Radverkehrssicherheitskonzept: Die Situation an der Fritz-Steding-Brücke
„Wir hatten Handlungszwang“

Espelkamp (WB/fq). Das Radverkehrssicherheitskonzept ist vor einigen Wochen im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden. Im Anschluss daran haben sich einige Bürger besorgt darüber geäußert, dass der Radverkehr innerorts verstärkt auf die Straße gebracht werden soll.

Dienstag, 31.03.2020, 21:00 Uhr
Die Situation an der Fritz-Steding-Brücke, kurz vor dem Kreisverkehr mit der Gabelhorst. Dort endet der Schutzstreifen für die Fahrradfahrer. Auf der Seitenanlage ist jedoch das Radfahrern verboten, wie das Verbotsschild deutlich zeigt. Foto: Felix Quebbemann
Die Situation an der Fritz-Steding-Brücke, kurz vor dem Kreisverkehr mit der Gabelhorst. Dort endet der Schutzstreifen für die Fahrradfahrer. Auf der Seitenanlage ist jedoch das Radfahrern verboten, wie das Verbotsschild deutlich zeigt. Foto: Felix Quebbemann

Marco Hennig, Ordnungsamtsleiter in der Stadtverwaltung, und Peter Kleine-Beek, zuständiger Sachbearbeiter, haben sich daher einige markante Punkte in der Innenstadt herausgesucht und die dortigen künftigen Veränderungen in der Radverkehrsführung näher erläutert.

Knackpunkt

Die Situation an der Fritz-Steding-Brücke zum Beispiel bezeichneten die beiden durchaus als einen „Knackpunkt“. Die Brücke führt bergab in den Kreisverkehr mit der Gabelhorst. Dort ist es vor einigen Jahren zu mehreren Unfällen gekommen. Einer davon endete für einen Fahrradfahrer tödlich.

Die Unfallkommission, in der unter anderem Mitglieder des Kreises, der Bezirksregierung, der Polizei und des Ordnungsamtes vertreten sind, hat sich den Sachverhalt genau angeschaut und beschlossen, eine Veränderung vorzunehmen. Im ursprünglichen Zustand wären die Radler auf der Nebenanlage gefahren.

Hennig sagt dazu: „Da hatten wir Handlungszwang.“ Daher wurde in beide Fahrtrichtungen der Brücke ein Schutzstreifen auf die Fahrbahn aufgebracht. Hennig erläutert, dass es einer gewissen Fahrbahnbreite bedürfe, wenn man einen Schutzstreifen anlegen will. Diese Fahrbahnbreite sei aufgrund der durchgezogenen Linie vor dem Kreisverkehr nicht mehr gegeben, daher endet dort der Schutzstreifen. Dieser dürfe von Autofahrern nur überfahren werden, wenn es zu einem Begegnungsfall mit einem Auto oder einem Lkw komme und kein Radfahrer auf dem Streifen fährt. Ansonsten müsse der Autofahrer hinter dem Radfahrer bleiben.

Schutzstreifen

Einige Politiker hatten in den jüngsten Ausschuss-Sitzungen die Situation an diesem Kreisverkehr heftig kritisiert. Schließlich höre der Schutzstreifen kurz vor dem „Kreisel“ auf. Hennig dazu: „Der Fahrradfahrer wird auf der Fahrbahn bleiben können, auch wenn der Schutzstreifen endet.“ Aufgrund der enger werdenden Straße müssten die Autos dann hinter den Radlern herfahren. „Der Radfahrer kann sich ja nicht auflösen.“ Darüber hinaus werde an dem Kreisverkehr ein Fußgänger-Überweg angelegt.

Die neuen Vorgaben bedeuten eine große Umstellung für die Radfahrer in Espelkamp. „Das Ganze zu verstehen ist unglaublich schwierig.“ Es komme darauf an, dass der Radfahrer eine sichere Führungsform erhalte. „Das Entscheidende dabei ist, dass der Radler weiß, wie er sich im Straßenverlauf zu verhalten hat.“ Und dies müsse er vor Ort mit einem flüchtigen Blick erkennen können.

Die Situation an der Fritz-Steding-Brücke werde künftig so bleiben wie vorgestellt. Das Konzept sehe keine Änderungen vor.

Irritationen

Für Irritationen bei so manchen Radlern hat auch der Bereich an der Kreuzung Birger-Forell-Straße/Rahdener Straße gesorgt. Dort wüssten nämlich viele Fahrradfahrer nicht, ob sie von der Birger-Forell-Straße kommend in Richtung Innenstadt weiter auf der Nebenanlage fahren dürfen oder nun auf die Straße müssen. Auch die Beschilderung ist nicht eindeutig. Dort gebe es momentan die Situation eines anderen Radweges mit Gehweg, so Hennig. Nach dem Radverkehrssicherheitskonzept ist geplant, dass die Radfahrer ausschließlich auf der Straße fahren sollen.

Gehwege

„Die Entscheidung können wir aber nicht vorweg nehmen“, sagen Kleine-Beek und Hennig. Die liege bei der Politik. „Die Situation aber ist uns bewusst. Da wollen wir auch Abhilfe schaffen.“ Die Situation solle entschärft werden. Künftig jedenfalls ist vorgesehen, dass beide Nebenanlagen der Birger-Forell-Straße zu reinen Gehwegen werden sollen. Allerdings dürfen nach der Straßenverkehrsordnung Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr mit Fahrrädern die Gehwege benutzen und bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen sie diese benutzen. Letztere dürfen von einer Aufsichtsperson ebenfalls mit dem Fahrrad auf dem Gehweg begleitet werden.

 

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