Abenteuer: Mit dem Fahrrad unterwegs nach Singapur
Djamal startet durch

Espelkamp (WB). „Singapur ich komme“, sagt Djamal Ayub und schwingt sich auf sein Fahrrad. 25 Grad Celsius zeigte das Thermometer an, als Djamal aufwachte, zum vorerst letzten Mal in seinem eigenen Bett – für die nächsten zwölf Monate. Zum Frühstück gab es ein Käsebrötchen, eine Banane und natürlich Teigtaschen, nach einem afghanischen Rezept seines Vaters. Djamal wohnt bei seinen Eltern.

Montag, 10.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 13:52 Uhr
„Großer Bahnhof“ für Djamal Ayub vor dem Rathaus in Espelkamp. Freunde und Verwandte haben den Abenteurer, der ein Jahr lang mit dem Fahrrad in Richtung Singapur unterwegs sein will, mit Jubel verabschiedet. Foto: Andreas Kokemoor
„Großer Bahnhof“ für Djamal Ayub vor dem Rathaus in Espelkamp. Freunde und Verwandte haben den Abenteurer, der ein Jahr lang mit dem Fahrrad in Richtung Singapur unterwegs sein will, mit Jubel verabschiedet. Foto: Andreas Kokemoor

Aufregung beim Start

Natürlich war er ein bisschen aufgeregt. Vor ihm liegen 16.000 Kilometer, die er mit dem Fahrrad bewältigen möchte. Singapur ist das Ziel. Den Balkan, Indien und den Iran möchte er dabei durchqueren. Auf dem Wilhelm-Kern-Platz warteten bereits seine Eltern, Geschwister, Großeltern Cousins und Cousinen sowie Freunde, um sich von ihm zu verabschieden. Die meisten trugen ein T-Shirt mit einem Foto von Djamal und seinem Fahrrad. Eigentlich wollte Djamal schon vor drei Monaten starten. Aber dann kam Corona und es kamen Einschränkungen. „Die Zwischenzeit hat er genutzt, um Kraft zu sammeln“, sagte seine Schwester Scarlett am Rathaus. „Der schafft das. Vor drei Jahren ist er den Jakobsweg gegangen“, sagt sie.

Abschied schon gefeiert

Eine große Abschiedsfeier hat Djamal bereits vor einer Woche gefeiert. Sein Bruder John hat dafür sogar eine Dia-Show am Computer zusammen gestellt. Seine Familie und Freunde gaben ihm ein T-Shirt mit Glückwünschen mit auf dem Weg.

Djamal sei abgehärtet. „Der wollte nicht einmal Sonnencreme haben“, erklärte sie. In seiner Reiseapotheke seien aber Pflaster, Schmerzmittel und Zinksalbe, erklärt Djamal. Für ihn geht mit dieser Fahrradtour ein Traum in Erfüllung. Übrigens: Djamal fährt ohne Akku, weil er es kann. Etwa 50 Kilogramm Gepäck sind auf seinem Fahrrad verstaut: Darin stecken ein Zelt, Schlafsack, Campingkocher – und zwei große Flaschen Wasser sowie ein Wassersack mit noch einmal zehn Litern. Am Lenker hängen eine Kamera sowie ein kleiner Glücksbringer.

Das Thermometer zeigte bereits 35 Grad an, als er losfuhr. Aus Nord-Ost kam leichter Wind: „Rückenwind“, wie Djamal meinte. Und abends dann ein kaltes Bier? „Später“, sagt er. Erst einmal müssten die ersten Tage geschafft seien.

Tagebuch wird öffentlich

Djamal wird eine Art Tagebuch führen und sich mit dieser Zeitung austauschen. Ob er Angst vor Corona habe. „Respekt Ja. und Vorsicht“, erklärte er. Er habe sich über informiert, sei gut vorbereitet.

Sein erstes Ziel sei die Überwindung des „Barre-Berges“, erklärte er. Wie viel er täglich schaffe wolle er seinen Waden und seiner Motivation überlassen. „Ich möchte auch etwas von den Dörfern sehen. Ich möchte durch große Städte fahren. „Wenn es irgendwo besonders schön ist, werde ich dort länger bleiben“, erklärt er. „Das Taj Mahal in Indien möchte ich auf jeden Fall sehen“. „ Wir sehen uns in einem Jahr OK., gleiche Uhrzeit, an gleicher Stelle“, sagt er zu den Anwesenden.

Kurz bevor er loslegte, schaute er noch einmal auf sein Smartphone. Mehrere Routenplaner hat er dort gespeichert. Seine Freunde wissen: Djamal wird nicht ratlos sein.

„Schaut er sich noch ein letztes Mal um, bevor er aus Sichtweite am Horizont verschwand“, war die Frage seiner Freunde. Sie winkten ihm lange hinterher. Djamal bog ab und warf dabei einen Blick über die Schulter. „Natürlich.“

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