Stadtentwicklungsausschuss: Architekt Andreas Krys stellt Baupläne im Bürgerhaus vor
Neue Halle kostet 4,75 Millionen Euro

Espelkamp (WB). An einem ungewöhnlichen Ort ist ein außergewöhnliches Projekt für Espelkamp vorgestellt worden.

Mittwoch, 22.04.2020, 20:00 Uhr
Architekt Andreas Krys erläutert auf dem Podium die Lage der neuen Stadtsporthalle an der Isenstedter Straße. Foto: Felix Quebbemann
Architekt Andreas Krys erläutert auf dem Podium die Lage der neuen Stadtsporthalle an der Isenstedter Straße. Foto: Felix Quebbemann

Die neue Stadtsporthalle soll südlich der jetzigen Rundturnhalle entstehen und wird nach ersten Schätzungen etwa 4,751 Millionen Euro kosten. Dies jedenfalls wurde den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstagnachmittag erläutert. Die Sitzung fand nicht, wie sonst üblich, im Rathaus statt. Aufgrund der Corona-Krise und der damit einhergehenden Abstandsregelung fanden sich die Mitglieder im Bürgerhaussaal ein. Dort hatte Thomas Mrozinski, zuständiger Hausmeister der Einrichtung, dafür gesorgt, dass die Tische sogar mehr Abstand als die geforderten zwei Meter hatten. Jeder Politiker nahm an einem Tisch Platz.

Einleitung

Nachdem Thorsten Blauert, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung in der Verwaltung, eine kurze Einleitung in das Thema gegeben hatte und das Projekt als „kein ganz unerhebliches“ bezeichnete, übernahm Architekt Andreas Krys vom beauftragten Architekturbüro Flörke und Krys aus Bünde.

Er betonte zunächst einmal, dass es sein Büro sehr gefreut habe, den Zuschlag für das Projekt zu erhalten. Ende März sei der Bauantrag eingereicht worden. „Die Ämter prüfen gerade.“ Die neue Halle wird eine Dreifach-Halle, die durch Trennwände von einer großen auf drei kleine Felder geteilt werden kann. Für sechs Umkleiden wird es drei große Duschräume geben. „In jeder Umkleide gibt es ein WC.“ Die benötigten Bänke in den Umkleiden haben jeweils eine Länge von zwölf Metern. „Das ist schon sehr komfortabel“, befand Krys. Eine separate Behinderten-Umkleide ist ebenfalls eingeplant.

Kraftsportraum

Wie bereits in der Rundturnhalle wird es auch im neuen Gebäude einen separaten Kraftsportraum geben. Zwei Geräteräume, Regie- und Abstellraum komplettieren das Angebot im Erdgeschoss.

Für jede Menge natürliches Licht sorgen unter anderem sechs Oberlichtbahnen in den Hallendecken. Neben möglichst viel natürlichem Licht haben die Architekten viel Wert auf Be- und Entlüftung gelegt. „Es soll so viel wie möglich mit natürlichem Licht und natürlicher Luft gearbeitet werden.“ Ein Aufzug sorgt für den behindertengerechten Zugang zum Obergeschoss. Darüber hinaus gebe es einen „sehr breiten Zugang zur Tribüne“ und großzügige Sitzmöglichkeiten für Behinderte.

Tribünen

Neben rund 50 festen Sitzplätzen gibt es eine dreigeteilte Teleskop-Tribüne, die die Anzahl der Sitzplätze auf etwa 350 vergrößert. Eine im Handball erstligataugliche Anzeigentafel macht es dem Publikum einfach, den Spielstand zu verfolgen.

Im Obergeschoss gibt es zudem einen Aufenthalts- und Besprechungsraum mit einer Glasmobilwand, die geöffnet werden kann. Die Toiletten für Behinderte und Nicht-Behinderte sowie ein Lagerraum komplettieren das Angebot im ersten Stock.

Ökologisch sinnvoll erachtet Krys die Anlage eines Gründachs auf den vorgelagerten Bereichen der Halle. Die Halle ist umschlossen von einer Rockpanelfassade. Davon könne zum Beispiel Graffiti leicht beseitigt werden.

Die Kosten des Projekts bezifferte Krys auf 4,751 Millionen Euro. Dafür soll ein Förderantrag gestellt werden. Bei einer Zusage würden 80 Prozent der Kosten gefördert werden.

Der größte Anteil der Kosten entfällt auf den Bereich der Kon-struktion. Dort sind die Außenwände zum Beispiel mit 1,041 Millionen Euro veranschlagt. Die Rockpanelfassade schlägt mit 523.000 Euro zu Buche.

Die neue Halle soll südlich der Rundturnhalle gebaut werden. „Dafür müssen einige wenige Bäume gefällt werden. Es werden aber nicht so viele werden“, versprach Krys. Der Tartan- und Bolzplatz müsste weichen und würde an der Stelle der alten Rundturnhalle neu angelegt werden.

Dachinstallation

Die Installation des Daches ist bei den Gesamtkosten mit 679.000 Euro eingerechnet. Des Weiteren müssen alleine 135.000 Euro für einen Tiefergründung, das heißt einem tieferen Erd-Aushub, eingerechnet werden. Krys sagte, dass ein Bodengutachter festgestellt habe, dass „der Baugrund nicht so tragfähig ist, wie er sein sollte“. Daher müssten Maßnahmen ergriffen werden, die die Halle sicher stehen ließen. „Man muss halt tiefer gehen“, so Krys. Neben 1,1 Millionen Euro für die technischen Anlagen, werden 288.000 Euro für die Außenanlagen und die Beleuchtung veranschlagt.

Die Fassade

Würde man die Rockpanelfassade gegen eine günstigere Alternative eintauschen und beispielsweise die Bepflanzung auf den Vordächern einsparen, könnten die Kosten von 4,751 auf 4,3 Millionen Euro gedrückt werden, erläuterte Krys.

Der Architekt sprach sich aber deutlich für die Rockpanelfassade aus. Die führe zu einer „lebendigen Gestaltung mit Platten und verschiedenen Grüntönen“. Die Fassade werde dadurch „frisch und lebendig aussehen“.

Blauert und Krys betonten, dass es mit Blick auf die Kosten „fast eine Punktlandung“ geworden sei. Nach Fragen der Politiker (wir berichten noch) votierte der Ausschuss einstimmig für die Umsetzung der vorgestellten Pläne.

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