Coronavirus: Kleinkunstbrettlbühne des Bürgervereins wird 2020 nicht mehr bespielt
„Mein Team ist traurig“

Espelkamp-Gestringen (WB). Die Corona-Pandemie ist noch nicht ausgestanden. Schwere Entscheidungen müssen weiterhin beinahe täglich gefällt werden. Eine solch schwere Entscheidung hat nun der Bürgerverein Gestringen um seinen emsigen Präsidenten Addi Alexis Schaefer bekannt gegeben.

Donnerstag, 30.07.2020, 18:00 Uhr
Die Alte Schule und Addi Schaefer bilden seit mehr als vier Jahrzehnten eine beispiellose kulturelle Symbiose. Für 2020 aber wird es auf der Kleinkunstbrettlbühne keine Veranstaltungen mehr geben, da die Corona-Auflagen nicht erfüllt werden können. Foto:
Die Alte Schule und Addi Schaefer bilden seit mehr als vier Jahrzehnten eine beispiellose kulturelle Symbiose. Für 2020 aber wird es auf der Kleinkunstbrettlbühne keine Veranstaltungen mehr geben, da die Corona-Auflagen nicht erfüllt werden können.

Bis zum Ende des Jahres sind demnach alle Veranstaltungen auf der Kleinkunstbrettlbühne in der Alten Schule abgesagt. Und diese Entscheidung hat sich der Verein nicht leicht gemacht. „Mein Team ist sehr traurig“, erklärt Addi Schaefer gegenüber dieser Zeitung.

Alles anders

Dabei hatten die Planungen sieben Veranstaltungen auf höchstem Niveau vorgesehen. Doch der Coronavirus macht auch vor dem Ehrenamt nicht Halt. Es sei das erste Mal in 44 Jahren, dass der Bürgerverein ein komplettes Halbjahr absagen muss. Addi betont sogar, er könne sich nicht erinnern, dass es überhaupt schon einmal eine Veranstaltungsabsage seitens des Vereins gegeben habe. Es sei natürlich schon vorgekommen, dass ein Künstler wegen Krankheit absagen musste.

2020 aber ist alles anders. Dennoch blicken Addi und sein Team auch nach vorne und haben die Pläne für 2021 bereits aufgenommen. Das bedeutet, „dass wir den Künstlern, denen wir absagen mussten, für 2021 schon neue Termine gegeben haben“.

Im Programm waren unter anderem das Helmut-Eisel-Klezmer-Trio und das Netzer-Acker-Jazz-Duo vorgesehen. Kabarett sollte es ebenfalls geben mit Christoph Brüske. Die New-Orleans-Shahkers standen ebenso im Veranstaltungskalender wie Achim Amme mit Liedermacher Volkwin Müller und die Greyhound’s Washboard Band.

Alleine dieses illustre Aufgebot an Künstlern hat es dem Bürgerverein nicht leicht gemacht, die Absage auszusprechen. Erst nach genauer Prüfung sei das Team zu dem Ergebnis gekommen, dass die Räumlichkeiten in der Alten Schule „nicht einmal annähernd geeignet sind, um die Coronaschutzbestimmungen und die damit verbunden Auflagen umzusetzen“, sagt Addi.

Open-Air

Selbst an Open-Air-Veranstaltungen habe man kurzfristig gedacht. Doch auch diesen Gedanken habe man recht schnell verworfen. Der Aufwand an Technik, der dafür notwendig ist, sei erheblich. Darüber hinaus betont Addi, dass viele der Ehrenamtlichen, die für den reibungslosen Ablauf eines Veranstaltungsabends in der Alten Schule verantwortlich sind, zur „absoluten Corona-Risikogruppe“ gehören – ihn eingeschlossen.

Und am Ende sei man natürlich auch bei Open-Air-Events vom Wetter abhängig. Veranstaltungen im Oktober und im November sind davon natürlich mehr betroffen als Events in den Sommermonaten. „Wir haben hin und her überlegt.“ Aber am Ende stand die komplette Absage für 2020.

Brot für die Seele

Addi Schaefer aber, der als Frohnatur und Optimist bekannt ist, verliert natürlich die Hoffnung nicht, dass im kommenden Jahr wieder ein halbwegs reibungsloser Ablauf in der Alten Schule stattfinden kann. „Musik, Theater und Tanz sind keinesfalls nur hübsche Nebensächlichkeiten. Wenn sich die Vorhänge nicht heben, wenn die Scheinwerfer nicht aufleuchten, dann wird spürbar deutlich, wie sehr uns all das fehlt. Kultur ist Brot für die Seele.“

Und Addi fügt an: „Das Vor-Gestringer-Brettlbühnenteam lässt sich nicht entmutigen. Irgendwann heißt es wieder: ‚Vorhang auf.“ – hoffentlich ganz bald!

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