„Herrenhäuser und Parks“ stellt interkommunales Tourismus-Projekt in Fiestel vor
Ellerburg-Aue-Radweg eingeweiht

Fiestel (WB). Wer Fahrradtouren liebt, kann seit Donnerstag auf dem neuen Ellerburg-Aue-Radweg den Flusslauf der Großen Aue erkunden und dabei viele Sehenswürdigkeiten erleben – von der Quelle bei Dono bis zur Mündung in die Weser bei Binnen.

Freitag, 25.09.2020, 05:00 Uhr
Das Lenkungsteam des Projektes Ellerburg-Aue-Radweg an den neuen Info-Stelen an der Ellerburg-Ruine (von rechts) Bertold von der Horst, Bärbel Kloss, Initiator Georg Droste und Heinz Schürmann mit Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke. Foto: Arndt Hoppe
Das Lenkungsteam des Projektes Ellerburg-Aue-Radweg an den neuen Info-Stelen an der Ellerburg-Ruine (von rechts) Bertold von der Horst, Bärbel Kloss, Initiator Georg Droste und Heinz Schürmann mit Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke. Foto: Arndt Hoppe

An der Ellerburg in Fiestel stellte der Verein Herrenhäuser und Parks im Mühlenkreis (H & P) diesen neuen Radweg vor. Denn an der Ruine der rückgebauten Burg startet der Weg in zwei Richtungen: 23,5 Kilometer nach Süden über Lübbecke, Preußisch Oldendorf und Hüllhorst bis nach Rödinghausen, wo die Große Aue als kleines Rinnsal entspringt – und 110 Kilometer nach Norden durch Espelkamp, Rahden und Stemwede bis nach Liebenau im Kreis Nienburg.

Zur Einweihung des Radweges begrüßte Georg Droste, Ehrenvorsitzender des Vereins H & P, Initiator dieses Projektes und Mitglied des Leitungsteams, eine handverlesene Gästeschar. Zur Einweihung an der Ellerburgruine waren Bürgermeister und Tourismusvertreter aus allen Anrainer-Kommunen gekommen. „Der Radweg stellt wie die Große Aue eine Verbindung zwischen den Kreisen Herford, Minden-Lübbecke und Nienburg dar“, sagte Georg Droste. Eine Besonderheit des Weges ist, dass er nicht beschildert ist, sondern auf dem Handy oder Computer digital ausgewiesen wird. „Nutzer können den Streckenverlauf in der Handy-App Komoot oder im Teutonavigator unter dem Schlagwort ‚Ellerburg‘ finden“, erklärte er. „Eine Beschilderung wäre zu teuer gewesen.“

Sechs Rundfahrten

In allen Kommunen wurden eigene Rundfahrten erarbeitet, die an den Radweg angeschlossen sind. Alle Kommunen nutzten die Gelegenheit, diese Routen vorzustellen. Dirk Oermann von der Gemeinde Hüllhorst bedankte sich beim Lenkungsteam, dass die Kommunen in die Planungen miteinbezogen worden seien. Er konnte auf eine abwechslungsreiche mittelschwere Strecke verweisen, die bei schönem Wetter an mancher Stelle einen Ausblick bis zum Teutoburger Wald gewähre. Barbara Düsterberg von der Gemeinde Rödinghausen wies auf eine sportliche Route hin, die seit Jahren als Denkmalroute ausgearbeitet sei und nun auch digital erfasst sei. Sehenswürdigkeiten seien etwa Gut Bökel, die Bartholomäus-Kirche oder auch die Aussicht vom Nonnenstein.

Geschichte erradeln

Geschichte erradeln können Ausflügler auf der Rundfahrt durch Preußisch Oldendorf, erklärte Touristik-Leiter Christian Streich. Ausgehend vom Heilbad Bad Holzhausen über die Kanaldörfer bis zur Kernstadt Preußisch Oldendorfs gebe es auf 30 Kilometern viel zu entdecken.

Peter Schmüser von Lübbecke Marketing konnte auf zahlreiche Sehenswürdigkeiten verweisen. Die Route orientiere sich an der 2014 erarbeiteten Tour „Lübbecker Land“. Sie biete etwas für alle: vom Torfmoor bis zur Brauerei.

Katharina Klassen-Junge von den Espelkamper Stadtführern stellte die Rundfahrt von der Ellerburg über Schloss Benkhausen in die Innenstadt vor, wo das Farbdesign unter dem Motto „Rundum bunt“ erkundet werde.

Rahdens Bürgermeister Bert Honsel und sein Stemweder Amtskollege Kai Abruszat wussten mit schöner Landschaft und besonderen Elementen zu punkten wie den Draisinen in Rahden und den Mühlen und Heimathäusern in Stemwede.

