Espelkamperin Elfriede Krause tritt auch noch mit 89 Jahren in die Pedale
Die rüstige Radel-Rentnerin

Espelkamp (WB/fq). „Sport ist Mord“ – dieses Sätzchen führen die Sportmuffel gerne mal an, wenn sie die lieb gewonnene Couch verlassen sollen, um sich ein bisschen zu bewegen.

Donnerstag, 04.06.2020, 21:00 Uhr
Dieses Bild wird vielen Espelkampern bekannt vorkommen. Elfriede Krause ist mit dem Fahrrad unterwegs. Die 89-Jährige ist seit 1962 Mitglied im ATSV und betont, dass sie allen Übungsleitern und Turnschwestern des ATSV sehr dankbar sei. Foto:
Dieses Bild wird vielen Espelkampern bekannt vorkommen. Elfriede Krause ist mit dem Fahrrad unterwegs. Die 89-Jährige ist seit 1962 Mitglied im ATSV und betont, dass sie allen Übungsleitern und Turnschwestern des ATSV sehr dankbar sei.

In Zukunft braucht es für die „Couch-Potatoes“ keine große Überredungskunst mehr, um den Vorteil von Bewegung und Sport zu erkennen. Denn mit Elfriede Krause gibt es ein sehr lebendiges Beispiel dafür, dass Sport fit und gesund hält.

Seit 1953 wohnt Elfriede Krause in Espelkamp. Sie hat somit den Aufbau der Stadt Espelkamp hautnah miterlebt. Die heute 89-Jährige ist aber nicht nur eine eingefleischte Espelkamperin. Sie liebt auch die Bewegung – vor allem das Radfahren – und ist in ihrem hohen Alter noch „fit wie ein Turnschuh“.

Das haben nun die beiden ATSV-Urgesteine Hannelore und Herbert Schantowski miterlebt. Denn Elfriede hat sich vor kurzem wieder einmal aufs Rad geschwungen und ist zu den Schantowskis geradelt. Auf der Terrasse haben Hannelore Schantowski und Elfriede Krause Platz genommen.

ATSV-Turngruppe

Fitness stand schon immer im Mittelpunkt von Elfriede Krause. Am 21. Mai 1962 trat sie in die ATSV-Turngruppe ein. „Der ATSV ist meine Heimat“, sagt die rüstige Seniorin. Viele Espelkamper sind der radelnden Rentnerin sicherlich schon einmal auf dem Radweg begegnet.

„Seit meiner Kindheit in Ostdeutschland fahre ich Fahrrad“, sagt die 89-Jährige. Mit ihrer Turnschwester und Übungsleiterin Heidi Dahl war sie mit dem Drahtesel schon in ganz Deutschland unterwegs. Besonders gern ist sie an verschiedenen Flüssen entlang gefahren – wie zum Beispiel Oder, Weser, Rhein, Inn, Havel, Werra und Elbe.

Und dabei erlebt man mitunter die skurrilsten und lustigsten Dinge. Elfriede erinnert sich an eine Begebenheit, die sich vor etlichen Jahren ereignet hat: „Ein besonderes Erlebnis hatten Heidi Dahl und ich an der Oder. Dort nämlich vergaß Heidi ihre Bluse in einer Unterkunft.“ Dieses Missgeschick fiel natürlich erst auf, als es überhaupt keinen Sinn mehr machte, noch umzudrehen. Die Bluse wurde zunächst ihrem Schicksal überlassen.

Doch zwei Jahre später fuhr Elfriede Krause wieder an der Oder entlang und machte dort Station, wo die Bluse vor mehr als 700 Tagen sträflich allein gelassen wurde. Die 89-Jährige fragte nach und erhielt doch tatsächlich das Kleidungsstück ausgehändigt, das dann den sicheren Heimweg nach Espelkamp antreten konnte.

Riga und Tallinn

Die Radtouren von Elfriede Krause führten sie aber nicht nur durch unzählige Orte im Inland. Auch Riga, die Hauptstadt Lettlands, und Tallinn, die Hauptstadt Estlands, hat sie mit dem Fahrrad erkundet und „dabei nette Leute kennen gelernt“, wie sie sich erinnert.

Die Zeiten haben sich geändert: Früher rief Elfriede Krause immer aus einer der vielen Telefonzellen zu Hause an, um den Daheimgebliebenen von ihren Erlebnissen zu berichten und mitzuteilen, dass wieder einmal eine tolle Radfahr-Etappe hinter ihr liegt. „Heute gibt es ja ein Handy“, sagt die Espelkamperin, die übrigens nicht nur auf dem Fahrrad ihre Fitness in Form hält. Insgesamt 18 Mal hat sie bei Heidi Dahl das Sportabzeichen in Gold absolviert

Zugegeben, die Strecken, die Elfriede Krause, heute fährt, sind etwas kürzer geworden. Große Freude hat sie aber immer noch daran, in die Pedale zu treten. Inzwischen fährt sie gern mit ihrer Freundin am Mittellandkanal bis nach Bad Essen.

Natur pur

Und dabei genießt sie die Natur. Sie freut sich über die Vögel, die sie auf ihren Touren begleiten. Und wenn sie sich abends im Garten erholt, wird sie von den Fledermäusen begrüßt. Ein Ritual hat die 89-Jährige ebenfalls. Jede Woche fährt sie am Haus von Bürgermeister Heinrich Vieker vorbei und beobachtet das dort heimisch gewordenen Storchenpaar.

Hannelore Schantowski zeigt sich nach dem Besuch der Espelkamper Radlerin begeistert: „Elfriede war beinahe zwei Stunden bei uns auf der Terrasse und hat über ihr Leben erzählt. Wenn alle Menschen so fit wären mit beinahe 90 Jahren, wäre die Rentenversicherung wohl schon pleite“, sagt Hannelore Schantowski mit einem Schmunzeln im Gesicht.

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