Do., 31.10.2019

Politthriller »Aus dem Nichts«: Interview mit Schauspielerin Anna Schäfer »Die Proben waren sehr intensiv«

Anna Schäfer ist am 8. Juli 1973 in Köln geboren worden. Sie ist Sängerin und Schauspielerin. Die 46-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Am Sonntag, 3. November, ab 18 Uhr tritt sie im Stück »Aus dem Nichts« im Neuen Theater auf.

Anna Schäfer ist am 8. Juli 1973 in Köln geboren worden. Sie ist Sängerin und Schauspielerin. Die 46-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Am Sonntag, 3. November, ab 18 Uhr tritt sie im Stück »Aus dem Nichts« im Neuen Theater auf. Foto: Ben Wolf

Espelkamp (WB). Anna Schäfer gibt am Sonntag, 3. November, mit einem emotionalen Stück ihre Theaterpremiere in Espelkamp. In dem Politthriller »Aus dem Nichts« spielt sie eine Mutter, die ihren Mann und ihr Kind durch einen rechtsradikalen Bombenanschlag verliert. Die Schauspielerin, die durch Rollen im Tatort und im Zielfahnder (Regisseur Dominik Graf) sowie durch die Comedy-Serie Knallerfrauen den Zuschauern bekannt ist, erzählt im Interview mit WB-Redakteur Felix Quebbemann, wie sie sich auf ihre Rolle vorbereitet hat und wie ihre künftigen Pläne aussehen.

Frau Schäfer, wissen Sie, wo Espelkamp liegt oder waren Sie gar schon einmal da?

 

Anna Schäfer: Ich habe gerade mal bei Google geschaut, wo das liegt. Nein, ich war noch nie in Espelkamp.

 

Mit »Aus dem Nichts« feiern Sie also am Sonntag Ihre Premiere in der Stadt. Es ist ein Stück, das nicht zu den leichtesten zählt und beinhaltet Bombenanschläge sowie das Thema Vergeltung. Wie bereiten Sie sich auf eine solche Rolle vor?

 

Schäfer: Wir haben natürlich die Probenzeit. Bei mir ist es so, dass ich in meiner Seele grabe, um etwas Vergleichbares in meinem Leben zu finden. Nun habe ich noch nie so etwas erlebt, wie die Katja, die ich spiele. Aber man kann das, was man erlebt hat sozusagen potenzieren. Und: Wir sind ja alle miteinander verbunden. Es ist auch Empathie – die wir alle haben. Nur als Schauspieler braucht man davon sehr viel.

 

Könnten Sie sich vorstellen, ähnlich zu handeln wie Katja in dem Stück?

 

Schäfer: Es ist nicht entscheidend, ob ich so handeln könnte. Wenn es aber beim Schauspielen eine Sperre gibt und man sich fragt: ›Wie kann die da so handeln?‹, dann beginnt die Suche und da hilft einem auch ein guter Regisseur, das zu finden.

 

Wieviel Zeit haben Sie gehabt, um sich auf diese Rolle vorzubereiten?

 

Schäfer: Wir haben fünf Wochen Probenzeit. Aber seit einem Dreivierteljahr wusste ich schon, dass ich die Rolle spielen werde. Irgendwie geht man damit ja dann schon schwanger. Aber so richtig Zeit hatte ich gar nicht. Denn ich bin ab dem 20. November auch in der neuen Fernsehserie »Bonusfamilie« im Ersten zu sehen. Dabei handelt es sich um eine Patchwork-Geschichte. Das war eine ganz andere Rolle. Die Proben zu »Aus dem Nichts« waren dann sehr intensiv. Ich bin aber ganz vorsichtig angefangen. Wir spielten Szene für Szene. Ich wollte erstmal die Vorgänge verstehen. Erst dann kam die Entwicklung einer Persönlichkeit.

 

Haben Sie sich an Diane Kruger, die die Katja im Film von Fatih Akim spielt, orientiert oder sich etwas abgeschaut?

 

Schäfer: Das Theaterstück wird ja beworben mit dem Satz: Nach dem Film »Aus dem Nichts« von Fatih Akim. Sie hat mich inspiriert, würde ich sagen. Ich versuche, es auf meine Weise gut zu machen.

 

Das Ensemble bietet den Zuschauern an, sich nach dem Stück noch mit den Schauspielern über das gerade Gesehene zu unterhalten. Was sind dabei die häufigsten Fragen?

 

Schäfer: Es werden Fragen zur Schauspielarbeit gestellt. Aber es gibt auch politische Fragen. Wir diskutieren auch immer sehr offen mit dem Publikum. Die Menschen sind schon sehr ergriffen. Wir versuchen, die Menschen emotional zu erreichen, damit man sich mit diesen Vorgängen, die da auf politischer Ebene geschehen, anders auseinandersetzt. Weil man sich mit einem Einzelschicksal identifizieren kann und es nicht mehr von sich fernhalten kann. Da haben wir wieder die Empathie. Eine unglaublich wichtige menschliche Eigenschaft. Die Nachbesprechung jedenfalls wird sehr dankbar angenommen, und wir vom Ensemble haben uns das auch gewünscht.

 

Wie lange sind Sie jetzt mit dem Stück auf Tournee?

 

Schäfer: Wir haben gerade Bergfest gehabt. Wir sind etwa zwei Monate auf Tour und spielen rund 50 Mal.

 

Was steht bei Ihnen nach »Aus dem Nichts« an?

 

Schäfer: Ich habe dann ein bisschen frei. Danach gibt es ein neues Kabarett-Programm mit meinem Mann an Klavier und Saxophon mit dem Titel »Jetzt! – Morgen war gestern«.

Zudem werde ich wieder Musik machen mit »Anna & der Swing-Klub«. Das Programm lautet »#KanndennLiebeSündesein«. Es gibt Musik der 20-er bis 40-er Jahre teilweise modern arrangiert. Dazwischen erzählen wir ein bisschen was über die Zeit und über die Liebe. Es ist eine Crossover-Veranstaltung. Wir sind eine große Band – insgesamt stehen neun Leute auf der Bühne. Das ist ganz toll – ein Abend der Laune macht und auch nachdenkliche Momente hat.

 

Was macht Ihnen denn am meisten Spaß – Theater, Kino, Fernsehen oder doch die Musik?

 

Schäfer: Das kann ich gar nicht sagen. Vielleicht wird sich das noch irgendwann herausstellen. Es war mal wieder richtig gut, eine ernsthafte Rolle zu spielen, nachdem ich ja auch viel Comedy und Kabarett gemacht habe. Ich habe große Lust, so etwas auch im Kino und im Fernsehen zu spielen.

Das Singen hat mich schon begleitet, seitdem ich ein kleines Kind war. Ich habe immer Sehnsucht nach dem Singen.

 

Haben Sie eigentlich Zeit, sich vor der Vorstellung im Neuen Theater noch ein wenig Espelkamp anzuschauen?

 

Schäfer: Wir fahren bei Ankunft am Spielort erst einmal ins Hotel und dann haben wir ein bisschen Zeit, um etwas anzukommen. Wenn es geht, werde ich in jedem Fall einen kleinen Spaziergang machen.

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