Espelkamper Familie hat ihr Traumauto auf Basis eines Citroën 2CV gebaut
Im „Renner“ schlägt ein Entenherz

Espelkamp (WB/nokem). Bei den Eheleuten Sabine und Ralf Mierzowski aus Espelkamp und Sohnemann Marco (20) ist alles auf „Ente“ eingestellt. Die erste grasgrüne Citroën 2 CV aus dem Jahr 1985 kam vor 18 Jahren aus Minden zu ihnen nach Espelkamp. Sabine hatte damals mit 22 Jahren ihren Führerschein gemacht und ist bis heute stolz auf ihren fahrbaren Untersatz.

Donnerstag, 24.09.2020, 04:00 Uhr
Ralf, Sabine und Marco Mierzowski (von links) aus Espelkamp mit ihrem weißen Flügeltüren-Burton, in dem das Fahrwerk und der Motor einer Ente, Baujahr 1986, steckt Foto: Martin Nobbe
Ralf, Sabine und Marco Mierzowski (von links) aus Espelkamp mit ihrem weißen Flügeltüren-Burton, in dem das Fahrwerk und der Motor einer Ente, Baujahr 1986, steckt Foto: Martin Nobbe

Im Bekanntenkreis sprach es sich schnell herum, dass sich bei den Mierzowskis alles um Sohn Marco und um Enten dreht. Und so kam es, wie es eigentlich gar nicht kommen sollte. Die Eheleute bekamen von einem Freund eine alte Ente geschenkt. „Das war eine echte Rostbeule, die jahrelang in seinem Garten unter einem Apfelbaum dahin vegetiert hatte“, erzählt Ralf Mierzowski. Nach dem Motto „einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ nahm sich die Familie des rostigen Schätzchens gern an.

Bausatz bestellt

„Eigentlich sollte das Geschenk auf vier Rädern wieder auf Vordermann gebracht werden", sagt Ralf Mierzowski. Doch Sohn Marco, damals 16 Jahre jung, legte ein Veto ein. Er hatte in einer Zeitschrift gelesen, dass es in den Niederlanden eine Firma gibt, die speziell für Entenfahrgestelle Bausätze anfertigt. Damit hatte Marco seinen Vater, gelernter Maschinenbauer, neugierig gemacht, der sofort mit der Firma Kontakt aufnahm. Über einen Katalog hatten sich die Espelkamper dann einen Bausatz nach ihren eigenen Vorstellungen ausgesucht und nach einer Vorauszahlung vor drei Jahren bestellt.

In der Zwischenzeit hatte die Familie in Heimarbeit die angeschlagene Ente in ihre Einzelteile zerlegt und das Fahrwerk in Form gebracht. „Lang ist es her“, sagt Ralf Mierzowski und schmunzelt bei dem Gedanken. Vier Jahre lang tüftelten die Mierzowskis in ihrer Freizeit allein am Fahrwerk der Ente. Und als der Bausatz dann in Espelkamp eintrudelte, dauerte es noch einmal zwei Jahre, bis das Unikat endlich fertig auf vier Rädern stand.

Hingucker

Aber damit war der schmucke „Renner“, dem man seine Langsamkeit nicht ansieht, noch nicht vom TÜV abgenommen. Drei Wochen stand der Burton mit der Nummer 1240 allein in Hamburg, bevor das Gefährt Marke Eigenbau von den Prüfern dort abgenickt wurde. Das war vor zwei Jahren. Seitdem sorgt der Wagen in Espelkamp und Umgebung auf den Straßen immer wieder für Aufsehen.

Denn ihre Langsamkeit kann man dieser „geflügelten Ente“ aus dem Jahr 2018 auf den ersten Blick überhaupt nicht ansehen. Der zweite Blick bringt es dann an den Tag. Unter der Motorhaube schlummert ein Citroën-2CV-Motor mit 27 PS, zwei Zylindern, 600 Kubikzentimetern mit einer Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h. Das Enten-Fahrwerk, auf dem nun der Burton rollt, stammt von 1986.

Mit ihrer grünen ersten Ente fahren die Eheleute alle Jahre mit Wohnwagen zu den Welttreffen von Entenbesitzern. „Unsere Ente läuft und läuft und hat uns noch nie im Stich gelassen. Auch nicht bei unserer weitesten Fahrt, um die 2000 Kilometer, zum Welttreffen in Spanien.“

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