So., 10.11.2019

Stellungnahme von Andreas Sültrup (Grüne) zum Radverkehrssicherheitskonzept Ein Umdenken ist nicht erkennbar

Die Espelkamper Grünen kritisieren das im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellte Radverkehrssicherheitskonzept.

Die Espelkamper Grünen kritisieren das im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellte Radverkehrssicherheitskonzept. Foto: dpa

Espelkamp (WB/fq). Das neue Radverkehrssicherheitskonzept hat bereits im Stadtentwicklungsausschuss Kritik bei verschiedenen Politikern hervorgerufen. Bündnis 90/Die Grünen konkretisieren nun ihre kritische Haltung. Ihr Fraktionsvorsitzender Andreas Sültrup schreibt in seiner Stellungnahme, dass die Grünen schon im Juni 2018 den Antrag auf Erstellung eines Radverkehrskonzeptes gestellt hätten.

Doch bei der nun vorgestellten Idee gebe selbst die Verwaltung zu: »Nichts Neues, aber dafür teuer bezahlt.«

Quintessenz

Die Bürger hätten einzusehen, dass das Radfahren auf der Straße so angeordnet und damit auch sicherer ist. »Das war – zusammengefasst – die Quintessenz des vorgestellten Konzeptes. Damit ist den Radfahrern leider überhaupt nicht gedient und noch viel weniger erkennbar ist ein Umdenken im Bereich Mobilität, ein wichtiger Baustein des Klimaschutzes«, schreibt Sültrup.

Alle Parteien hätten erst kürzlich Anträge gestellt, um dem Klimaschutz auch in Espelkamp Rechnung zu tragen, doch bei der Umsetzung hapere es – teilweise gewaltig. Die Nutzung des Fahrrades innerhalb der Städte sei ein wichtiger Faktor, um Kohlendioxid und Lärm zu vermindern aber auch um Parkplätze einzusparen, damit mehr Bäume und auch Wohnraum geschaffen werden können.

Änderungen

»Am Beispiel Espelkamp ist gut zu erkennen, wie schwer sich Politik und Verwaltung damit tun, den Straßenraum neu zu verteilen, aktiv neue Radverkehrsverbindungen zu erstellen und das objektive und auch subjektive Sicherheitsgefühl der Radfahrenden ernst zu nehmen. Reichen dazu ein paar kleine Änderungen bei Radverkehrsführung, Beschilderung und Markierung aus, oder muss doch grundsätzlich überlegt werden, wie man die verschiedenen Verkehrsteilnehmer Auto, ÖPNV, Radfahrer und Fußgänger zusammenbringt?«, schreibt Sültrup. Grundsätzlich sei dazu – das sage sogar der Verkehrsminister Andreas Scheuer – ein radikales Umdenken nötig. »Aber dafür bedarf es einer positiven Begleitung der Maßnahmen.« Die Einholung von fachlichen Ratschlägen des ADFC und auch der Fahrradbeauftragten könnten Hilfestellungen geben. »Am Ende ist es nämlich eine Win-Win-Situation für alle Seiten: Weniger Lärm und Abgase in der Stadt, weniger Autos ohne Parkplatzsorgen, weniger Unfälle. Gesundheit und Zufriedenheit steigt auch bei den Bürgern.«

Zusammenarbeit

Die Grünen plädieren daher für eine interkommunale Zusammenarbeit benachbarter Kommunen und Städte: Stemwede, Preußisch Oldendorf, Lübbecke, Espelkamp, Hille und Rahden hätten auch aufgrund ihrer Landschaftsstruktur tolle Möglichkeiten, ein Radverkehrsnetz zu entwickeln und gleichzeitig auch Mobilitätskonzepte für ihre Innenstädte zu erstellen. »Profitieren tun alle davon: Schüler, die sicher zur Schule und zurück kommen, Berufspendler, die – eventuell mit ihrem E-Bike – schnell und entspannt zu ihrer Arbeitsstelle fahren, wobei insbesondere die großen Unternehmen diese Aktion noch unterstützen können, weil sie auch Parkplätze einsparen und die Mitarbeiter etwas für ihre Gesundheit tun«, schreibt Sültrup.

Sichere Radwege

Nicht zuletzt gewännen die touristischen Ziele an Attraktivität für Ausflügler und Gäste. »Denn sichere Radwege mit gutem Untergrund, ausreichend beleuchtet und gut ausgeschildert – wie es ja für den Autoverkehr Standard ist – locken, so sieht man es beispielsweise in den Niederlanden, immer mehr Fahrradfahrer auf die Straße«, endet Sültrup.

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