Neue Sporthalle: Politiker loben Zusammenarbeit im Vorfeld und geben Anregungen
Vorbereitungen sind voll im Plan

Espelkamp (WB). 4,751 Millionen Euro soll der Bau der neuen Stadtsporthalle an der Isenstedter Straße kosten. Einstimmig befürworteten die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses die Pläne zum Bau.

Freitag, 24.04.2020, 06:46 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 16:50 Uhr
Architekt Andreas Krys, Architekturbüro Flörke und Krys, erläutert die Pläne für die neue Sporthalle in Espelkamp. Die Rundturnhalle muss abgerissen werden, weil bei ihr der krebserregende Stoff PCB nachgewiesen wurde. Foto: Felix Quebbemann
Architekt Andreas Krys, Architekturbüro Flörke und Krys, erläutert die Pläne für die neue Sporthalle in Espelkamp. Die Rundturnhalle muss abgerissen werden, weil bei ihr der krebserregende Stoff PCB nachgewiesen wurde. Foto: Felix Quebbemann

In der Sitzung, die aufgrund der Corona-Pandemie im Bürgerhaus-Saal abgehalten wurde, gab es jedoch in einigen Punkten noch Klärungsbedarf. Daher nutzten die Politiker die Gelegenheit, dem ausführenden Architekten An­dreas Krys vom Architekturbüro Flörke und Krys nach dessen Ausführungen Fragen zu stellen.

Eine Absage erteilte Krys der Annahme, dass die neue Einrichtung als Multifunktionshalle genutzt werden kann. „Die Halle ist ausschließlich für Sportveranstaltungen nutzbar“, erläuterte er. Für eine Multifunktionshalle seien „ganz andere Parameter zu beachten“, sagte Krys – zum Beispiel beim Brandschutz.

Gerd-Udo Sasten (CDU) äußerte sich zudem kritisch zu einem geplanten Gründach, das auf den vorgezogenen Baukörpern angelegt werden soll. „Ob wir uns damit einen Gefallen tun?“, fragte er. In Espelkamp gebe es bereits ein Gründach, „das weiß Gott nicht gut aussieht“.

Krys befürwortete diese Idee explizit und erklärte, dies sei ökologisch sinnvoll. Zudem habe man vom Foyer- und Aufenthaltsbereich im ersten Stock einen „schönen Blick auf das Gründach.“ Thorsten Blauert, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, stimmt Krys zu und sagte, wenn man es gut bepflanze, habe man auch gute Qualität auf dem Dach. „Es ist gegenüber einem Kiesbett die bessere Variante.“

„Punktlandung bei den Kosten“

André Stargardt (SPD) lobte die Zusammenarbeit der Ratsfraktionen mit den Experten der Verwaltung und den Architekten im Arbeitskreis. Dort wurden die vorbereitenden Maßnahmen für den Bau getroffen. Auch die Mitwirkung des jetzigen Rundturnhallen-Wartes Herbert Zahnhausen stellte er heraus. „Er hatte an der richtigen Stelle auch die richtigen Einwände.“ Stargardt befand, dass man mit den 4,751 Millionen Euro, die für den Bau veranschlagt wurden, „im Großen und Ganzen eine Punktlandung bei den Kosten hinbekommen hat“. Auch Umwelt- und Klimaaspekte fänden sich bei dem Bau wieder.

Florian Craig, Bündnis 90/Die Grünen, bewertete die vorgestellten Planungen als „ein gutes Ergebnis“. Er stellte insbesondere die Pläne für ein grünes Pflanzdach heraus.

Paul-Gerhard Seidel, Unabhängige, warnte davor, dass die Kosten beim Brandschutz wieder aus dem Ruder laufen könnten. Er erinnerte an die Entwicklungen bei der jetzigen Auewaldgrundschule. Dort hatten die explodierenden Brandschutzkosten zu heftigen Diskussionen zwischen Parteien und Verwaltung geführt.

Zudem hofft Seidel, dass „die behinderten Menschen beim Bau auch genug beachtet wurden“. Er bedauerte, dass es noch keinen entsprechenden Beirat in der Stadt gebe, der weitere Impulse hätte geben können. Darüber hinaus bat Seidel, dass der noch existierende Tartan- und Bolzplatz neben der jetzigen Rundturnhalle „nicht in Vergessenheit gerät“. Der Politiker wollte zudem wissen, was der Abbruch der mit dem krebserregenden Stoff PCB belasteten Rundturnhalle kostet.

Abbruch kostet 500.000 Euro

Blauert erläuterte, dass der Abbruch mit 500.000 Euro einkalkuliert worden sei, und diese Kosten mit gefördert werden sollen. Der Antrag für die Förderung des Hallenneubaus müsse bis Ende September eingereicht werden. Die Förderhöhe betrage 80 Prozent der Baukosten, erläuterte Wilfried Windhorst (CDU), Ausschuss-Vorsitzender. Und Blauert machte unmissverständlich klar, dass es entweder diese 80 Prozent geben wird oder gar nichts.

Irritiert zeigte sich Blauert über die Befürchtung, der Tartan- und Bolzplatz könne vergessen werden. „Das ist mit einkalkuliert.“ Auf dem ehemaligen Platz der Rundturnhalle werde ein neuer Bolzplatz entstehen: „Das ist auch die Forderung der Bezirksregierung.“

Zur Befürchtung Seidels, die Kosten für den Brandschutz könnten aus dem Ruder laufen, sagte Krys, dass man einen Brandschutzsachverständigen im Team habe. Der habe im Vorfeld auch schon Kontakt mit der Feuerwehr aufgenommen. Krys führte zudem aus, dass die Barrierefreiheit in der Halle selbstverständlich sei. Er sehe die Forderungen in diesem Bereich umfänglich erfüllt. Diesen Bereich hält Krys zudem für „sehr wichtig“. Der Architekt fügte zudem an, dass es in der Halle auch W-Lan gebe. Abschließend sagte Blauert: „Wir sind im Zeitplan.“ Der Ausschuss gab einstimmig sein „Okay“ für die Pläne und sorgte dafür, dass es keine Verzögerung im Plan gibt.

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