Positives Feedback bei der Birger-Forell-Sekundarschule in Espelkamp
Digitaler Unterricht funktioniert

Espelkamp (WB). Die Birger-Forell-Sekundarschule ist auch in Zeiten geschlossener Schulen in engem Kontakt mit ihren Schülerinnen und Schülern. Eine gute Organisation ist gerade jetzt die Basis einer erfolgreichen Umstellung auf eine digitale Beschulung. Und diese hat die Sekundarschule bereits vor der Corona-Krise in Angriff genommen.

Mittwoch, 08.04.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 05:01 Uhr
Unter dem Hashtag #stayathome rufen sowohl Schüler als auch Lehrer auf der Homepage der Birger-Forell-Sekundarschuledazu auf, zu Hause zu bleiben. Foto:
Unter dem Hashtag #stayathome rufen sowohl Schüler als auch Lehrer auf der Homepage der Birger-Forell-Sekundarschuledazu auf, zu Hause zu bleiben.

Die Schulleitung hatte nämlich bereits nach dem Sturm „Sabine“ eine Elterninformation herausgegeben, wie die Verfahrensweise im Falle einer vorübergehenden Schulschließung aussieht. Diese Vorbereitung habe sich nun bei der spontanen Schließung durch das Gesundheitsamt am Abend des 12. März ausgezahlt, berichtet Schulleiterin Anja Buhrmann.

Für alle Probleme finden sich Lösungen

Eine sehr gute technische Ausstattung, eine Schulmanagementlösung mit eigenen Mail-Adressen für Lehrkräfte und Schüler, einem Chatroom, einem Messenger, einem Aufgabenmodul und einem Newsbereich ermöglichen derzeit die Erreichbarkeit von Lehrkräften und Schülern. Natürlich müsse sich eine Umstellung auf die digitale Beschulung erst bei allen einspielen, sagt Buhrmann. Die Organisation der Technik stelle auch die Elternhäuser vor Herausforderungen. Zudem komme die Frage auf: Wann gestatte ich meinem Kind den Zugriff auf das Internet? Und nicht alle Elternhäuser verfügten über einen Drucker, zudem sei das Internet in einigen ländlichen Bereichen sehr schwach.

Auch die Schüler melden sich mit Bildern aus dem schulischen Homeoffice.

Auch die Schüler melden sich mit Bildern aus dem schulischen Homeoffice.

Die ersten Wochen aber hätten gezeigt, dass es Lösungen für diese Probleme gebe, berichtet die Schulleiterin. Auch die Schule habe dazugelernt. „Ein Lehrer schrieb ein Tutorial, wie das Aufgabenmodul von IServ, der Schulmanagementlösung, funktioniert. Das Tutorial wurde auf die Homepage gestellt. Dort nutzen es nun die Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler und auch Schulfremde“, nennt Anja Buhrmann ein Beispiel.

Die digitale Beschulung funktioniert an der Sekundarschule ansonsten aber ganz vielfältig. Die Lehrkräfte und Schüler haben beispielsweise einen Zugang zu einer Lernplattform bekommen, auf der sie Arbeitsblätter und Erklärvideos und viele andere Dinge nutzen können. „So konnten die Schüler des Jahrgangs 9 unter anderem im selbst entdeckenden Lernen den „Satz des Pythagoras“ erarbeiten, Lernplakate dazu anfertigen und Aufgaben bearbeiten“, sagt Buhrmann. Die Ergebnisse seien in diesem Fall per Foto in IServ hochgeladen worden und hätten so die Lehrkraft erreicht. Die Fachbereiche Musik und Kunst würden zudem gerade ein digitales Format entwickeln, mit dem die Schüler ermutigt werden sollen, sich zu Hause kreativ zu betätigen.

Videos auf der Schul-Hompage geben Hilfestellung

Hilfreich seien für die Schüler aber auch die Erfahrungen und Kompetenzen, die sie aus dem Werkstatt-Unterricht im Bereich des selbstständigen Arbeitens erworben hätten, meint die Schulleiterin. Diese würden ihnen jetzt helfen, sich zu Hause zu organisieren. Außerdem habe ihnen die Schule eine Strukturierungshilfe für die Planung ihrer Aufgabenbearbeitung zu Hause an die Seite gestellt. „Um den Schülerinnen und Schülern mit diagnostiziertem Förderbedarf gerecht zu werden, unterstützen die Sonderpädagoginnen die jeweiligen Fachlehrer. Das kann dann auch schon mal bedeuten, dass die Aufgaben den Kindern analog zur Verfügung gestellt werden“, erklärt Anja Buhrmann.

Normalerweise wimmelt es an der Sekundarschule nur so vor Schülern. Seit Mitte März ist das Schulgebäude leer.

Normalerweise wimmelt es an der Sekundarschule nur so vor Schülern. Seit Mitte März ist das Schulgebäude leer.

Und für die jüngeren Schüler gebe es auf der Homepage der Schule ein Video, das ihnen helfe, sich ihren Tagesablauf einzuteilen. Darüber hinaus biete die Schulsozialarbeit der Birger-Forell-Sekundarschule ein niedrigschwelliges Kontaktangebot an, falls die Situation zu Hause schwierig wird.

„Die Rückmeldungen von den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften und Eltern zeigen, dass die digitale Beschulung gut funktioniert. Viele Schülerinnen und Schüler sind motiviert, arbeiten an ihren Aufgaben und scheuen sich nicht, ihre Lehrkräfte zu kontaktieren, wenn sie Fragen und Anliegen haben“, sagt Buhrmann.

Die Lehrkräfte blieben zudem im Gespräch mit den Elternhäusern und versuchen, sich auf die verschiedenen Gegebenheiten in den Familien einzustellen.

Alle lassen sich auf die Veränderungen ein

Als Schule in evangelischer Trägerschaft möchte die Birger-Forell-Sekundarschule ihrer Schulgemeinde auch weiterhin Gelegenheit zur Andacht und Besinnung geben. Deshalb nutzt sie IServ nun auch, um eine wöchentliche Andacht hochzuladen. Und die Schülervertretung der Sekundarschule ist unter dem Hashtag #stayathome tätig geworden. Ihr sei es ein Anliegen, alle an der Birger-Forell-Sekundarschule Beteiligten dazu aufzufordern, zu Hause zu bleiben.

„Es ist bemerkenswert, wie schnell sich Lernende und Lehrende auf das digitale Medium eingelassen haben, wie vielfältig es genutzt wird, wie kreativ Lösungen gefunden werden“, zieht Anja Buhrmann deshalb ein erstes positives Fazit.

Alle Informationen der Sekundarschule gibt es hier.

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