Di., 10.12.2019

Werner Bergtold hört bei der Espelkamper BSG als Übungsleiter auf Eine Ära geht zuende

Werner Bergtold ist seit den Anfängen des Espelkamper BSG, damals noch Versehrten-Sportgemeinschaft, dabei. Nun wird er seine jahrzehntelange Tätigkeit als Übungsleiter beenden.

Werner Bergtold ist seit den Anfängen des Espelkamper BSG, damals noch Versehrten-Sportgemeinschaft, dabei. Nun wird er seine jahrzehntelange Tätigkeit als Übungsleiter beenden.

Espelkamp (WB). Eine Ära im Espelkamper Behindertensport geht zu Ende. Denn Werner Bergtold sagt nach langer Tätigkeit als Übungsleiter im BSG „Adieu“.

„Vatertypen“

Als sich Werner Bergtold 1960 der neu gegründeten Versehrten-Sportgemeinschaft Espelkamp-Mittwald anschloss, ahnte er noch nicht, dass er den Behindertensport bis in sein hohes Lebensalter begleiten würde. Dem Verein gehörten anfangs nur kriegsversehrte Männer an, die Sport treiben wollten. Da Werner Bergtold auch zum Kreis der Kriegsversehrten gehört (Verlust der rechten Hand), wurde er von den Vereinsgründern Adolf Meixner und Gustav Kleinemeyer angeworben.

„Das waren für mich alles ‚Vatertypen‘, die mich unter ihre Fittiche nahmen. Ich fühlte mich in dieser Sportgruppe sehr wohl und fügte mich schnell in den Spielbetrieb ein“, so Bergtold. Während der Versehrtensport anfangs nur reine Männersache war, wurden ab 1964 auch behinderte Frauen aufgenommen. Der Verein öffnete sich dann auch für alle Menschen mit Behinderungen, nicht nur Kriegsversehrte. Im Jahre 1969 entstand auch eine Kindergruppe.

Werner Bergtold zeigte großes Interesse für den Behindertensport. Sein Fachwissen im Vereinsrecht und sein Engagement trugen wesentlich dazu bei, dass sich die frühere Versehrten-Sportgemeinschaft zu einem leistungsfähigen „Dienstleistungsunternehmen“ entwickelte.

Spielewart

1973 übernahm Werner Bergtold die Aufgaben als Spielewart, 1980 wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Ab diesem Zeitpunkt strebte er mit neuen, tatkräftigen Mitarbeitern im Vorstand einen Strukturwandel in der Sportverwaltung und im Sportbetrieb an. Er erwarb die Lizenz als Vereinsmanager und ließ sich als Fachübungsleiter für den Behinderten-sport ausbilden. In den Folgejahren entwickelte und spezialisierte sich der Versehrtensport weiter zu einer Behindertensportgemeinschaft (BSG). Sie wurde beim Amtsgericht Rahden in das Vereinsregister eingetragen und erlangte die Gemeinnützigkeit.

Im Jahre 1982 gründete Werner Bergtold zusammen mit Dr. Peter Schwarz eine Koronar-Sportgruppe für Herzkranke und Diabetiker. Nach 24-jähriger Vereinsführung gab Werner Bergtold 2004 den Vorsitz ab. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt, fungierte aber weiter als Koordinator für den Herzsport und unterstützte beratend die Vorstandsarbeit.

Inzwischen nennt sich die BSG „Verein für Bewegung, Sport und Gesundheit e. V. (BSG)“ und ist ein Fachverein für den Rehasport. Aus der ehemaligen Frohen Gemeinschaft von Kriegsversehrten ist ein stattlicher Verein mit mehr als 700 Mitgliedern geworden. 21 Fachübungsleiter und 7 Vereinsärzte betreuen in 23 Sportgruppen Menschen mit Behinderungen. „Nach beinahe 60 Jahren zählt der Verein zu den Traditionsvereinen unserer jungen Stadt“, sagt Bergtold, der die gesamte Entwicklung im Behindertensport in nahezu 60 Jahren aktiv miterlebt hat.

Engagement

Er beschreibt sein ehrenamtliches Engagement so: „Der Behindertensport hat mir von Anfang an große Freude bereitet, auch die Zusammenarbeit innerhalb der Vorstände. Leider bin ich die einzige Person, die aus dem Gründungsjahr 1960 übriggeblieben ist. Einen so großen Verein mit so vielen Gruppen zu führen ist nur möglich, wenn sich ehrenamtliche Mitarbeiter finden, die mit vollem Engagement erfolgreich zusammenarbeiten. Das ist uns im Team gelungen – dafür bin ich allen dankbar, die die Behindertenarbeit in den vielen Jahren unterstützt haben.“

Sehr gerne betreue er als Übungsleiter immer noch mehrere Sportgruppen. Der direkte Umgang mit Menschen sei für ihn „Lebensqualität“. „Meine Lizenz läuft aber im Dezember 2019 ab, ich werde sie als 80-Jähriger nicht mehr verlängern lassen. Genug ist genug. Ich weiß aber jetzt schon, dass mir die Übungsleitertätigkeit sehr fehlen wird. Die ehrenamtliche Arbeit im Behindertensport hat mein Leben positiv geprägt und meine Persönlichkeit stark beeinflusst. Ich kann aber sagen, es hat sich gelohnt. Aus dieser Erkenntnis heraus empfehle ich jedem, sich ehrenamtlich im Behindertensport einzubringen.“

2020 besteht die BSG 60 Jahre lang – ein langer Zeitraum, in dem sich der Verein den wandelnden Erfordernissen stets angepasst habe. „Ich wünsche dem Verein für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg“, so Bergtold.

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