Zusammenarbeit

Zu Gast waren auch zwei Tourismus-Experten aus angrenzenden Regionen, Martin Fahrland von der Mittelweser-Touristik und Dorothea Schneider vom Dümmer-Weserland-Tourismus. „Menschen besuchen Regionen. Landes und Gemeindegrenzen spielen da keine Rolle“, sagte Fahrland. Schneider erklärte: „Mehrtagestouren werden immer beliebter. Der Ellerburg-Aue-Radweg ist sehr gut aufzuteilen und schließt ideal an unsere Region an, etwa an Kirchdorf.“

Catharina Behl vom Kreis Minden-Lübbecke erinnerte daran, dass der Verein Herrenhäuser und Parks für die Projektidee einen „Dorfidee-Check“ in Höhe von 2500 Euro vom Bündnis Ländlicher Raum im Mühlenkreis erhalten habe. In einem Workshop seien Lösungsansätze mit kommunalen Vertretern erarbeitet worden. Beim Kreis-Wettbewerb „Dörfer mit Ideen“ habe der Verein den zweiten Platz belegt.

Ansteckend

Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke sagte: „Wer mit dem Rad durch unsere wunderschöne Landschaft fährt, wird sie mit allen Sinnen erleben.“ Der Schub, den das Radfahren in der Region während der Corona-Zeit erlebt habe, werde sicher weitergehen. „Die Begeisterung ist ansteckend.“

Bärbel Kloss vom Lenkungsteam dankte allen Tourisitikverantwortlichen in den Kommunen für ihr Engagement. Auch Georg Droste betonte: „Es war eine Teamarbeit von allen. Überall war eine positive Stimmung. Dafür bedanke ich mich sehr.“

Teammitglied Heinz Schürmann erinnerte daran, wie die Ellerburg aus ihrem „Dornröschenschlaf“ geweckt wurde. Es sei seit 2008 ein langer Weg gewesen sei, bis aus dem Baudenkmal ein Bodendenkmal wurde, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist: „Wichtig ist, dass die Ellerburg wiederbelebt wurde.“

Bertold von der Horst gab einen kurzen geschichtlichen Abriss und erklärte, welche Informationen nun auf Stelen an der Ruine zu finden sind. Unter anderem gab er die Begründung, warum die Ellerburg ein zentraler Ort im Bezug auf die Große Aue ist. „Hier war in früheren Jahrhunderten der einzige Ort, an der die sumpfige Große Aue überwindbar war.“ Das Lehen des Fürstbischofs habe zum Bau der Burg an diesem Übergang geführt. „Letztlich hat die Vertiefung der Aue und das Austrocknen des Grabens zum Zerfall des Gebäudes geführt.“

Der Radweg und die Navigation

Der Radweg startet an der Ellerburg in zwei Richtungen und erstreckt sich über insgesamt 133 Kilometer. Der erste Teil geht nach Nord-Osten bis zur Mündung der Großen Aue in die Weser. Er ist 110 Kilometer lang und überquert 20 Mal den Fluss. Für Parkmöglichkeiten und Anbindung geht er weiter bis zum Hotel Schweizerlust in Liebenau. Der zweite Teil führt nach Süden von der Ellerburg zur Quelle nach Dono (Rödinghausen). Er ist 23,5 Kilometer lang und überquert die Aue fünf Mal. Auch hier wird der Radweg für die Anbindung und Parkmöglichkeiten bis zum Busbahnhof in Rödinghausen etwa vier Kilometer weitergeführt. Der Radfahrer fährt überwiegend auf ebenen landwirtschaftlichen Wegen, abwechselnd auf beiden Seiten des Flusses durch urwüchsige Landschaften, die geprägt sind von Wiesen, Wäldern und Seen, aber auch von Landwirtschaft, Mühlen und Herrenhäusern.

Es gibt elf Touren (inklusive Rundfahrten und Verbindungswegen). Sie sind digital im Teutonavigator oder in Komoot erfasst. Die Komoot-App muss heruntergeladen werden (Einlösen des Gutschein-Codes EARAWEG unter Komoot.com/g, Link zur Radweg ). Der Ellerburg-Aue-Radweg inklusive Rundfahrten ist auch in der interaktiven Karte des Teuronavigators (www.teutonavigator.com) hinterlegt. Damit können Touren und Ausflüge zuhause am Rechner geplant werden.

Weitere Infos zum Radweg und den einzelnen Touren gibt es auch auf der Internetseite des Vereins Herrenhäuser und Parks im Mühlenkreis .

 

 

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