Sa., 22.02.2020

Djamal Ayub fährt mit dem Rad nach Singapur und sammelt für einen guten Zweck 16.000 Kilometer auf dem Drahtesel

Djamal Ayub bereitet sich auf seine Reise mit dem Fahrrad nach Singapur vor. Das sind insgesamt etwa 16.000 Kilometer. Momentan ist der 29-Jährige dabei, noch etwas Geld für seine Reise anzusparen. Darüber hinaus benötigt er auch noch ein gutes Fahrrad.

Djamal Ayub bereitet sich auf seine Reise mit dem Fahrrad nach Singapur vor. Das sind insgesamt etwa 16.000 Kilometer. Momentan ist der 29-Jährige dabei, noch etwas Geld für seine Reise anzusparen. Darüber hinaus benötigt er auch noch ein gutes Fahrrad.

Von Felix Quebbemann

Espelkamp (WB). Djamal Ayub wird sich am 1. Mai auf sein Fahrrad setzen und losradeln. Nein – er fährt nicht nach Lübbecke und auch nicht nach Hannover. Das wäre ja auch schon eine Wegstrecke.

25 Länder

Djamal Ayub hat sich da etwas mehr vorgenommen. Er wird am 1. Mai eine Fahrradtour beginnen, die mehr als ein Jahr dauern wird. Die Tour wird ihn durch 25 Länder führen. Und am Ende wird sein Kilometerzähler 16.000 gefahrene Kilometer anzeigen. Denn das Ziel des 29-Jährigen liegt nicht gerade „um die Ecke“, wie man in Ostwestfalen zu sagen pflegt. Sein Ziel heißt Singapur. Das liegt in Asien, südlich von Malaysia. Singapur sei der südlichste Punkt Asiens, erklärt Djamal Ayub den Reiz des Ziels. Auf dem Weg dorthin will er zudem Spenden sammeln – unter anderem für die Krebshilfe. Doch der Reihe nach.

Djamal ist Espelkamper. „Und Espelkamp findet er auch schön“, betont er im Gespräch mit dieser Zeitung. Doch schlummert in Djamal au jede Menge Fernweh.

Er ist gelernter Einzelhandelskaufmann. Nach Schule und Ausbildung gab er bereits dem Drang, die Welt zu erkunden, nach. Sein Ziel war Barcelona. Spanien hat ihn gereizt und er verbrachte dort einige Zeit. Bei der Gelegenheit hat sich auch der Gedanke verfestigt, erstmals an die körperlichen Grenzen zu gehen. Sein Ziel war es, den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela zu wandern.

Keine Frage – da ist er nicht der erste, der diese Idee hat. Er setzte sie 2018 in die Tat um. Aber dort, während der täglichen knapp 50 Kilometer Fußweg, kam ihm eine Idee. Dort hat er erstmals ernsthaft darüber nachgedacht, die Fahrradtour nach Singapur zu unternehmen. „Es kam mir die Idee, dass ich noch irgendetwas Verrücktes machen will.“

Australien

Doch für dafür musste er erst noch einen Umweg machen, der ihn an einen weiteren attraktiven Platz dieser Welt brachte – nach Australien. Dort nämlich wollte er den finanziellen Grundstein legen, um die Fahrradtour überhaupt in Angriff nehmen zu können.

Zugegeben, es gibt schlechtere Plätze, um sich seine Brötchen zu verdienen. In Australien fand Djamal Ayub auch schnell einen Job als Gerüstbauer. Von seinem Gehalt kaufte er sich in Australien unter anderem einige Kameras und ein Tablet. Denn seine Radtour will er mit Videos und Fotos dokumentieren.

Es ist nun nicht so, dass Djamal für die Reise jeden Tag hunderte von Kilometern auf dem Rad zu Trainingszwecken verbringt. Beim Jakobsweg hat er bereits gemerkt. „Ich habe einen gewissen Ehrgeiz.“ Und auf diesen zählt er bei seinem abenteuerlichen Fahrrad-Trip ebenfalls.

Er weiß, dass es Tage geben wird, an dem er sein Fahrrad auch einmal verfluchen wird. Aber er sagt auch. „Man muss alle Gefühle durchleben.“ Dies hat er im sehr viel kleineren Rahmen bereits beim Jakobsweg erlebt.

Vorbereitungen

Ohne gute Vorbereitung aber wird sich Djamal natürlich nicht auf den Weg machen. Er hat sich bereits mit den Streckengegebenheiten auseinandergesetzt. Feste Tagesziele hat er sich jedoch nicht gesetzt. „Ich schaue jeden Tag, wie weit ich komme.“ Um flexibel auf der Tour zu sein, hat er natürlich ein Zelt, Schlafsack und Isomatte dabei.

