Espelkamper Sekundarschule: Gelungenes Generationenprojekt – Pläne für 2020
„Schöne Begegnungen“ im Unterricht

Espelkamp (WB/ko). Acht Schüler der Birger-Forell-Sekundarschule haben in den vergangenen Wochen spannende, aufregende, lehrreiche und familiäre Nachmittage erlebt. Das liegt daran, dass sie freiwillige Schulstunden absolvieren, die eben nicht bei jedem Schüler auf dem Stundenplan stehen.

Montag, 23.12.2019, 21:00 Uhr
Die Schüler Tim, Julia, Viktoria, Elisa, Fynn, Celin, Charlize und Saskia, Marlo Pfau vom Quartiersmanagement, die Lehrerin Ulrike Meier-Hohmann, Andrea Beringer vom Wittekindshof sowie Franziska Riechmann vom Volkeninghaus füllen die Arbeitsgemeinschaft mit Leben. Foto: Andreas Kokemoor
Die Schüler Tim, Julia, Viktoria, Elisa, Fynn, Celin, Charlize und Saskia, Marlo Pfau vom Quartiersmanagement, die Lehrerin Ulrike Meier-Hohmann, Andrea Beringer vom Wittekindshof sowie Franziska Riechmann vom Volkeninghaus füllen die Arbeitsgemeinschaft mit Leben. Foto: Andreas Kokemoor

Kooperation

Das Quartiersmanagement „Quartiers“ an der Isenstedter Straße hat in Zusammenarbeit mit der Sekundarschule, dem Ludwig-Steil-Hof und dem Wittekindshof die Arbeitsgemeinschaft „Schöne Begegnungen“ ins Leben gerufen.

Bei dieser AG geht es darum, dass Jugendliche der neunten und zehnten Klassen auf freiwilliger Basis zwei Stunden pro Woche Zeit mit älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen verbringen. Am Donnerstag vor den Herbstferien begann alles. Der erste Block startete im Wittekindshof. Die nächsten Wochen folgten im Volkeninghaus.

Kurz vor Weihnachten kamen alle vier Gruppen zu einem Erfahrungsaustausch bei Keksen und Tee im Wittekindshof im Glatzer Garten zusammen. Die Schüler waren sich einig. „Wir hatten schöne Begegnungen“, erzählten sie. Andrea Beringer vom Wittekindshof und Franziska Riechmann vom Volkeninghaus im Ludwig-Steil-Hof zogen ein positives Fazit dieser Gemeinschaft.

Spannung

Ulrike Meier-Hohmann, Lehrerin an der Sekundarschule, erklärte, dass die Jugendlichen am Anfang neugierig und schüchtern vielleicht auch ein wenig ängstlich waren, aber in erster Linie wissbegierig und aufgeschlossen. Etwas Neues zu erfahren über „Senioren, Kranke sowie Behinderte.“ Die Furcht und die Spannungen wichen bereits vom Tag des ersten Kennenlernens. „Es ist so schön. Irgendwie familiär“, stellten die Schüler immer wieder heraus. Manches war eben doch wie zuhause, aber es gab noch mehr.

Sie backten mit den Bewohnern des Wittekindshofes Kekse. Die Senioren erzählten Geschichten von früher, teilweise sogar aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges mit Flucht und Vertreibung. Ein Ehepaar berichtete von seiner Flucht nach Paraguay.

„Es stimmt also doch. Jeder Mensch ist verschieden. Jeder hat seine eigene Geschichte. Genauso wie sie jeder Schüler und jede Schülerin hat“, erläuterte Meier-Hohmann den fesselnden Bericht eines Schülers. Einige Jugendliche hätten ebenfalls Großeltern zuhause oder im Seniorenheim und Verwandte mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Doch dieses Projekt ist etwas anderes. Weil es fremde Menschen sind, die sich aber wiederum gegenseitig schnell Vertrauen schenkten. Die Hemmschwellen verschwanden.

Beim letzten Treffen vor den Winterferien sammelten die Teilnehmer Ideen für das kommende Jahr: gemeinsame Spaziergänge, Spiele, Mal- und Backtage und andere Vorschläge wurden gesammelt.

Zertifikat

Noch bis zum Ende des Schuljahres dauert die Arbeitsgemeinschaft „Schöne Begegnungen“. Dann erhalten die Schüler ein Zertifikat über die Arbeit mit Behinderten in einer Wohneinrichtung und über Senioren, die in einem Altenheim leben.

Marlo Pfau vom Quartiersmanagement der Aufbaugemeinschaft zeigte sich zum Jahresabschluss zufrieden. „Wir möchten das Quartier in Espelkamp stärken, junge und alte Menschen sowie Menschen mit Beeinträchtigungen zusammenführen.“

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