Landgericht Bielefeld: Plädoyer der Staatsanwaltschaft im Mordfall Hille
Dreifachmord: Staatsanwaltschaft fordert lebenslängliche Haft

Bielefeld/Hille (WB/dpa).  Der Prozess um den Dreifachmord von Hille geht voraussichtlich auf die Zielgerade. Am Freitag hat die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer gehalten und lebenslängliche Haftstrafen für die beiden Angeklagten Jörg W. (52.) und Kevin R. (25.) gefordert.

Freitag, 12.04.2019, 14:04 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 14:06 Uhr
Jörg W. (Mitte) begrüßt im Bielefelder Landgericht Nicole Friedrich. Zudem wird er von Mirko Roßkamp verteidigt. Foto: Florian Weyand
Jörg W. (Mitte) begrüßt im Bielefelder Landgericht Nicole Friedrich. Zudem wird er von Mirko Roßkamp verteidigt. Foto: Florian Weyand

Beide müssen sich vor dem Landgericht Bielefeld wegen des Vorwurfs des Mordes aus Habgier verantworten.

Kevin R. (rechts) soll sich an den Taten aktiv beteiligt haben.

Kevin R. (rechts) soll sich an den Taten aktiv beteiligt haben. Foto: Florian Weyand

Beim Angeklagten Jörg W. existiere keine Hemmschwelle, sagte Staatsanwalt Christopher York und plädierte für eine anschließende Sicherheitsverwahrung. »Er hat die Bereitschaft zu töten, um seine finanzielle Situation zu verbessern.« Zudem mangele es beim Angeklagten an Empathie für die Opfer. »Es gibt Anhaltspunkte, dass ein Gefängnisaufenthalt ihn nicht resozialisieren könnte«, sagte Christopher York.

Auch Mitangeklagter Kevin R. soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft eine lebenslängliche Haftstrafe verbüßen. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass Kevin R. nicht nur bei allen Taten vor Ort, sondern auch in die Mordpläne eingeweiht war. »Er hat sich aktiv an drei Tötungshandlungen beteiligt. Es gibt keine Anhaltspunkte für Zwang«, sagte Christopher York. Als Beweis gab der Staatsanwalt den Verlauf von SMS-Nachrichten an und Fotos, die Kevin R. beim Ausheben eines Grabes zeigen.

Die Angeklagten sollen erst einen 72-jährigen Nachbarn, dann einen 64-jährigen Hilfsarbeiter und später einen 30 Jahre alten Geschäftspartner getötet haben, um sich zu bereichern. Die drei Leichen waren vor rund einem Jahr verscharrt auf Höfen in Hille (Kreis Minden-Lübbecke) gefunden worden. In dem Prozess haben sich die beiden Deutschen bislang gegenseitig belastet.

 

 

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