So., 17.11.2019

SPD-Kreisparteitag: Ingo Ellerkamp mit 94,7 Prozent zum Landratskandidaten gewählt »Ich mag es spannend und schwierig«

Applaus von den Delegierten: (von links) Susanne Schnake (Kreisvorstand), Michael Buhre (Kreisvorsitzender), Astrid Ellerkamp, Landratskandidat Ingo Ellerkamp, Angelika Buttler (stellvertretende Kreisvorsitzende) und Micha Heitkamp (stellvertretender Kreisvorsitzender).

Applaus von den Delegierten: (von links) Susanne Schnake (Kreisvorstand), Michael Buhre (Kreisvorsitzender), Astrid Ellerkamp, Landratskandidat Ingo Ellerkamp, Angelika Buttler (stellvertretende Kreisvorsitzende) und Micha Heitkamp (stellvertretender Kreisvorsitzender). Foto: Jan Lücking

Von Jan Lücking

Espelkamp (WB). Mit großer Zustimmung ist der SPD-Landratskandidat Ingo Ellerkamp auf einem außerordentlichen Kreisparteitag der SPD Minden-Lübbecke gewählt worden. 94,74 Prozent der anwesenden 115 Delegierten stimmten im Bürgerhaus Espelkamp für die Kandidatur des Baudezernenten der Stadt Lübbecke.

Nur vier Delegierte gaben eine Gegenstimme ab. Darüber hinaus gab es zwei Enthaltungen. Zu Beginn des Kreisparteitages erhielt Paul Schilling, SPD-Mitglied und Mitglied bei der Fridays-for-Future-Bewegung, das Wort. Er hatte zuvor mit weiteren Mitgliedern der Bewegung im Foyer des Bürgerhauses für Verbesserungen im Klimaschutz geworben. »Das Szenario, das gerade diskutiert wird, ist, dass wir auf eine globale Erderwärmung von vier Grad zusteuern, was für meine Generation, aber auch für ihre, verheerende Folgen hat, und wogegen wir jetzt noch etwas tun können«, sagte Paul Schilling und bezeichnete das von der Bundesregierung beschlossene Klimapaket als »absolute Niederlage« und »Klimapäckchen«. Für seine kurze, engagierte Rede bekam der junge Mann viel Applaus von den Delegierten.

Ellerkamp will Verantwortung übernehmen

Dann trat die Hauptperson des Abends ans Mikrofon. In seiner gut 30-minütigen Bewerbungsrede warb Landratskandidat Ingo Ellerkamp unter den Schlagworten »Heimat«, »Zukunft« und »Miteinander« um die Zustimmung der Delegierten. »Ich liebe meine Heimat und mag die Menschen hier. Ich bin ein Kind dieses Kreises und die Entwicklung unserer Region ist mir eine echte Herzensangelegenheit«, sagte der 46-Jährige, der in Minden geboren ist und in Petershagen das Gymnasium besucht hat.

Er sei mit Land und Leuten vertraut. »Ich kenne auch die verschiedenen Perspektiven. Aus beruflicher Sicht durch den Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen der Kommunalverwaltungen und der Kreisverwaltung, aus Sicht der Kommunalpolitik als Ratsmitglied, Fraktionsvorsitzender und Ortsbürgermeister, aber natürlich auch als Mensch im privaten Umfeld und im Ehrenamt, der hier im Kreis wohnt und lebt«, so Ellerkamp. Ihn reize auch die Aufgabenvielfalt des Landratsamtes, sagte Ingo Ellerkamp. »Die Repräsentation für den gesamten Kreis Minden-Lübbecke, die Leitung der Kreisverwaltung, das Ringen um die besten Lösungen in Zusammenarbeit mit dem Kreistag und der Fraktion. Ich mag es spannend und schwierig, und ich glaube, das wird es auch das ein oder andere Mal«, sagte Ellerkamp und betonte, dass er Verantwortung übernehmen könne und wolle.

Für kommunale Wohnungsbauprojekte

Darüber hinaus ging er in seiner Rede auch auf seine Zukunftsvorstellungen ein und setzte dabei einige Schwerpunkte. Zum Thema »Lebensqualität und Daseinsvorsorge« bezeichnete er zu hohe Mieten als »sozialen Sprengstoff« und betonte, dass für die Menschen, die im Mühlenkreis leben und arbeiten wollen, die Rahmenbedingungen stimmen müssten. Ellerkamp sprach sich für kommunale oder vom Kreis getragene Wohnungsbauprojekte aus, die preisgünstiges Wohnen ermöglichten.

Zum Thema Kampa-Halle sagte er: »Ungeachtet aller rechtlichen Rahmendbedingungen und wer sich wann an die Spitze welcher Bewegung setzt, sollte das politische Ziel doch sein, eine langfristige, tragfähige und vielleicht auch mutige Lösung zu finden, von der möglichst viele profitieren.« Mit der Grundsatzentscheidung zum Bau einer Multihalle sei der richtige Weg eingeschlagen, aber ein großer Wurf werde nur dann gelingen, wenn alle die Sache gemeinsam anpackten, so Ellerkamp.

Strukturen der MKK überdenken

Ferner plädierte der Landratskandidat für eine Glasfaserverbindung bis in jedes Haus und ein besseres Mobilfunknetz im Mühlenkreis. Ingo Ellerkamp sprach auch die medizinische Versorgung im Kreis Minden-Lübbecke an. »Ich fände es sinnvoll, wenn es hier eine Zusammenarbeit unter Federführung des Kreises gäbe, um langfristig die ärztliche und fachärztliche Versorgung in allen Städten und Gemeinden und damit für alle sicherzustellen.«

Zum Stichwort »Mühlenkreiskliniken« sagte Ingo Ellerkamp: »Ich will nicht, dass jemand eine Dreiviertelstunde braucht, um in das nächste Krankenhaus zu kommen« und bekam dafür einen kräftigen Applaus von den Delegierten. Eine Präsenz in der Fläche sei aus seiner Sicht unumgänglich, sagte der Landratskandidat und bezeichnete die aktuelle Organisationsform der MKK als Anstalt des Öffentlichen Rechtes als »nicht besonders geeignet«. Er schlug vor zu prüfen, ob es geeignetere Strukturen gebe.

19 Anträge diskutiert

Viel Applaus stand am Ende der Bewerbungsrede. Insgesamt 19 Anträge aus den SPD-Ortsvereinen machten auf dem Kreisparteitag deutlich, dass sich die Basis der Sozialdemokraten mit ihren Anliegen zu verschiedenen politischen Themen gern einbringt – vom Steuerrecht bis zur Krankenhausplanung. Der Vorsitzende der Antragskommission, Micha Heitkamp, sorgte hier für einen schnellen Ablauf bei der Abstimmung über die Anträge.

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