Werner Bergtold leitet nach 36 Jahren zum letzten Mal die Herzsport-Gruppe des BSG
„Immer in Bewegung bleiben“

Espelkamp (WB). Werner Bergtold hat als Übungsleiter der Herzsporgruppe des Vereins BSG (Bewegung, Sport und Gesundheit) jetzt seine letzte Sportstunde in der Turnhalle am Erlengrund geleitet. 36 Jahre lang war er Trainer der Gesundheitssportler, fast alle Herzkreislauf-Patienten, denen vom Arzt Bewegung und Ausdauersport empfohlen wurde, um wieder gesund zu werden und einem Rückfall vorzubeugen.

Dienstag, 31.12.2019, 11:52 Uhr aktualisiert: 31.12.2019, 12:01 Uhr
Symbol für das eingebrachte Herzblut: Anita Wedhorn überreicht Werner Bergtold einen Herzballon im Ballon mit Herzen. Foto: Andreas Kokemoor
Symbol für das eingebrachte Herzblut: Anita Wedhorn überreicht Werner Bergtold einen Herzballon im Ballon mit Herzen. Foto: Andreas Kokemoor

1982 Gruppe gegründet

Bergtold schloss sich bereits 1960 der neu gegründeten Versehrten-Sport-Gemeinschaft an. Er war es auch, der 1982 zusammen mit Dr. Peter Schwarz eine Koronar-Sportgruppe für Herzkranke und Diabetiker ins Leben rief, nachdem er bereits 1980 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Den Posten des Vorsitzenden gab Werner Bergtold 2004 ab. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt, blieb aber weiterhin Koordinator für den Herzsport. Alles war wie immer. Er inspirierte seine Gruppe nach dem Motto „Immer in Bewegung bleiben“. Ausdauer spielte in seiner Gruppe eine große Rolle. Es motivierte immer wieder neu: Koordination und Kräftigung standen jedes Mal auf dem Stundenplan, und so natürlich auch beim „Finale“. Bergtold gab Anweisungen. Es wurde durch die Halle marschiert, Reifen wurden in Schwingung gebracht, Bälle wurden geprellt. Ruhige Phasen wechselten mit Tempoaufgaben.

Für Werner Bergtold galt aber stets der Grundsatz, dass keiner die eigene Belastbarkeit überschreiten sollte: „Jeder macht so gut mit, wie er oder sie es hinkriegt – Rehasport ist keine Einzeltherapie.“

„Time to say Good bye“

Doch in der letzten Stunde als Übungsleiter stand Werner Bergtold natürlich im Mittelpunkt. Nachdem er zu Beginn symbolische Weltkugeln, gebaut aus Turnreifen, durch die Halle rollen ließ, drehte sich am Ende alles um ihn. Walter Stolle, Koordinator der BSG-Herzsportgruppe, spielte die Melodie des „Henry-Maske-Liedes“ und die deutsche Version von „Time to say Good bye“. Anita Wedhorn überreichte Werner Bergtold zwei Luftballon-Herzen, symbolisch für das Herzblut, mit dem er seine Herzsportgruppe stets geleitet hat.

Anneliese Fischer, Mitglied der Gruppe, verlas eine Laudatio auf den ausscheidenden Übungsleiter. Darin hieß es unter anderem: „Die La-Ola-Welle hast du uns versucht zu zeigen, eine war Klasse, die klappte, das war uns zu eigen. Die zweite und dritte gingen jedes Mal unter. Herzhaftes Lachen macht uns alle ganz munter. In der Südsee zu rudern auf Bänken und diese vorwärts und rückwärts zu lenken. Damit uns in Bewegung und Rhythmus zu bringen, war wunderbar. Es hat uns Spaß gemacht, dazu noch laut zu singen.“

„So etwas wie Wehmut“

„Ich fühle mich fast so, als ob ich meinen Führerschein abgeben müsste“, sagte Werner Bergtold. Am Ende seiner letzten Übungsstunde war dann doch so etwas wie Wehmut bei ihm zu spüren. „Ich bin aber bei der nächsten Herzsportstunde wieder dabei“, versprach er. „Nur eben nicht mehr als Leiter, sondern als Teilnehmer.“ Seine Lizenz als Übungsleiter laufe Ende Dezember ab. „Ich werde sie nicht verlängern“, erklärte der 80-Jährige seinen Abschied als Ehrenamtler für den Herzsport.

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