Achim Overath stellt das Modellprojekt „Schülerticket NRW“ des MHV im Stadtentwicklungsausschuss vor
Bustour statt „Taxi Mama“

Espelkamp -

Das Modellprojekt des Schülertickets NRW ist im Espelkamper Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden. Die neue Fahrkarte soll zum einen die Mobilität der Schüler erhöhen, zum anderen das Klima schützen.

Freitag, 20.11.2020, 18:00 Uhr
Achim Overath,
Achim Overath, Foto: dpa

Die Mobilität der Schüler ist gemeinhin bis zum Erhalt des Führerscheins arg eingeschränkt. Zur Schule kommen die Heranwachsenden häufig mit einem Schülerticket, das aber auch nur für die Schulfahrten gilt. Ansonsten muss das „Pedo“ – das Fahrrad – herhalten. Damit sind aber nur kürzere Strecken zu bewältigen. „Taxi Mama“ muss also immer Gewehr bei Fuß stehen.

Politik und Verwaltung in Espelkamp wollen diesen Zustand für Kinder und Jugendliche nun erheblich verbessern. Denn auf Antrag der CDU-Fraktion wurde im Stadtentwicklungsausschuss nun das Modellprojekt„Schülerticket NRW“ vorgestellt. Dazu hatte die Verwaltung Achim Overath, Geschäftsführer der Minden-Herforder-Verkehrsgesellschaft (MHV), eingeladen. Und der machte deutlich: „Das Schülerticket NRW gibt ein erhebliches Stück mehr an Mobilität und kann auch zum Lerneffekt beitragen.“

Bisher hätten die Hälfte der Espelkamper Schüler einen Anspruch auf ein „normales“ Schülerticket. Dieser Anspruch berechnet sich aus der Entfernung vom Wohnort zur Bildungseinrichtung. Die Fahrkarte ist gedacht für den Weg zur Schule und zurück.

Mit dem „Chill-Ticket“ habe die MHV in der Vergangenheit einen Versuch gestartet, um dem Nachwuchs die Möglichkeit zu geben, nicht nur an Schultagen mit dem Bus zu fahren. Es gibt auch mehr Flexibilität bei den Zielen. Mit dem Chill-Ticket können verschiedene „Chillzonen“ kostenlos erreicht werden. So gilt zum Beispiel der komplette Altkreis Lübbecke als eine Chill-Zone.

Das neue „Schülerticket NRW“ aber hat einen deutlich weiteren Einzugsbereich. Der nämlich erstreckt sich von Minden im Norden bis nach Dortmund im Süden, sowie von Olpe im Osten bis ins holländische Enschede im Westen. „Man kann zu jedem Ort innerhalb Westfalens fahren“, sagte Overath. „Das Ticket leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verkehrswende.“ Denn die Schüler seien die Nahverkehrskunden von morgen.“

Positiv stellte er auch heraus, dass der Aufwand in der Verwaltung für die NRW-Tickets deutlich sinken werde. Denn das von Overath favorisierte Soli-darmodell sieht vor, dass alle Schüler in Espelkamp in den Genuss des NRW-Schülertickets kommen sollen. Eine Unterscheidung in berechtigte und unberechtigte Schüler entfällt quasi. Die Ticketpreise beim Solidarmodell sind zudem besonders günstig, weil grundsätzlich alle Schüler ein Ticket erhalten.

Beim so genannten Fakultativmodell ist jeder Schüler berechtigt, ein Schülerticket zu bekommen, kann sich aber auch dagegen entscheiden. Dies erhöht den Verwaltungsaufwand und somit auch die Kosten.

Weil der Schulträger das Modell finanziell mitträgt, müssten seitens der Stadtverwaltung und der MHV Gespräche mit den verschiedenen Schulträgern in Espelkamp geführt werden.

Dies, so Overath, werde in den kommenden Tagen zum Beispiel mit dem evangelischen Schulzentrum erfolgen. Ganz kostenlos wäre das Ticket, das zwölf Monate gilt, für den Schüler jedoch nicht. So betrage der Eigenanteil im Solidarmodell für heute anspruchsberechtigte Schüler zwölf Euro pro Monat. Heute nicht-anspruchsberechtigte müssten lediglich drei Euro mehr zahlen.

Die Schüler vom ÖPNV zu überzeugen sei ein Ziel des Modellprojekts. Denn von 100 Schulabgängern blieben im Beruf nur zwei bis vier Prozent beim ÖPNV. „Wenn man die Werte verdoppeln könnte, wäre das schon ein Erfolg“, bezeichnete Overath ein minimales Ziel.

Bürgermeister Henning Vieker erklärte, dass die Verwaltung die Gespräche mit den anderen Schulträgern suchen werde. Diese sollen bereits am 2. Dezember stattfinden. Zudem stellte er in Aussicht, die angebotenen Busverbindungen mit Schnell- und Bür-gerbussen zu verbessern.

Overath sagte, dass sich die Stadt bis Ende März entschieden haben müsse, ob sie am Modellprojekt teilnehmen wolle oder nicht.

 

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