Produkte der Wiehengebirgs-Molkerei zurück in vielen Supermärkten
Aus der Region in die Regale

Hille-Unterlübbe (WB). Magerquark, Schlagsahne, Crème fraîche, Schmand und Saure Sahne: Mit diesen fünf Produkten feiert die Wiehengebirgsmolkerei in Unterlübbe nach 15 Jahren ihre Rückkehr in viele Supermärkte des Kreises Minden-Lübbecke. Inhaber Hanns-Ulf Hübel (56) berichtete am Donnerstag von einer entsprechenden Einigung mit der Edeka Minden-Hannover.

Donnerstag, 24.10.2019, 21:00 Uhr
Schlagsahne mit Milch aus dem Mühlenkreis: Hanns-Ulf Hübel, Inhaber der Wiehengebirgs-Molkerei, steht an den Paletten im Kühlraum. Seit wenigen Tagen sind Sahne, Schmand oder auch Magerquark aus Unterlübbe in vielen Supermärkten erhältlich. Foto: Kai Wessel
Schlagsahne mit Milch aus dem Mühlenkreis: Hanns-Ulf Hübel, Inhaber der Wiehengebirgs-Molkerei, steht an den Paletten im Kühlraum. Seit wenigen Tagen sind Sahne, Schmand oder auch Magerquark aus Unterlübbe in vielen Supermärkten erhältlich. Foto: Kai Wessel

Hübel führt die Wiehengebirgs-Molkerei in Unterlübbe in dritter Generation. Abgesehen von einigen Hofmolkereien ist der Betrieb an der Lübbecker Straße (B 65) eine der beiden letzten Privat-Molkereien in Nordrhein-Westfalen. 50 Mitarbeiter sind in der Molkerei beschäftigt, der Jahresumsatz lag nach Angaben der Geschäftsführung zuletzt bei 20 Millionen Euro.

Bekannt geworden ist der Unterlübber Betrieb unter dem alten Kürzel »Wiemo«. Dieses Kürzel und das frühere Label finden sich jetzt auf den neu gestalteten Verpackungen der Produkte wieder. »Darauf habe ich Wert gelegt«, sagte Hanns-Ulf Hübel. Die Produkte selbst basieren zum Teil auf althergebrachten Rezepturen von seinen Großeltern. Sie sind frei von Gentechnik.

Ökologische Standards

»Wir wollen mit dem Angebot dem Trend zu nachhaltigen Produkten aus der Region gerecht werden«, sagt Hübel. Die Milch stamme von 54 Bauernhöfen aus Hille, Espelkamp, Stemwede, Lübbecke, Petershagen, Rahden und dem angrenzenden Niedersachsen. Die Molkerei unterstütze die Lieferanten dabei, nachhaltig und unter Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Standards zu erzeugen, sagt Hübel. Mehr als 80 Prozent der Milch stamme aus der Weidehaltung. Bundesweit läge der Durchschnitt nur bei 40 Prozent. Mit Blick auf die niedrigen Milchpreise betont Hübel, dass die Wiehengebirgsmolkerei ihren Landwirten eine Vergütung zahle, die regelmäßig über dem von Vergleichsmolkereien läge. Derzeit schwanke der Preis zwischen 31 und 33 Cent pro Liter.

Hübel erinnert sich an Zeiten, in denen der Preisdruck auf den Märkten auch der kleinen Wiehengebirgsmolkerei zu schaffen gemacht habe. »Damals haben uns die Landwirte auch nicht hängen lassen. Deshalb ist mir ein gutes Verhältnis wichtig.« Hübel hält mittelfristig einen Literpreis von 40 Cent für möglich. Letztlich entscheide aber der Verbraucher, wieviel er für qualitativ gute Produkte ausgeben möchte. Besonders stolz ist die Molkerei auf ihren im Kessel gereiften Schmand ohne Zusatzstoffe. Er sei backstabil und würde deshalb gerade von Bäckern und Konditoren sehr geschätzt.

Mit der neuen Positionierung in den Supermarkt-Regalen will die Wiehengebirgsmolkerei ein Stück weit zurück zu ihren Wurzeln, sagt Hübel. Daneben soll die Zusammenarbeit mit Großkunden aus dem industriellen Sektor fortgeführt werden. Milch, die in der Wiehengebirgsmolkerei verarbeitet wurde, findet sich in vielen namhaften Produkten wieder, nicht nur aus dem Kühlregal.

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