Quartiersbüro an der Isenstedter Straße leiht Lastenfahrrad auch in Corona-Zeiten aus
„Die Resonanz ist größer als erwartet“

Espelkamp -

Das Quartiersmanagement der Aufbaugemeinschaft stellt seit einigen Monaten den Espelkampern ein E-Lastenbike kostenlos zur Ausleihe zur Verfügung. Quartiersmanager Marlo Pfau hat jetzt eine erste Zwischenbilanz gezogen.

Sonntag, 22.11.2020, 18:15 Uhr aktualisiert: 22.11.2020, 18:20 Uhr
Quartiersmanager Marlo Pfau hat Platz genommen auf dem Lastenfahrrad des Quartiersmanagements. Das Vehikel ist direkt auszuleihen im Quartiersbüro an der Isenstedter Straße
Quartiersmanager Marlo Pfau hat Platz genommen auf dem Lastenfahrrad des Quartiersmanagements. Das Vehikel ist direkt auszuleihen im Quartiersbüro an der Isenstedter Straße Foto: Andreas Kokemoor

Das Quartiersbüro in Espelkamp unterstützt die Bürger gerne und an vielen Stellen und hat dabei immer wieder neue Ideen, die gut angenommen werden.

Seit Anfang des Jahres stellt das Quartiersbüro, das sich unter dem Dach der Aufbaugemeinschaft unter anderem für eine sozialere Stadt einsetzt, allen Einwohnern ein Lasten-E-Bike zur Verfügung: ein Dreirad mit einer großen Transportkiste vor dem Lenker.

Wie schon andere Beteiligungs-Projekte ist das E-Bike-Ausleih-Angebot ein Ergebnis, das an den zahlreichen Runden Tischen und Arbeitskreisen entstanden ist. Das Quartiersmanagemener hat sich schließlich auf den Weg gemacht, um den Markt zu sondieren und sich für ein Lastenfahrrad-Modell entschieden, mit dem sowohl eingeschränkte und ältere Personen wie auch junge, sportliche und kräftige Personen Freude haben sowie Nutzen finden. Der Sitz lässt sich mit einfachen Handgriffen einstellen. Außerdem hat das Lasten-E-Bike eine Unterstützung beim Schieben.

Die Sitzbänke haben Sicherheitsgurte, um Kinder anzuschnallen. An den Seiten sind zwei Stützen, damit größere Kinder leichter ein- und aussteigen können. Ein zusätzlicher Akku ist im Quartiersmanagement verwahrt, so dass zwischen der Abgabe des Fahrrades und einer neuen Verleihe der nächste Starter mit voller Leistung losfahren kann.

Vor jeder Fahrt bekommen die Ausleihenden die Möglichkeit für eine Probefahrt vor der Tür. „Ein Lasten-Fahrrad lenkt sich natürlich anders. Der Wendekreis ist größer. Und durch den E-Motor fährt es schneller als ein herkömmliches Fahrrad“, erläutert Pfau.

Der Quartiersmanager blickt zufrieden auf die ersten Monate dieses Ausleihangebots zurück. „Familien haben zusammen mit den kleinen Kindern Ausflüge unternommen und sind mit dem Fahrrad sogar bis zum Dümmer gefahren, Heimwerker haben größere Besorgungen erledigt und zum Beispiel zwei Säcke Zement transportiert. Geburtstagskinder haben das Lastenfahrrad benötigt, um vier Kisten Getränke zu kaufen“, erklärt Pfau. Er weist darauf hin, dass das Vehikel von allen Bürgern ausgeliehen werden kann.

Mit dem Auto sind größere Erledigungen und Familienausflüge kein Problem. Aber wer keins hat oder wer bewusst auf umweltfreundliche Mobilität setzt, für den ist so ein Lasten-E-Bike, mit dem bis zu 100 Kilogramm transportiert werden können, besonders hilfreich. „Die Resonanz auf die Ausleihe ist größer als erwartet gewesen“, sagt Pfau. Wie gut die Akzeptanz ist, zeigten ihm die Ausleihenden damit, dass sie das Fahrzeug pfleglich behandeln und nach der Ausleihe wieder stets einwandfrei und gepflegt zurückbrachten.

Marlo Pfau könnte sich gut vorstellen, in Zukunft ein zweites Lasten-E-Bike anzuschaffen, das dann zum Beispiel in der Gabelhorst oder in der Siedlung Hedrichsdorf steht, damit die Interessierten aus weiter entfernten Stadtteilen zur Innenstadt keinen weiten Weg haben.

Im Moment sei die Ausleihe aufgrund der Corona-Situation weiterhin nur telefonisch möglich. Das Fahrrad werde nach und vor jeder Ausleihe von den Quartiersmanagern technisch instand gesetzt und desinfiziert, erläutert Pfau.

Jeder, der dieses Lasten-E-Bike ausleiht, erklärt, dass er es für nicht kommerzielle und legale Zwecke ausleiht. Der Kunde wird von den Quartiersmanagern hinreichend über die Funktionsweise und den Gebrauch des Fahrrades unterrichtet.

„Zudem versichern die Ausleiher, das E-Bike pfleglich zu behandeln und innerhalb der Öffnungszeiten des Quartiersbüros an die Quartiersmanager zurückzugeben“, betont Pfau. Ein wichtiger Hinweis, den die Ausleihenden unterschreiben, lautet: „Ich verpflichte mich, etwaige Schäden unverzüglich den Quartiersmanagern zu melden.“

Die Ausleiher bestätigen im Vorfeld ebenfalls, dass das Quartiersmanagement keine Haftung für Schäden an der eigenen Person übernimmt. Zudem haben sich die Radler an die geltenden Regeln der Straßenverkehrsordnung zu halten.

Pfau blickt schon auf zukünftige Projekte. „Im kommenden Jahr möchten wir am Frotheimer Weg eine Obstbaumwiese anlegen, für die Interessierte Patenschaften übernehmen können. Damit verbunden soll es in den Folgejahren regelmäßig Kurse für Baumschnitte und Ernten geben. Erst kürzlich sei in der Gabelhorst ein Bücherschrank mit einer kostenlosen Leihe aufgestellt worden (wir berichteten). Zudem haben Stadtteil-Arbeitskreise noch in der Zeit vor dem Lockdown Nistkästen und Insektenhotels gebaut, die angebracht werden müssen.

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