Do., 12.12.2019

Schulen: Espelkamper Ausschuss spricht über Umsetzung des Medienentwicklungsplans Technologie, die nicht nur begeistert

Die Ausschuss-Mitglieder haben sich nach den Ausführungen von der Funktionsweise des Großflächendisplays überzeugen können. Eine Einheit kostet 4700 Euro und wird nun erstmal bis zu den Osterferien getestet.

Die Ausschuss-Mitglieder haben sich nach den Ausführungen von der Funktionsweise des Großflächendisplays überzeugen können. Eine Einheit kostet 4700 Euro und wird nun erstmal bis zu den Osterferien getestet. Foto: Felix Quebbemann

Von Felix Quebbemann

Espelkamp (WB). Schule im 21. Jahrhundert bedeutet „multimedialer Unterricht“. Von den Möglichkeiten, die die Technik in Zukunft bieten kann, hat sich der Schulausschuss am Dienstagnachmittag in der Auewaldgrundschule überzeugen können.

Dort nämlich hat Lehrer Hendrik Baade den Politikern und den anwesenden Schulvertretern einmal vorgeführt, welche Möglichkeiten ein Großflächendisplay besitzt. Es soll als Tafelersatz dienen und ist zu vergleichen mit einem überdimensionalen Tablet.

Kein Platz

Jaqueline Lauf, Leiterin an der Auewaldschule, erläuterte zunächst, welche Hindernisse es mit dem überdimensionalen Bildschirm zu bewältigen gibt. Denn: „Wir hätten schon noch gerne ein White-Board, an dem man auch mal schnell etwas dran schreiben kann“, sagte Lauf. Das Problem aber ist, dass neben dem Großflächendisplay für ein solches Board einfach kein Platz mehr sei.

Danach übergab sie das Wort an Hendrik Baade, der den Ausschuss-Mitgliedern die technischen Möglichkeiten des Displays verdeutlichte: ein Rechenschieber in überdimensionalen Ausmaßen – kein Problem; das Abbild eines Menschen, den man dreidimensional auf dem Bildschirm drehen kann – ein Kinderspiel. All dies ist mit zwei, drei Handbewegungen auf dem Display herbeizuzaubern. Auch Linien oder Karos für Rechtschreibung und Mathematik sind kein Problem.

Dennoch sagte Baade, dass auch er sich ab und an die Tafel zurück wünsche. Zudem sei es ihm wichtig, dass Kinder die Lerninhalte nicht nur auf einem Display präsentiert bekommen. „Ich will auch, dass die Schüler etwas in der Hand haben.“

Kosten

Die Kosten je Display betragen 4700 Euro, erklärte Sascha Käding, vom Verwaltungsservice der Stadtverwaltung. Er ist unter anderem zuständig für die Umsetzung des Medienentwicklungsplanes an den städtischen Schulen. Neben der Auewaldgrundschule seien auch in der Mittwaldschule zwei Großflächendisplays und im Teilstandort Isenstedt im Grundschulverbund-Süd ein Display aufgestellt worden. Es sei vereinbart worden, dass diese Technik erstmal bis zu den Osterferien in einer Evaluierungsphase getestet wird, um dann eine erste Bewertung vorzunehmen.

Jaqueline Lauf erläuterte, dass der Umgang mit den Displays nicht einfach so nebenbei erlernt werden könne. Auch Hendrik Baade bestätigte, dass er sich intensiv mit der neuen Technik habe auseinander setzen müssen, bevor der Einsatz im Unterricht einigermaßen reibungslos verlaufen konnte.

Sascha Käding erläuterte den Politiker zudem die weiteren Schritte im Medienentwicklungsplan. So werde derzeit daran gearbeitet, die W-Lan-Verbindung in den Schulen herzustellen. Dafür seien zum Beispiel in der Auewaldschule insgesamt 37 so genannte Access-Points notwendig. Die sorgen für eine reibungslosen Empfang im Gebäude.

Probleme sieht Käding für einige Schulen jedoch bei der Versorgung mit dem Internet. Die Mittwaldschule sei bereits am Glasfaserkabel angeschlossen. Auch die Auewaldgrundschule werde dieses schnelle Netz bald erhalten.

Sorgenkinder seien aber die Einrichtungen im Südverbund. Dort zeigte Käding die Missstände auf. Eine Erhebung habe ergeben, dass ein reibungsloser Ablauf des Unterrichts mit der neuesten Technologie bei einer Standard-Verbindung von 150 Mbit pro Sekunde gewährleistet sei.

Alle drei Einrichtungen im Süden seien davon sehr weit entfernt. Käding zeigte die Upload- und die Download-Werte auf. Keine der Schulen erreichte dabei auch nur 10 Mbit. „Das wird dramatisch werden mit der Internetverbindung“, sagte Käding denn auch.

Unterversorgt

Er sprach zwar den unter der Federführung des Kreises gerade stattfindenden Ausbau mit Glasfaserkabel in den unterversorgten Regionen an. Dazu zählt ja unter anderem auch Frotheim.

Doch werde dieser Ausbau eben nicht schon morgen fertig sein. Es gebe eine Diskrepanz zwischen der Ausstattung mit den modernen Medien und der dafür notwendigen Internetversorgung. Während die Schulen Ende des kommenden Jahres mit der neuesten Technologie ausgestattet sein werden, rechnet Käding erst im Jahr 2022 damit, dass auch die Schulen im Süden mit der dafür notwendigen Internetversorgung rechnen können.

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