Bewerber für alle Bezirke außer in Lübbecke und Stemwede
AfD meldet Bürgermeister-Kandidaten an

Espelkamp (WB). Die AfD hat für Espelkamp einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. „Die Unterlagen sind abgegeben“, bestätigte dies Kreissprecher Sebastian Landwehr am Montag, nachdem er die Kandidatur bereits bei Facebook bekannt gegeben hatte. Aber um wen es sich handelt, das wollte Landwehr noch nicht öffentlich machen. Dies werde in den nächsten Tagen folgen.

Montag, 27.07.2020, 22:47 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 22:50 Uhr
Die AfD will in das Espelkamper Rathaus einziehen. Die rechtspopulistische Partei hat offenbar einen Bürgermeisterkandidaten sowie Bewerber für alle Wahlbezirke bei der Stadtratswahl vorgeschlagen. Foto: Andreas Kokemoor
Die AfD will in das Espelkamper Rathaus einziehen. Die rechtspopulistische Partei hat offenbar einen Bürgermeisterkandidaten sowie Bewerber für alle Wahlbezirke bei der Stadtratswahl vorgeschlagen. Foto: Andreas Kokemoor

Die rechtspopulistische Partei stellt nun in Minden, Petershagen und Espelkamp Bürgermeisterkandidaten. In Espelkamp kandidieren bereits Henning Vieker (CDU), Melanie Detering-Vehlber (parteilos, unterstützt von der SPD), Florian Craig (Grüne) und Paul-Gerhard Seidel (Die Unabhängigen) bei der Bürgermeisterwahl.

Janzen ist es nicht

Dietrich Janzen jedenfalls wird dieser Bürgermeisterkandidat für Espelkamp nicht sein. Sebastian Landwehr bestätigte, dass Janzen, der sich 2017 vergeblich für einen Stadtverband eingesetzt hatte, die Partei verlassen hat. Janzen hat bereits eine neue politische Heimat gefunden: Am 20. Juni ist er auf der Gründungsversammlung des NRW-Landesverbands von „Bündnis C“ zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt worden. Bündnis C ist die Nachfolgepartei der Partei bibeltreuer Christen PBC.

95 Prozent aller Wahlbezirke besetzt

Nach Auskunft von Sebastian Landwehr hat die AfD auch am Montag noch, zum letztmöglichen Termin, Kandidatenvorschläge für die Ratswahlen bei den örtlichen Wahlämtern eingereicht. „Wir haben von den kreisweit 229 Wahlbezirken 217 mit eigenen Direktkandidaten besetzt. Das sind 95 Prozent“, sagte der Kreissprecher. Damit deckt die AfD nach eigenen Angaben alle Kommunen des Kreises einschließlich Espelkamp komplett ab – mit Ausnahme von Lübbecke, wo 12 von 19 Bezirken besetzt wurden, und Stemwede, wo die Partei in 11 von 16 Bezirken antritt. Dies alles ist aber vorbehaltlich der in Kürze tagenden örtlichen Wahlausschüsse zu sehen. Dort wird entschieden, welche Wahlvorschläge am 13. September zugelassen werden. In Espelkamp ist dieser Termin am Montag, 3. August, um 16 Uhr im Rathaus.

Sebastian Landwehr sagte, die Werbeaktionen der AfD an den vergangenen Wochenenden etwa in der Lübbecker Fußgängerzone hätten den Durchbruch bei der Kandidatensuche gebracht. „In der Wahlkabine sieht ja keiner, wo jemand sein Kreuzchen macht. Aber auf dem Wahlschein mit seinem Namen zu stehen, das ist noch einmal etwas anderes“, sagte Landwehr zu den Schwierigkeiten seiner Partei, Mandatsbewerber zu finden.

AfD-Hochburg Espelkamp

Gerade in Espelkamp erhofft sich die AfD eine gewichtige Rolle. „Hier haben wir unser größtes Wählerpotenzial. Wir wollen bei der Bürgermeisterwahl eine Stichwahl erzwingen und im Rat die Vormachtstellung der CDU beenden“, sagte Landwehr.

Bei den Kommunalwahlen 2014 war die AfD nur auf Kreisebene, also für den Kreistag, angetreten und hatte 5180 Stimmen (4,2 Prozent) erreicht. Bei der Europawahl 2019 erzielte die AfD kreisweit 12.800 Stimmen (9,1 Prozent). Hochburg war Espelkamp mit 12,8 Prozent (1199 Stimmen).

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