Espelkamper Grüne stellen ihre Kandidaten für die Kommunalwahlen auf
„Vier Sitze im Rat sind realistisch“

Espelkamp (WB). Die Vorsitzende der Espelkamper Grünen, Liesel Steinkamp, hat die ehrgeizigen Ziele ihrer Partei für die Kommunalwahlen aufgezeigt: „Nach den derzeitigen Umfragewerten für die Grünen haben wir ausgerechnet, dass es durchaus realistisch ist, dass wir zu viert in den Rat kommen.“ Im Moment hat die Fraktion zwei Mitglieder.

Donnerstag, 25.06.2020, 08:00 Uhr
Die Espelkamper Grünen gehen zuversichtlich in die Kommunalwahlen 2020 (von links): Vorsitzende Liesel Steinkamp, Dina Heinze, Alfred Bußmann, Elke Schmidt-Sawatzki, Bürgermeisterkandidat Florian Craig und Petra Walter-Bußmann. Foto: Arndt Hoppe
Die Espelkamper Grünen gehen zuversichtlich in die Kommunalwahlen 2020 (von links): Vorsitzende Liesel Steinkamp, Dina Heinze, Alfred Bußmann, Elke Schmidt-Sawatzki, Bürgermeisterkandidat Florian Craig und Petra Walter-Bußmann. Foto: Arndt Hoppe

Die Kandidatenkür bei ihrer Wahlversammlung Ende Mai sei einstimmig und sehr harmonisch verlaufen. Das Quartett, das bei einem entsprechenden Ergebnis die Grünen im Rat vertreten würde, hat der Ortsverband jetzt vorgestellt. „Wir freuen uns, dass wir diese ersten vier Listenplätze einerseits paritätisch mit Frauen und Männern besetzen und gleichzeitig einen guten Mix aus jungen und erfahrenen Kommunalpolitikern ins Rennen schicken können“, sagte Liesel Steinkamp. Die ersten der Reserveliste sind neben Florian Craig , dem grünem Bürgermeisterkandidaten, Elke-Schmidt-Sawatzki, Dina Heinze und Alfred Bußmann.

Gegen „Gutsherrn-Politik“

„Unser Großes Ziel ist, eine absolute Mehrheit der CDU zu brechen und die grüne Fraktion im Rat zu verstärken“, erklärt Elke Schmidt-Sawatzki, die nicht nur lange Jahre Ratsfrau in Espelkamp war, sondern sich auch überregional politisch engagiert. Ihre Schwerpunkte sieht die Geschäftsführerin des Hexenhauses in den Bereichen Soziales, Bildung und Stadtgestaltung, die sich nicht nur an den Bedürfnissen bestimmter Gruppen orientieren dürfe. Ihr liege auch der Ausgleich zwischen Bevölkerungsgruppen am Herzen, sagte sie. „Viele wandern derzeit aus Espelkamp ab, unter anderem nach Niedersachsen.“ In den vergangenen Jahren habe die Espelkamper CDU aufgrund ihrer absoluten Mehrheit eine „Gutsherrn-Politik“ betrieben und oft ein bestimmtes Klientel bedient, sagte Schmidt-Sawatzki. Mit der „Thronfolge“ durch Henning Vieker sei eine logische Fortsetzung dieser Politik zu erwarten. „Das ständige ‚Nach-hinten-Schauen‘ muss aufhören“, sagte sie.

Andere Perspektiven im Rat

Aus diesem Grund freue sie sich über die Entscheidung für Florian Craig als jungen grünen Bürgermeisterkandidaten. Spitzenkandidat Craig sagte, er freue sich über die paritätische Besetzung der grünen Kandidatenliste: „Es gibt im Stadtrat einen deutlichen Männerüberhang. Wir brauchen andere Perspektiven.“ Ihm fehle im Rat nicht nur die weibliche, sondern unter anderem auch die „migrantische Perspektive“. Seine Schwerpunkte sieht Craig in den klassisch-grünen Themen Umwelt- und Klimaschutz, Radverkehr und ÖPNV. „Espelkamp ist prädestiniert, alternative Mobilität voranzubringen. Aber zurzeit wird zuerst für das Auto geplant und erst dann wird ‚der Rest‘ bedacht.“ Nutzung von Rad, Bus und Bahn sei sinnvoller, als dass alle Bürger auf E-Autos umstiegen.

