Steigende Coronazahlen – weitere Lockdown-Maßnahmen nicht ausgeschlossen
Vieker appelliert: „Die Lage ist ernst“

Espelkamp (WB/fq). Bürgermeister Henning Vieker ist sehr besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie im Gebiet der Stadt Espelkamp. „Wir haben gegenwärtig, gemessen an unserer Einwohnerzahl, mit die höchsten Fallzahlen im Mühlenkreis, und die Zahl der Infizierten steigt täglich weiter an. Jetzt mussten wir auch in Espelkamp die ersten Todesfälle beklagen.“

Mittwoch, 11.11.2020, 17:09 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 17:12 Uhr
Bürgermeister Henning Vieker appelliert an die Bürger Espelkamps. Foto:
Bürgermeister Henning Vieker appelliert an die Bürger Espelkamps.

Das Ordnungsamt reagiere auf die angespannte Situation mit regelmäßigen Kontrollen auf die Einhaltung der geltenden Regeln. „Wir machen das im Handel ebenso wie bei Gottesdiensten oder angeordneten Quarantänen.“ Die Ordnungsbehörde werde dabei durch Kolleginnen und Kollegen aus der gesamten Stadtverwaltung unterstützt. Verstöße würden streng geahndet, Vergehen gegen Quarantänevorschriften etwa mit Geldbußen zwischen 1000 und 2000 Euro.

Hotspot

Es mache die Sache nicht leichter, dass es keine Hinweise auf einen konkreten Hotspot gebe. „Das Ansteckungsgeschehen ist diffus und durch die hohe Zahl auch schwer direkt nachzuverfolgen“.

Henning Vieker bittet die Mitbürger daher dringend, ihre Kontakte auf das unbedingt erforderliche Minimum zu begrenzen. „Das gilt besonders auch für den privaten Bereich, in dem nachweislich die meisten Ansteckungen erfolgen.“ Im Alltag sei immer die bekannte AHA-Regel zu beachten: Abstand halten, Hygienemaßnahmen treffen, Alltagsmasken tragen.

Grundsätzlich sei die Lage so ernst, dass weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht ausgeschlossen werden könnten. „Daher ist es wichtig, dass alle ihren Beitrag leisten, vorsichtig bleiben und mit Bedacht handeln.“

Inzidenzwert

Die Stadt Espelkamp habe derzeit einen Inzidenzwert von etwa 400, erklärte Stadtpressesprecher Torsten Siemon auf Anfrage dieser Zeitung. Als weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Espelkamp seien unter anderem die Schließung von Kitas und Schulen, das Verbot von Gottesdiensten, die erneute Schließung des Einzelhandels oder auch die Schließung von Unternehmen denkbar – quasi also ein lokaler Lockdown. Dies seien Dinge, die passieren könnten, wenn die Werte weiterhin so rasant in Espelkamp steigen, so Siemon weiter.

Um ein weiteres Ansteigen der Werte zu verhindern, werde die Stadt „alle Hebel in Bewegung setzen“. Die Stadtverwaltung selbst werde auch auf ihrer Homepage deutlich machen, dass sich die Corona-Situation wieder extrem verschlimmert habe, erklärte Siemon.

Aktive Fälle

Espelkamp hat 187 aktive Corona-Fälle und liegt hinter Minden auf Platz 2 im Mühlenkreis. Drei Espelkamper starben an dem Virus. Betrachtet man den Inzidenzwert – Zahl der Neuerkrankungen innerhalb der letzten sieben Tage berechnet auf 100.000 Einwohner – ist Espelkamp sogar Spitzenreiter im Mühlenkreis.

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