil, der an diesem Abend Regie führte, überzeugte zudem als Ritter Kopfsalat.

Der Uhu

Eine besondere Ehre wurde Addi Alexis Schäfer zuteil. Er durfte als Gastredner auf die Bühne und rezitierte »Der Münchner im Himmel« von Ludwig Thoma. Mit seiner gelungenen Darbietung erzeugte er Lachsalven im Publikum und anerkennende Blicke von »seiner Herrlichkeit« und dem »Hofnarren«. Dafür wurde der Bürgervereins-Präsident mit einem Uhu geehrt, einer besonderen Auszeichnung, die der Orden an diesem Abend nur einmal zu vergeben hatte.

Ergänzt wurden die Schlaraffen durch die Musikgruppe Driftwood. Sie spielten traditionelle Lieder aus Irland, Israel oder auch schon mal ein plattdeutsches Stück aus Köln. So wurde der Abend eine Mixtur aus kabarettistischer Kleinkunst, Musik und herrlichem »Tingeltangel« mit Ordens-Regeln. Genial!

Die nächste Veranstaltung im Bürgerverein Gestringen ist am Freitag, 8. November, der Auftritt von den Grimshaws.

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