Räumdienste haben im Kreis Minden-Lübbecke ihre Not mit Schneeverwehungen
„In einer Stunde ist alles zugeweht“

Lübbecke/Rahden/Stemwede/Espelkamp -

Der Wintereinbruch hat auch im Altkreis Lübbecke zugeschlagen. Zum Glück kam der Schneefall in der Nacht zum Sonntag, an dem nicht so viele Pendler unterwegs waren.

Montag, 08.02.2021, 02:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 06:38 Uhr
In Lübbecke sind die Streu- und Räumdienste seit den frühen Morgenstunden im Einsatz gewesen.
In Lübbecke sind die Streu- und Räumdienste seit den frühen Morgenstunden im Einsatz gewesen. Foto: Martin Nobbe

Doch auch so galt es für die Bauhöfe, gegen den stetigen Schneefall, der etwa um Mitternacht einsetzte, anzuarbeiten. „Immer wenn wir eine Straße frei haben, ist sie schnell wieder zugeschneit“, hieß es vom Rahdener Bauhof. Und in der Tat waren es vor allem die Schneeverwehungen mit dem leichten Pulverschnee, die den Räumdiensten zu schaffen machten.

Für die Polizei verliefen die Nacht sowie der Morgen bis 10 Uhr verhältnismäßig ruhig. Die eingehenden Meldungen auf der Leitstelle beschränkten sich vor allem auf steckengebliebene Fahrzeuge. Hier waren am Morgen insbesondere der Raum Lübbecke und Espelkamp betroffen.

Einzelne abgebrochene Äste versperrten zudem Straßen in Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Petershagen. In Minden kam es am Sonntagmorgen gegen 8.45 Uhr zu einem Unfall am Schülerweg, wo ein Räumfahrzeug ein geparktes Auto beschädigte. Die Polizei bat am Sonntag alle Menschen auch weiterhin zu Hause zu bleiben und wenn möglich, nicht das Auto zu benutzen.

Die Feuerwehren in Rahden und Stemwede meldeten keine Schnee-Einsätze, also auch keine umgeknickten Bäume auf den Straßen. „Wir hatten in den Morgenstunden einen Feuerwehreinsatz in Haldem: Eine Verpuffung in einem Ofen. Keine große Sache, aber die Anfahrt war wegen der Schneeverwehungen schon schwierig“, schilderte Gemeindebrandmeister Joachim Lübke. „Wir sind in Alarmbereitschaft, besetzen aber wegen der Corona-Problematik nicht die Gerätehäuser“, sagte er.

Auch bei der Eurobahn kam es am Sonntag zu witterungsbedingte Beeinträchtigungen. Wie das Unternehmen Keolis auf seiner Website mitteilt, wurde auf zahlreichen Strecken der Zugverkehr eingestellt. Das gilt auch für die Linie RB 71 zwischen Bielefeld und Rahden.

In Lübbecke waren bekannte Straßen und Plätze zugeschneit oder von Schneewehen bedeckt. Selbst bis in die Parkhäuser haben die feinen Kristalle ihren Weg gefunden. Der Weg über Treppen ist für viele Menschen zur Schlitterpartie geworden. Am Sonntag hielt der Wind aus Osten an. Abends gab es erneut Schneefälle im Altkreis. Keine Ruhe also für die Räumdienste, die zum Nachmittag hin die Straßen befahrbar machten.

Die Einsatzlage für die Polizei ist am Sonntag auch in den Nachmittagsstunden unverändert geblieben. Die Straßenverhältnisse im Mühlenkreis waren alles andere als einfach.

So stürzte ein Rollerfahrer auf der Hauptstraße in Lübbecke-Blasheim. Eine Rettungswagenbesatzung kümmerte sich um den Leichtverletzten. In Minden rutschte ein Autofahrer ungewollt in einen Kreuzungsbereich. In der Folge kollidierte sein Wagen mit einem anderen Auto. Dabei wurde eine Person leicht verletzt.

In Petershagen-Lahde hatte sich ein Autofahrer in einem Schneehaufen festgefahren. Als die Polizei erschien, stellten die Beamten bei dem Fahrer eine Alkoholfahne fest. Da der Mann im Verdacht stand, alkoholisiert am Steuer gesessen zu haben, wurde ihm eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein sichergestellt.

Ein Räumfahrzeug beschädigte in Espelkamp einen Gullideckel. Da die beschädigte Abdeckung nicht wieder eingesetzt werden konnte, war eine Absicherung der Gefahrenstelle mit Pylonen erforderlich.

Die B 239 über „Horsts Höhe“ zwischen Lübbecke und Hüllhorst war bis gestern Abend weiterhinbefahrbar. Kleinere Nebenstrecken im Kreisgebiet waren hingegen nur schwer oder gar nicht passierbar. Die Polizei erneuert ihre Bitte, auf Autofahrten zu verzichten.

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