So., 17.06.2018

Naturlabyrinth von Sylvia und Martin Bollmeier in Hille lädt zu kleiner Pilgerreise ein Verschlungener Pfad führt in die Mitte

Sylvia und Martin Bollmeier mit Hund Luna im Herzen des Labyrinths. Die Rose aus Granitstein ist nach dem Vorbild in der Kathedrale von Chartres in Frankreich gelegt worden. In der Mitte befindet sich das »Allsehende Auge Gottes«.

Sylvia und Martin Bollmeier mit Hund Luna im Herzen des Labyrinths. Die Rose aus Granitstein ist nach dem Vorbild in der Kathedrale von Chartres in Frankreich gelegt worden. In der Mitte befindet sich das »Allsehende Auge Gottes«. Foto: Mareile Mattlage

Von Mareile Mattlage

Hille (WB). Der Weg ist bereits vorgegeben – doch gehen muss ihn jeder selbst: Ein Naturerlebnis mit spirituellem Konzept bietet das 12-Kreis-Labyrinth von Sylvia und Martin Bollmeier in Hille.

Das Labyrinth hat einen Durchmesser von 40 Metern, der Weg beträgt hin und zurück eineinhalb Kilometer. Umsäumt wird der Pfad von 800 Metern Hecke. 2400 Hainbuchen sind hierfür gepflanzt worden – alles in Eigenleistung.

»Erst für verrückt erklärt«

»Als wir mit den Arbeiten anfingen, haben wir zum ersten Mal gemerkt, wie viele Gärtner und Landschaftsbauer wir in unserem Familien- und Freundeskreis haben«, erinnern sich Sylvia und Martin Bollmeier mit einem Schmunzeln an die Anfänge im Jahr 2012 zurück. »Erst haben mich viele für verrückt erklärt«, sagt Martin Bollmeier und lacht. Doch dann sprang die Begeisterung auch auf andere über und so wurden die 2400 Hainbuchen schließlich von vielen fleißigen Helfern an einem einzigen Wochenende in die Erde gebracht.

Mehr als ein Jahr hat das Ehepaar Bollmeier an dem Labyrinth gearbeitet.

Mehr als ein Jahr hatte es zuvor gedauert, die Grasnarbe mit einem Spaten abzutragen. Dies übernahm das Ehepaar allein ­– am Feierabend oder morgens vor der Arbeit. Der Elektriker Martin Bollmeier hatte hierfür extra Flutlicht installiert, um auch in den dunklen Monaten arbeiten zu können. Das Labyrinth befindet sich auf einem 6000 Quadratmeter großen Grundstück, einem ehemaligen Selbstversorger-Hof, der von Martin Bollmeiers Großeltern betrieben worden war.

Auslöser Herzinfarkt

Doch wie kam es nun zu dieser »verrückten Idee«? Auslöser war ein plötzlicher Einschnitt im Leben: Im Mai 2012 erlitt Martin Bollmeier einen Herzinfarkt – und begann, tief in sich hineinzuhorchen. Da fiel ihm sein früheres Lieblingshörbuch »Das Jesus-Testament« plötzlich wieder in die Hände. Hier wird unter anderem die Erbauung des Labyrinths in der Kathedrale von Chartres beschrieben. Dies berührte Martin Bollmeier so sehr, dass er das uralte spirituelle Wissen um diesen besonderen Weg im eigenen Garten umsetzen wollte.

Das Labyrinth kann also nicht nur als Naturerlebnis und schönes Ausflugsziel, sondern nach französischem Vorbild auch als Weg der inneren Reinigung und Selbsterkenntnis genutzt werden, so das Konzept. »Man kann den Weg zum Beispiel mit einer bestimmten Frage betreten und um eine innere Antwort bitten. Bei Wunsch stehen Martin und ich dabei als Coaches zur Seite und leiten an«, sagt Sylvia Bollmeier.

Kein Irrgarten

Ein weit verbreitetes Missverständnis: »Was hierzulande häufig als Labyrinth bezeichnet wird, ist meistens kein Labyrinth, sondern ein Irrgarten. Labyrinthe zeichnen sich dadurch aus, dass es keine Sackgassen oder Scheinwendungen gibt, sondern nur einen einzigen Weg, der immer in die Mitte führt«, erklärt Sylvia Bollmeier.

Im Labyrinth in Hille werden auch verschiedene Seminare und Meditationen angeboten. Für Besucher geöffnet ist es jeden letzten Sonntag von 11 bis 18 Uhr sowie in den Sommermonaten (Juni bis September) auch jeden letzten Samstag im Monat von 11 bis 18 Uhr. Zu gesonderten Terminen kann das Labyrinth nach vorheriger Absprache auch für Gruppen und Einzelpersonen geöffnet werden, lädt das Paar ein.

Ein Rundgang kostet fünf Euro für Erwachsene. Kinder zahlen ab zwölf Jahren drei Euro, darunter ist es kostenlos. Bei der Hausmesse »Lichtblick09« am 25. und 26. August ist der Eintritt frei.

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