Stadt Espelkamp nimmt mit der Ellerburg am bundesweiten Förderpreis teil
Bis zu 15.000 Euro winken

Espelkamp (WB). Jahrzehntelang ist die Ellerburg für die Stadt Espelkamp und für alle interessierten Bürger ein Diskussionsobjekt, ja manchmal sogar ein Ärgernis gewesen. Nun soll das Gebäude, das ja eigentlich gar keines mehr ist, einen Bundespreis für Espelkamp gewinnen.

Mittwoch, 29.04.2020, 20:00 Uhr
Die Grundmauern ragen heraus. Ansonsten ist die Schönheit der Ellerburg nur noch zu erahnen. Foto: nokem
Die Grundmauern ragen heraus. Ansonsten ist die Schönheit der Ellerburg nur noch zu erahnen. Foto: nokem

Thorsten Blauert, zuständiger Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, erklärte am MIttwoch, dass Espelkamp mit der Ellerburg bei dem erstmals aufgerufenen Preis Stadtgrün 2020 an den Start gehen will – und zwar unter der Kategorie „genutzt“. „Die Stadt Espelkamp hat im Bereich Stadtgrün in den vergangenen Jahren viele Projekte zusammen mit weiteren Akteuren geplant und umgesetzt. Das Projekt Ellerburg sticht dabei besonders hervor und ist bestens geeignet, stellvertretend für die Projekte in Espelkamp beim Wettbewerb ins Rennen zu gehen.“

Preis-Premiere

Der Bundespreis Stadtgrün feiert in diesem Jahr seine Premiere und soll die vielfältige Bedeutung der öffentlichen Freiräume mit ihren zahlreichen Funktionen hervorheben. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, das als Ausrichter fungiert, stellt dabei unter anderem die sozialen, integrativen, kulturellen, ökologischen und touristischen Aspekte der teilnehmenden Projekte heraus. Im Mittelpunkt des Preises stehe der Mehrwert öffentlicher Grün- und Freiräume für den Menschen, heißt es vom Bundesministerium.

Die Ellerburg ist jedenfalls beim Wettbewerb in einer illustren Gesellschaft. So haben sich zum Beispiel Städte wie Münster (mit dem Aaseepark) oder Uslar (mit der blühenden Fachwerkstadt) beworben.

Bereits im Januar dieses Jahres sei die Stadtverwaltung auf den Stadtgrün-Preis 2020 aufmerksam geworden, so Blauert. Dass sich für die Jury ein Blick auf den Steckbrief der Ellerburg durchaus lohnt, zeigt ein Auszug daraus. So zeichnet der Steckbrief unter der Überschrift Projektbezeichnung die umfangreiche Historie der Ellerburg nach – vom Erwerb des Geländes und der einsturzgefährdeten Gebäude bis hin zur Entwicklung des einzigartigen Konzeptes.

Bodendenkmal

2014 als Bodendenkmal eingetragen, sollen an der Stelle der ehemaligen Wasserburg nun Lesungen und Konzerte in den Ruinen stattfinden. Für derlei Veranstaltungen ist die Ellerburg wie geschaffen. Dies wird auch in der Projektbeschreibung deutlich.

Es wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass Bauvorhaben wie die Wiedervernässung der Gräfte rund um die Grundmauern zwar fehlschlugen, neue, kreative Ideen aber umgehend erarbeitet wurden – unter anderem durch den Heimatverein Fiestel, die Stadt Espelkamp und den Verein Herrenhäuser und Parks im Mühlenkreis Die Burg als Lernort wird unter anderem mit einem Stelenkonzept umgesetzt.

Dotierung

Dotiert ist der bundesweite Förderpreis mit einer Gesamtsumme von 100.000 Euro. Vorgesehen ist, je Kategorie ein Hauptpreis und zwei Anerkennungen zu vergeben. Die Hauptpreise sind mit je 15.000 Euro, die Anerkennungen mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Insgesamt gibt es vier Kategorien – neben der Ellerburg-Kategorie „genutzt“ werden auch noch Mittel für die Kategorien „gebaut“, „gepflegt“ und „gemanagt“ vergeben.

Historie

Die Ellerburg ist Mitte des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnt worden. Nach mehreren Besitzerwechseln verfielen die Gebäude zusehends.

Am Ende wurden die Grundmauern der Wasserburg nur noch von schweren Holzbalken gestützt. Vor etwa acht Jahren wurde der Abriss der Burg beschlossen. Zwei Jahre später rückten die Bagger an.

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