Verband Wohneigentum: Kreisvorsitzender lehnt private Baumschutzsatzung ab
Motivation statt Bestrafung

Espelkamp (WB/fq). Die Forderung nach einer Baumschutzsatzung ist immer wieder in verschiedenen Ausschuss-Sitzungen aufgekommen. Grund dafür waren in der jüngsten Zeit nicht nur die verschiedenen Baumfällaktion zugunsten der Sportanlage am Hindenburgring oder für das Ärztehaus. Seitens der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wurde auch die Möglichkeit vorgeschlagen, eine Baumschutzsatzung für den privaten Bereich aufzustellen, um so unter anderem die Bäume auf den Privatgrundstücken zu schützen.

Donnerstag, 13.02.2020, 22:00 Uhr
In der Stadt Espelkamp gibt es einen üppigen Bestand an Bäumen. Um diese zu schützen, forderten unter anderem Bündnis 90/Die Grünen die Aufstellung einer Baumschutzsatzung. Diesen Vorschlag bewertet der Verband Wohneigentum eher kritisch.

Schwellenhaushalte

Der Verband Wohneigentum, ehemals Siedlerbund, hat sich jetzt zu dieser und zu weiteren Themen geäußert. Der Kreisvorsitzende des Verbandes, Klaus Neumann aus Espelkamp, hat im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt, „der Verband Wohneigentum tritt für die Förderung und den Erhalt des selbst genutzten Wohneigentums ein. Auf allen politischen Ebenen setzen wir uns dafür ein, dass jedermann – auch so genannte Schwellenhaushalte und insbesondere junge Familien - sich den Traum vom eigenen Heim verwirklichen können“.

Gleichzeitig berät der Verband Wohneigentum im Sinne des Verbraucherschutzes neutral und unabhängig sowohl Bauherren als auch Wohneigentümer. „Es werden nahezu alle Bereiche rund um Haus und Grundstück in die Informations- und Beratungstätigkeit einbezogen: Fragen zu Steuern und Gebühren ebenso wie zu Bau, Energieeffizienz und Gartengestaltung. Bundesweit haben wir über 340.000 Mitgliedsfamilien. In Espelkamp alleine mehr als 1000.“

Meldepflicht

Neumann kam im Gespräch ebenfalls auf den Umweltschutz zu sprechen und betrachtete sich dabei eingehender die Forderung nach einer möglichen Baumschutzsatzung in der Stadt: „Wir sind natürlich für Umweltschutz, aber deshalb lehnen wir auch eine Baumschutzsatzung samt Meldepflicht für privates Eigentum völlig ab. Der Grund ist, dass in anderen Kommunen vor der Einführung einer Baumschutzsatzung die Gärten radikal gerodet worden sind, da die Eigentümer Angst hatten, nie wieder einen Baum fällen zu dürfen.“ Darüber hinaus müssten Eigentümer „verrückt sein, überhaupt noch einen Baum neu zu pflanzen“.

Seitens der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen war die Forderung aufgekommen, eine Baumschutzsatzung im privaten Bereich zu prüfen. Bereits Bürgermeister Heinrich Vieker hatte dazu betont, dass die Grundstückseigentümmer vielmehr motiviert werden sollen, Bäume zu pflanzen. Diese Ansicht unterstützt auch Klaus Neumann: „Wir halten vielmehr von Motivation statt Bestrafung. Deshalb haben wir die Idee der CDU Espelkamp aufgegriffen und spenden Bäume an unsere Mitgliedsfamilien. Das halten wir für den besseren Weg. Man könnte natürlich auch die Eigentümer zwingen Bäume zu pflanzen. Aber wenn jemand gezwungen wird, wird er sich nicht um den Baum kümmern und ihn zum Beispiel nicht gießen. Was hat man dann davon? Deshalb setzen wir auf Freiwilligkeit und glauben, dass die gespendeten Bäume gehegt und gepflegt werden.“

50 Rückmeldungen

Und diese Idee sei bislang von den Mitgliedern „großartig“ angenommen worden, erklärte Neumann. „Wir hatten in kürzester Zeit mehr als 50 Rückmeldungen. Deshalb möchten wir die Aktion in diesem Jahr wiederholen“, betont Neumann.

Auch zu einer Baumschutzsatzung nur für den öffentlichen Raum und für die Espelkamper Aufbaugemeinschaft hat Neumann sich geäußert. Diese Idee nämlich halte er für rechtlich sehr schwer umsetzbar. Aber das müssten die Experten bewerten.

Phantomdiskussion

„Eine Baumschutzsatzung für die Stadt Espelkamp selber ist aus unserer Sicht eine Beschäftigungstherapie für die Verwaltung. Bei jeder Maßnahme müsste die Stadt dem eigenen Antrag zustimmen. Von so einer Phantomdiskussion halten wir nichts. Besser wäre, dass die Politiker mit Garten mal selber drei neue Bäume pflanzen würden. Das würde mehr bringen.“ Darüber hinaus könnten weitere Bäume gespendet werden, von Parteien, Personen oder vielleicht auch von der Stadt Espelkamp.

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