Klimaschutzmanagement

Mit Dina Heinze (33) und Alfred Bußmann (66) haben die Espelkamper Grünen zwei neue Gesichter für die Espelkamper Kommunalpolitik gewinnen können. Die studierte Umweltwissenschaftlerin Dina Heinze war zuvor schon politisch aktiv. „Ich bin seit 15 Jahren Mitglied der Grünen, war bei der Grünen Jungend in Bielefeld, zeitweilig auch im Vorstand. Später war ich auch im Kreisvorstand der Bielefelder Grünen.“ Nach dem Studium habe sie die Stelle einer Umweltbeauftragten in einem großen Espelkamper Unternehmen angetreten. Aufgrund des wissenschaftlichen Hintergrundes seien ihre Themen klassische Umweltthemen. „Da ist zum Beispiel die Energieeffizienz öffentlicher Gebäude wichtig, etwa die bessere Wärmedämmung und erneuerbare Energien.“ Wie ihre Mitstreiter hält sie es für wichtig, dass die Stadt einen Klimaschutzmanager bekommt: „Das ist eine ganzheitliche Aufgabe, da ist eine Zusammenarbeit und ein Konzept notwendig.“

Zuerst mit Menschen reden

Alfred Bußmann ist schon 30 Jahre bei den Grünen, bis auf eine Zeit in einem Kreisausschuss politisch nicht sehr aktiv. Der Familienvater und Großvater war bis zum Wechsel in den Ruhestand viele Jahre Hausarzt in Levern. „Espelkamp ist für mich Neuland. Aber das hat vielleicht den Charme, dass man einen unvoreingenommen Blick von außen hat.“ Bußmann fasste seine Prioritäten für Kommunalpolitiker zusammen: 1. Mit den Menschen reden, 2. Fragen stellen, 3. externen Sachverstand nutzen, 4. Meinung bilden. „Viele, die in den Gremien sitzen, haben diese Reihenfolge nicht mehr auf dem Schirm“, sagte er. Als Mediziner habe er „das Ohr stets nah am Menschen gehabt, wie man lebt und arbeitet auf dem Lande“. Auch wenn Espelkamp eine Stadt sei, so lebten doch zwei Fünftel der Leute in den Dorfern. Ihm sei die ortsnahe Versorgung wichtig „für die, die nicht mehr so mobil sind“. „Zum Beispiel wäre an Praxisfilialen in den größeren Dörfern zu denken.“ Bei den Schulen müsse das Motto „Kurze Beine, kurze Wege“ gelten.

Die Kandidaten

Kandidaten (Listenplatz/ Wahlbezirk) : Florian Craig (1./Bezirk 170 Gestringen), Elke Schmidt-Sawatzki (2./60 Zentrum), Dina Heinze (3./160 Isenstedt-West), Alfred Bußmann (4./30 Zentrum), Liesel Steinkamp (5./120 Altgemeinde/Schmalge), Gerrit Leißner (6./110 Zentrum), Angelika Gauselmann (7./100 Zentrum), Sigrid Hellmich (8./20 Zentrum), Petra Walter-Bußmann (9./130 Frotheim Ost), Günter Sawatzki (10./80 Zentrum), Cornelia Clauder (11./40 Zentrum), Andreas Sültrup (12./190 Fabbenstedt/Vehlage), Sigrid Meier (13./140 Frotheim-West), Johannes Schlösser (14./150 Isenstedt-Ost), Heike Feldmann (15./70 Zentrum), Tobias Maßmann-Heinze (16./90 Zentrum), Gilda Frerichs, (17./10 Zentrum), Joachim Zscheile (18./ ohne Wahlbezirk), Karin Lohkamp (19./180 Fiestel), und Hans-Wolfgang Grage (20./50 Zentrum).

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