Klärschlammvererdungsanlage: Hagemeier beantwortet Fragen aus Fabbenstedt
Der Standort bereitet Kopfzerbrechen

Espelkamp (WB). Die Klärschlammvererdung soll eigentlich dazu dienen, Abfälle aus dem Abwasser produktiv zu nutzen. Das bedeutet, dass der gewonnene Schlamm aus dem Wasser zum Beispiel als Dünger in der Landwirtschaft ausgebracht werden kann.

Donnerstag, 17.09.2020, 17:39 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 17:42 Uhr
Espelkamp plant eine Klärschlammvererdungsanlage. Das Klärwerk in Espelkamp (Foto) besitzt einen Faulturm, in dem der Klärschlamm zunächst ausfaulen kann. Foto:
Espelkamp plant eine Klärschlammvererdungsanlage. Das Klärwerk in Espelkamp (Foto) besitzt einen Faulturm, in dem der Klärschlamm zunächst ausfaulen kann.

In der Theorie hört sich das gut an. Die Praxis sieht aber etwas komplizierter aus. Die Pläne für eine Klärschlammvererdungsanlage in Espelkamp sind zwar noch nicht fertig. Dennoch haben die Stadtwerke AöR einige erste Ideen bereits vorgestellt. Der vorgeschlagene Platz jedoch bereitet durchaus Kopfzerbrechen.

Einspruch

War zunächst vorgesehen, die Anlage im östlichen Stadtgebiet, ganz in der Nähe der Kläranlage zu bauen, musste diese Idee wieder verworfen werden – nach dem Einspruch von verschiedenen Seiten. Bürger und Politiker nämlich sorgten sich, dass die Anlage im Trinkwasserschutzgebiet stehen sollte. Es wurde argumentiert, dass die Gefahr von Einträgen in das Trinkwasser der Espelkamper zu groß sei.

In der Ratssitzung im August dieses Jahres wurde daher nun ein neuer Platz vorgeschlagen – und zwar westlich der Fabbenstedter Straße. Auch dieser Platz jedoch bereitet den Anwohnern des umliegenden Bereichs Sorgen, obwohl noch keine konkreten Pläne vorliegen.

So haben einige Fabbenstedter Einwohner in einem Leserbrief (wir berichteten am 12. September, Anm. d. Red.) darum gebeten, dass die Stadtverwaltung doch zunächst die Fabbenstedter einmal in einer Veranstaltung über die möglichen Pläne informieren sollte.

Dialog

Klaus Hagemeier, Vorstand der Stadtwerke, hat nun auf diese Berichte Bezug genommen und erklärte: „Wie in der Ratssitzung am 26. August in öffentlicher Sitzung vorgetragen, sehen wir einen intensiven Informationsdialog zum jetzigen Zeitpunkt für nicht sinnvoll an. Viele berechtigte Fragen von den interessierten Bürgerinnen und Bürgern können zum aktuellen Stand des Projektes noch nicht hinreichend beantwortet werden.“ Hagemeier betonte weiter in seiner Mitteilung, dass ja eben „die jetzt angestrebten weiteren Planungsschritte“ dazu dienen sollten, offene Frage zu klären.

„Mit der konkreten Genehmigungsplanung liegen alle Bewertungskriterien vor“, sagte der AöR-Vorstand weiter. Und mit dieser Kenntnislage würden dann die Annahmen zur Machbarkeit, zur Wirtschaftlichkeit und zur CO2-Bilanz nochmals kritisch überprüft. „Von Seiten der Stadtwerke Espelkamp AöR ist ebenso dann ein Informationsdialog vorgesehen“, sagte Hagemeier.

Zahlreiche Fragen aus Fabben-stedt hätten den Stadtwerke-Vorstand erreicht, die sich mit denen des Leserbriefes deckten. Darin stellten die Verfasser unter anderem die Frage, wie hoch die Geruchsbelästigung einer Klärschlammvererdungsanlage sei und wieviele Schadstoffe sich im Schlamm befinden würden.

Hagemeier erläuterte, dass die Verwaltung auf die Fragen der Bürger zunächst einmal kurzfristig schriftlich geantwortet habe. Unter anderem teilten die Stadtwerke mit, dass es durch den Klärschlamm keine Geruchsbelästigung für die Anwohner gebe. „Es fällt sehr gut ausgefaulter Klärschlamm an. Durch die Behandlung im Faulturm der Espelkamper Kläranlage werden alle organischen Inhaltsstoffe umgesetzt und Klärgas produziert, ähnlich wie bei einer Biogasanlage“, erläuterte Hagemeier. Der ausgefaulte Klärschlamm sei jedoch nicht mehr geruchsauffällig.

Untersuchungen

Hagemeier beantwortete ebenfalls, warum die Stadt nach dem fehlgeschlagenen Versuch im Osten Espelkamps nun das westliche Gebiet im Bereich Fabbenstedt ins Auge gefasst habe. Der Vorteil liege „in der relativen Außenanlage ohne direkte Wohnbebauung. So weisen die Abstände einer möglichen Klärschlammvererdungsanlage zur Wohnbebauung mindestens 300 Meter auf. Bislang seien differenzierte Untersuchungen eventueller Geruchsauswirkungen nur bei Genehmigungsverfahren für Standorte mit Abständen unter 200 Metern zur nächsten Wohnbebauung vorgenommen worden.

Darüber hinaus betonte Hagemeier, dass der Schlamm aus einer möglichen Espelkamper Anlage alle Vorgaben zur landwirtschaftlichen Nutzung erfüllen würde.

Info-Veranstaltung

Auch der landwirtschaftliche Ortsverband Fabbenstedt und Ortsvorsteher August-Wilhelm Schmale beschäftigen sich mit dem Thema. Und sie wollen am Donnerstag, 24. September, über eine mögliche Klärschlammvererdungsanlage informieren. Dann sind alle Bürger ab 18 Uhr auf den Dorfplatz Fabbenstedt zu einem Informationsabend eingeladen. Hartmut Rüter, Leiter des Abwasserbetriebes in Espelkamp, wird vor Ort sein, um Fragen zu beantworten.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass sich die Teilnehmer einen Mund-Nasen-Schutz mitbringen mögen. Darüber hinaus findet die Veranstaltung coronabedingt im Freien statt.

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