Espelkamper Horst Lange hat rekordverdächtiges „Ochsenherz“ gezüchtet
Super-Tomate wiegt 1,1 Kilogramm

Espelkamp (WB/ko). Der Espelkamper Horst Lange hat ein großes Herz für Tomaten. Eine Sorte hat der rüstige Senior besonders in sein Herz geschlossen: Ochsenherztomaten. Der Name verrät schon, es handelt sich um eine große Sorte. Doch ein so riesiges Exemplar, wie in diesem Jahr in seinem Garten reifte, hat selbst er noch nicht gesehen.

Dienstag, 22.09.2020, 22:00 Uhr
Der Espelkamper Horst Lange zeigt seine Super-Tomate der Sorte „Ochsenhetz“. Mit 1150 Gramm und einem Durchmesser von 47 Zentimetern ist sie das größte Exemplar, dass der passionierte Tomatenzüchter je in seinem Garten geerntet hat. Foto: Andreas Kokemoor
Der Espelkamper Horst Lange zeigt seine Super-Tomate der Sorte „Ochsenhetz“. Mit 1150 Gramm und einem Durchmesser von 47 Zentimetern ist sie das größte Exemplar, dass der passionierte Tomatenzüchter je in seinem Garten geerntet hat. Foto: Andreas Kokemoor

Kürzlich hat er sich ein Herz gefasst und diese Super-Tomate geerntet. Vorsichtig schnitt er die Frucht mit einer Rosenschere ab. Eine alte Küchenwaage stand schon parat. Dann folgte der große Moment: 1150 Gramm brachte das „Ochsenherz“ auf die Waage. „Normal sind 500, gut sind 700 Gramm“, weiß Lange aus Erfahrung. Auch der Umfang der Superfrucht ist entsprechend beeindruckend: 47 Zentimeter. „So eine große Tomate habe ich bisher noch nicht geerntet.“ Schon bei einer Messung im Sommer hatte sie einen Umfang von 33 Zentimeter. „So lange Tomaten grün sind, wachsen sie noch.“ Lange baut auch Flaschen- und Kirschtomaten sowie eine gelbe Sorte an. Bei ihm kommen sie aufs Butterbrot oder direkt in den Mund: „Suppe, Soßen oder Ketchup, davon halte ich nichts“, sagt Lange.

Form und Farbe

Er mag die Formen und Farben und liebt den Reiz, jedes Jahr größere Exemplare zu züchten. „Meine Frau Renate züchtet Blumen“, erklärt Horst Lange die Rollenverteilung im Garten. Der 85-jährige Hobbygärtner lebt seit 1964 in dem Siedlungshaus, das sein Vater gebaut hat. Lange freut sich über den großen Garten, in dem das Gärtnern „von der Pike auf“ gelernt hat. Im Frühjahr setzt er die Kerne in Blumentöpfe mit Aussaaterde und stellt diese auf eine Fensterbank ins Haus. Als Saatgut nimmt er ausschließlich Kerne seiner eigenen besten Tomaten aus dem Vorjahr. Schon jetzt steht fest, dass die frisch geerntete Super-Tomate die Saat für das nächste Jahr bringen wird.

Verrotteter Pferdemist

Erst wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, setzt Horst Lange die jungen Pflanzen nach draußen. Seine Sträucher haben ein Dach aus lichtdurchlässigen Wellplatten, sind also vor Wind und Regen geschützt, aber ansonsten im Freien und nicht in einem Gewächshaus.

„Ich dünge nur mit Pferdemist“, verrät Lange sein Rezept. „In meinen Garten kommt kein Kunstdünger in den Boden.“ Schon sein Vater habe auf diesen Naturdünger geschworen. Noch bis vor ein paar Jahren habe er den Pferdemist von „Lottchen“, dem Pony seines Nachbarn Ernst Bräger bekommen. Nach dem traurigen Tod des Tierliebhabers, der regelmäßig sein Pony in der Stadt ausführte, besorgt sich Lange die Pferdeäpfel von einem Landwirt. „Von Pferdemist profitieren auch Paprika, Zucchini, Kürbis, Sellerie, Mais, Lauch, Kopfkohl, Gurken und Kartoffeln“, weiß er. Gerne erinnert sich Horst Lange daran, dass er vor zehn Jahren dieser Zeitung eine Riesengurke präsentieren konnte. Vor dem Einbringen der Pflanzen in den Boden, komme es auf das richtige Verhältnis von Mist und Erde an, erklärt er.

Tomaten sind für Horst Lange mehr als ein Hobby. Sie sind Kunst und Wissenschaft zugleich. „Alles fängt damit an, dass der Mist erst gut verrotten muss.“ Je höher der Haufen, desto besser verrottet der Mist. Er sollte stets gut durchlüftet werden. Er sollte einerseits nicht austrocknen, also stets feucht genug bleiben, andererseits aber wiederum nicht zu nass sein, damit die Nährstoffe nicht entweichen. Das Kompostieren dauert etwa ein halbes Jahr.

Wissenschaft des Wässerns

Auch das richtige Gießen will gelernt sein. „Tomatenpflanzen sind da heikel. Das richtige Wässern ist entscheidend für Wachstum, Gesundheit und Resistenz“, verrät der Kenner. „Tomaten benötigen viel Wasser.“ An einigen Tagen habe er in diesem Sommer seine Pflanzen sogar zweimal gegossen – mit einfachem Regenwasser. „Aber Tomaten sollte man nur wässern, wenn sie es wirklich brauchen“, sagt Lange. Das erkenne er an der Form der Blätter. „Aber immer nur morgens. Am besten zeitig.“ Weil die Wurzeln auch Luft brauchen, dürften sie nicht in Wasser ertränkt werden. „Durch zu viel Wasser werden wichtige Nährstoffe aus dem Boden geschwemmt“, weiß Tomatenexperte Horst Lange.

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