Espelkamper Beratungsstelle bietet Onlinehilfe für Frauen in Krisensituationen an
Hexenhaus berät auch digital

Espelkamp (WB). Wem teile ich mich mit, wenn ich Zuhause in Schwierigkeiten bin? Wie viel kann ich einem fremden Menschen überhaupt erzählen? Diese Fragen stellen sich viele Frauen, wenn sie Kontakt mit dem Hexenhaus in Espelkamp aufnehmen.

Freitag, 03.01.2020, 20:00 Uhr
Maria Köhn (von links), Sabrina Stork und Franziska Zöllner haben die Onlineberatung im Hexenhaus vorgestellt. Foto: Felix Quebbemann
Maria Köhn (von links), Sabrina Stork und Franziska Zöllner haben die Onlineberatung im Hexenhaus vorgestellt. Foto: Felix Quebbemann

Plattform

Die Frauenberatungsstelle ist damit jeden Tag beschäftigt und hat dementsprechend ein breites Beratungsangebot – auch online. Dies soll den Frauen, die nicht persönlich im Schweidnitzer Weg vorbeikommen wollen oder können, weitere Möglichkeiten eröffnen, sich mitzuteilen.

Maria Köhn hat gemeinsam mit ihren Kolleginnen Sabrina Stork und Franziska Zöllner diese Option der Beratung einmal genauer vorgestellt. Franziska Zöllner stellt sogleich die Vorteile für die Frauen heraus. „Die Online-Beratung ist komplett anonym.“ Über die Homepage www.hexenhaus-espelkamp.de kann sich jede Frau auf einer Plattform anmelden. Diese Plattform ist geschützt und anonym. Zöllner sagt weiter, dass es sich bei dem Angebot um eine niedrigschwellige Möglichkeit handele, sich mitzuteilen.

Dialog

Geht eine Anfrage ein, kümmert sich eine Mitarbeiterin der Beratungsstelle um das Anliegen. Ob sich dann ein Dialog ergibt, der eventuell später in ein Face-to-Face-Gespräch mündet, entscheidet einzig und allein die jeweilige Klientin. Ihr obliege es auch, ob es nach der Antwort durch das Hexenhaus überhaupt einen weiteren Informationsaustausch gebe.

Das Team des Hexenhauses verspricht, alle Anfragen möglichst zeitnah zu beantworten. Zöllner berichtet aus ihren Online-Beratungserfahrungen, dass es mit einigen Klientinnen zwar mehrfachen E-Mail-Kontakt gegeben habe. Scherpunktmäßig bleibe es dann jedoch beim Online-Austausch. Ein persönliches Gespräch findet nur äußerst selten statt.

Hemmungen

Das Hexenhaus will in Zeiten der Digitalisierung sein Online-Angebot weiter nach vorne bringen und positionieren. „Wir wollen publik machen, dass es so etwas bei uns auch gibt. Vielen ist dies nicht bekannt“, sagt Köhn.

Sie erläutert weiter, dass sich die Online-Beratung vor allem für Frauen eigne, die „Hemmungen haben, sich persönlich zu melden“. Mit der Online-Beratung will das Hexenhaus diesen Frauen das Gefühl geben, „dass im Hexenhaus jemand sitzt“, der ihnen zuhört.

Gewalt

Sabrina Stork spricht einen weiteren Pluspunkt bei der Anonymität der Onlineberatung an. Denn sie könne dazu führen, dass wichtige Dinge mitgeteilt werden, die in einem persönlichen Gespräch vielleicht eher verschwiegen werden.

Franziska Zöllner ergänzt, dass manche Frauen aufgrund gemachter Erfahrungen – zum Beispiel mit häuslicher Gewalt – auch einfach sprachlos seien. „Von daher ist die Onlineberatung eine gute Möglichkeit, sich zu äußern.“

Probleme

Bei jeder Beratung, ob von Angesicht zu Angesicht oder online, sei es immer wichtig, sich vorsichtig an die jeweiligen Probleme der Klientinnen heranzutasten, sagen die drei Frauen unisono. „Die Klientinnen kommen häufig mit Multiproblemlagen hierher“, sagt Köhn weiter. Das kann von häuslicher Gewalt über berufliche Probleme bis hin zu gesundheitlichen Beschwerden gehen. Das Hexenhaus ist für all diese Probleme offen.

„Wir begleiten die Frauen auf ihrem Lösungsweg“, betont Stork. Bei häuslicher Gewalt gehe es zum Beispiel in erster Linie darum, die Gewalt zu beenden. Alles weitere, wie die Frage rund um die Beziehung zu dem Mann, sei im Nachhinein zu klären.

Die Beratung sei ein Prozess und mit großem Zeitaufwand verbunden, so Maria Köhn weiter. Wichtig aber sei es, dass sich die Frauen „immer wieder melden dürfen“, egal wie viel Zeit vergangen ist. Dies gilt ebenfalls und insbesondere für die Onlineberatung.

„Das Hexenhaus ist offen“ und es sei eines der Ziele der Einrichtung, den Bedarfen zu entsprechen. „Jeder ist willkommen“, betont Köhn.

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