Neben seinen Kameras, Pass und Kreditkarte sind ein bisschen Kleidung und Toilettenartikel Standard bei der Ausrüstung. Aber er achtet auch darauf, nicht zu viel mitzunehmen. „Ich möchte unter anderem auch durch Nepal fahren. Und alles, was ich an Gewicht am Rad dabei habe, muss ich auch die Berge hochfahren.“ Bereits beim Jakobsweg war er ein Teilnehmer, der mit einem Sechs-Kilo-Rucksack eher leicht unterwegs war.

Die notwendigen Visa für die verschiedenen Länder könne man einfach online per Handy beantragen, erläutert Djamal auch wichtige Formalien.

Gastfreundlich

Im Internet verfolgt er verschiedene Radler, die ähnliche Touren rund um den Globus bereits unternehmen. Auch das gehört zu seiner Vorbereitung. Er ist davon überzeugt, dass er nicht jede Nacht sein Zelt aufschlagen muss. Es gebe viele Länder, in denen Gastfreundlichkeit groß geschrieben werde. „Iran soll sehr gastfreundlich sein“, sagt er. Auch dies sei ein Grund, warum er sich auf das Abenteuer freut. „Die spannenden Gespräche mit den Menschen.“ Zudem lerne er so die Länder besser kennen.

Am Ende der Reise will er aus seinen Aufnahmen einen Film zusammenstellen, den er öffentlich vorführen möchte. Dies allerdings wird noch ein wenig dauern.

Der 29-Jährige rechnet damit, dass er im Sommer 2021 wieder in Espelkamp ist. Aber so ganz genau will er sich da nicht festlegen. „Wenn mir irgendwas gefällt, kann es sein, dass ich länger bleibe.“

Risiko

Seine Eltern haben das Unterfangen natürlich nicht mit grenzenloser Freude aufgenommen. Denn es gebe ja auch große Krisenregionen in der Welt. Die aber werde er versuchen zu meiden, sagt Djamal. Er geht die Reise mit Ehrfurcht aber auch mit großer Freude an. „Ich lasse mich nicht abschrecken.“ Er sagt, wenn es in einer Region kritisch sei, werde er dort einen großen Bogen drum machen. „Ich will mich nicht in Gefahr begeben.“

Seit zwei Jahren hat er diese Idee nun im Kopf. Jetzt steht die Umsetzung an. Was ihm noch fehlt, ist ein gutes Fahrrad. Er habe sich bereits ein bisschen umgeschaut, aber noch nicht das Richtige gefunden.

Um die fehlenden finanziellen Mittel zu bekommen, wird er nun noch ein bisschen jobben müssen. „Ein bisschen Geld muss noch kommen.“ Djamal freut sich aber auch über Sponsoren, die ihn finanziell unterstützen. Denn die Reise soll nicht nur für Djamal ein Gewinn werden, sondern auch für wohltätige Einrichtungen in Deutschland, die sich zum Beispiel den Kampf gegen den Krebs auf die Fahnen geschrieben haben.

Spenden sammeln

„Während meiner Reise will ich Spenden sammeln.“ Wenn er im Jahr 2021 wieder in Espelkamp ist, will er mit dem Auto seines Bruders die gesammelten Spenden höchst persönlich in jedem Bundesland an verschiedene wohltätige Organisationen und Privatleute verteilen. „So weiß ich, dass die Mittel auch direkt dort ankommen, wo sie hin sollen“, sagt Djamal, der sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist. „Wir müssen alle mal nach links und rechts schauen. Es gibt Menschen, die Hilfe benötigen.“

Die Familie

Bis der 1. Mai vor der Tür steht, will Djamal noch ein bisschen Zeit mit seiner Familie verbringen. Denn bei allem Fernweh, das der 29-Jährige hat, sagt er: „Ich bin gerne bei meiner Familie.“

Die Erlebnisse des 29-Jährigen während seiner Fahrt können alle Interessierten sowohl auf seinem Instagram-Account – djajus_weltreiseblog – verfolgen. Die Option, Djamals Spendenaktion zu unterstützen, besteht über die Homepage: https://www.betterplace.me/djaju-will-was-gutes-tun .

Das WESTFALEN-BLATT wird ebenfalls über die Reise von Djamal berichten und die Leser über seine Abenteuer auf dem Laufenden halten.

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