Jürgen Sprick bestätigt Urteil wegen Untreue – Vorstandssitzung der Partei
AfD-Kandidat rechtskräftig verurteilt

Espelkamp (WB). Der Bürgermeisterkandidat der AfD, Jürgen Sprick, ist im Mai dieses Jahres vom Schöffengericht Minden wegen Untreue in 35 Fällen zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Mittwoch, 05.08.2020, 18:30 Uhr
Jürgen Sprick ist der Bürgermeisterkandidat der AfD in Espelkamp. Nun stellte sich heraus, dass der 61-Jährige wegen Untreue im Mai dieses Jahres rechtskräftig verurteilt wurde. Foto:
Jürgen Sprick ist der Bürgermeisterkandidat der AfD in Espelkamp. Nun stellte sich heraus, dass der 61-Jährige wegen Untreue im Mai dieses Jahres rechtskräftig verurteilt wurde.

Das Urteil

Der 61-jährige Sprick bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung den Sachverhalt: „Das ist richtig.“ Die Taten sollen sich nach Angaben des Pressedezernenten der Staatsanwaltschaft in Bielefeld, Martin Temmen, zwischen 2014 und 2019 ereignet haben. Damals sei er als Hausverwalter tätig gewesen. In 35 Fällen soll er nach Ansicht des Gerichts Gelder veruntreut haben. Sprick erklärte, aus seinen Taten sei kein finanzieller Schaden entstanden. „Es ist nicht schön, so etwas in seiner Laufbahn zu haben“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung weiter. „Ich habe das Urteil so hingenommen.“ Er habe sich nicht juristisch gewehrt.

Martin Temmen bestätigte auf Nachfrage, dass das Urteil gegen Jürgen Sprick, das am 19. Mai dieses Jahres gesprochen wurde, rechtskräftig sei und die Bewährungszeit auf drei Jahre festgesetzt sei. Zudem beziehe sich das Urteil in vollem Umfange auf die Anklage, die ebenfalls von 35 Fällen ausging.

Überrascht

Sprick hatte sich Ende Juli kurz vor Toresschluss als Bürgermeisterkandidat der AfD in Espelkamp für die im September stattfindenden Kommunalwahlen gemeldet.

Im Wahlausschuss in dieser Woche wurde er von den Ausschussmitgliedern als Bürgermeisterkandidat bestätigt. Ob die Ausschussmitglieder von dem Urteil des Schöffengerichts jedoch Kenntnis hatten, darf bezweifelt werden. Der Wahlleiter Matthias Tegeler zeigte sich gestern jedenfalls überrascht, als er über den Sachverhalt informiert wurde und erklärte, dass er dies nicht gewusst habe.

Was aber bedeutet dies nun für die Bürgermeisterkandidatur Spricks in Espelkamp. Tegeler erklärte, es sei durchaus möglich, dass ein politischer Kandidat durch einen Richterspruch seine Wählbarkeit verliert. Dies ist jedoch im Falle von Sprick wohl nicht der Fall. „Uns wurde aktuell die Wählbarkeit bescheinigt“, erklärte Tegeler. Die Wählbarkeitsbescheinigung wird von der Heimatgemeinde des Kandidaten ausgestellt. In Jürgen Spricks Fall ist dies die Gemeinde Petershagen. Dort steht Sprick übrigens als Listenvertreter seiner Partei ebenfalls zur Wahl – für den Rat, wie er bestätigte.

Parteivorstand tagt

Der 61-jährige Sprick selbst will seine Bürgermeisterkandidatur für die AfD aufrecht erhalten. Er schränkte jedoch ein, dass dies von weiteren Faktoren abhänge. Er nannte dabei unter anderem die bislang verwehrte Zulassung der Kandidatenliste der AfD für die Wahl in Espelkamp. Es mache keinen Sinn, als Bürgermeister zu kandidieren, wenn die Liste der Partei nicht zugelassen werde, sagte Spick.

Darüber hinaus sagte er, dass es auch auf die Entscheidung des Parteivorstandes ankomme, wenn dieser entscheide, „dass es doch nicht das Richtige ist“, erklärte Sprick.

Der Kreisvorstand der AfD hat am Abend noch eine Sitzung angesetzt. Der Kreisvorsitzende Sebastian Landwehr jedenfalls zeigte sich von den Entwicklungen und der Verurteilung Spricks völlig überrascht und erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass die Partei am heutigen Abend eine Sitzung habe. Mehr könne er derzeit dazu nicht sagen. Er kündigte aber eine Stellungnahme nach der Vorstandssitzung an.

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