Hauptstraße fertig und Neißer Straße nach anfänglicher Verzögerung im Plan
Baustellen kommen gut voran – jetzt

Espelkamp (WB). Sommerzeit ist Baustellenzeit, speziell auf Straßen. Auch in Espelkamp wird an mehreren Orten gebuddelt. Größtes Projekt ist da sicherlich die Sanierung der Neißer Straße – eine in der Bürgerschaft durchaus umstrittene Maßnahme , für die viel Erde bewegt wird. Eher unbemerkt geblieben ist dagegen bisher, dass eine andere langwierige Baumaßnahme inzwischen tatsächlich abgeschlossen ist: Die Hauptstraße (L 766) in Gestringen ist seit knapp einer Woche wieder für den Verkehr freigegeben, auch wenn viele Sperrungs- und Umleitungsmarkierungen noch nicht abmontiert worden sind.

Dienstag, 28.07.2020, 05:25 Uhr aktualisiert: 28.07.2020, 05:30 Uhr
Große Erdbewegungen finden derzeit an der Neißer Straße statt. Die Straße wird von Grund auf erneuert. Dabei werden auch gleich in Teilen neue Kanalrohre und Versorgungsleitungen verlegt. Die Gehwege sollen außerdem verbreitert werden. Foto: Andreas Kokemoor
Große Erdbewegungen finden derzeit an der Neißer Straße statt. Die Straße wird von Grund auf erneuert. Dabei werden auch gleich in Teilen neue Kanalrohre und Versorgungsleitungen verlegt. Die Gehwege sollen außerdem verbreitert werden. Foto: Andreas Kokemoor

Eigentlich ist die Hauptstraße nur auf einer Länge von etwa 300 Metern aufgerissen worden. Der Grund sind vorbereitende Arbeiten für die Erschließung eines kleines Baugebiets südlich der Straße und östlich der Lübbecker Straße. Neue Kanalrohre mussten verlegt werden, damit auf dem Wohnbaugebiet neue Hausanschlüsse hinzukommen können. Doch weil es sich bei der Hauptstraße um eine Landesstraße mit hoher Bedeutung für den Fernverkehr handelt, hat die dortige kleine Vollsperrung eine großräumige Absperrung mit Umleitungsausweisungen nach sich gezogen, erläuterte Stadtwerkechef Klaus Hagemeier auf Anfrage dieser Zeitung.

Versorgungsleitungen im Weg

Obwohl mit den Arbeiten bereits nach den Sommerferien 2019 begonnen wurde, konnte die Baustelle erst jetzt abgeschlossen und geräumt werden. Der Grund: „Das Längsverlegen der neuen Kanalrohre wäre nicht gelungen, ohne die dortigen anderen Versorgungsleitungen zu beschädigen. Diese mussten also zuvor versetzt werden“, erläuterte Hagemeier. Natürlich hätten die Stadtwerke Planunterlagen über den Ist-Zustand unter der Hauptstraße gehabt. „Aber erst wenn wir vor Ort sind und den Boden aufgemacht haben, sehen wir, ob es sich wirklich so verhält.“ Das war in Gestringen leider nicht der Fall, und so musste zunächst für die Versorgungsleitungen eine neue Planung aufgestellt werden. Auch hierfür bedurfte es wieder einer Genehmigung und Ausschreibungen, denn hierfür ist nicht die Stadt zuständig, sondern der Straßenbaubetrieb des Landes. Im Frühjahr konnten dann nach der Winterpause schließlich die Restarbeiten durchgeführt und die Fahrbahn wieder geschlossen werden.

Auf die Kosten für die Erschließung wird sich die Verzögerung wohl nur geringfügig auswirken, sagte der Stadtwerkechef. Auch wenn die Abrechnung noch nicht vorliegt, geht er aber davon aus, dass für das lange Aufrechterhalten der Baustelle dann schon mehr Kosten zu Buche schlagen werden.

An der Neißer Straße läuft es jetzt

Bei der Neißer Straße liegt der Kostenrahmen bei etwa 600.000 Euro für die Straßenbau. In zwei Abschnitten wird die 460 Meter lange Verkehrsader von Grund auf saniert. Ende März ging es los, fertig wird das Ganze voraussichtlich Ende September sein. Zu Beginn war es zu einer Verzögerung gekommen, weil die Anschlussbohrung für die Kanalrohre unter der Isenstedter Straße hindurch nicht wie geplant verlief und aufgrund überraschender Bodenverhältnisse ein anderes Gerät herbeigeschafft werden musste. „Der Boden ist leider nicht so homogen, wie wir uns das vorstellen“, erläuterte Hagemeier die Planabweichung trotz Bodenprobe.

Dadurch dass nicht allein die Fahrbahn der Neißer Straße, sondern auch die beiden Gehwege erneuert werden, ist die Beeinträchtigung für die Anwohner in der Bauphase beträchtlicher als andernorts. Die Gehwege werden den neuen Baustandards angepasst und auf 2,50 Meter verbreitert, erläutert Klaus Hagemeier. Die Gestaltung der Straße bleibe ansonsten gleich. Außerdem ertüchtigen die Espelkamper Stadtwerke in Teilen der Neißer Straße die Kanalisation, und Westnetz erneuert die dortigen Gas- und Stromleitungen.

Weitere Straßenbauprojekte

Noch bis Mitte Oktober wird eine vor zwei Wochen aufgenommene Baustelle im Industriegebiet West dauern, wo an der Marie-Harting-Straße für etwa 350.000 Euro ein Kreisverkehr entsteht. Die Bauarbeiten an einem etwa 200 Meter langen Teilstück des Gehwegs an der Präses-Ernst-Wilm-Straße sind dagegen fast abgeschlossen und werden etwa 100.000 Euro kosten. Und Ende Juni wurde bereits die Ostlandstraße mit Anschluss an die Beuthener Straße fertiggestellt.

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