Sa., 15.02.2020

Zwei Schüler des Berufskollegs Lübbecke treten bei „Jugend forscht“ an Wasserstand per Ultraschall und SMS

Daniel Quiring (links) und Fabian Schnieder programmieren den Arduino für die Wasserstandsmessung im Hiller Moor. Mit ihrem Projekt treten sie an diesem Samstag bei „Jugend forscht“ an.

Daniel Quiring (links) und Fabian Schnieder programmieren den Arduino für die Wasserstandsmessung im Hiller Moor. Mit ihrem Projekt treten sie an diesem Samstag bei „Jugend forscht“ an.

Lübbecke/Hille(WB). Die Sommer der Jahre 2018 und 2019 waren ex­trem trocken. Dies ging auch am Hiller Moor nicht spurlos vorbei. Der Wasserstand fiel fast um 45 Zentimeter. Teiche und offene Wasserstellen trockneten aus. Auf den Wanderwegen entstanden Bodenwellen, die beim Joggen auffielen. Zwei Schülern aus der Höheren Handelsschule vom Berufskolleg Lübbecke, Daniel Quiring und Fabian Schnieder, kam der Gedanke, den Wasserstand genauer zu untersuchen. Zufällig entdeckten sie an ziemlich unzugänglichen Stellen Peilstäbe, an denen man das „Desaster“ erahnen konnte.

Beide Schüler waren in der Arduino-AG von Klaus-Dieter Nienstedt am Berufskolleg Lübbecke aktiv. Zusammen mit ihrem Lehrer überlegten sie sich, welche Möglichkeiten sich anböten, um den Wasserstand „fernbedient“ abzulesen, wie beispielsweise über ein Smartphone. Schwimmerpegel schieden aus, Leitfähigkeit kam auch nicht so recht in Betracht. Beim Rückwärtsfahren mit dem Auto kam ihnen eine brauchbare Idee, als es kurz vor der Mauer „piepste“. Ein Ultraschallsensor war die Lösung. Mit einer Auflösung von 0,5 Zentimeter war er genau richtig, man musste ihn nur auf die Wasseroberfläche halten. Und siehe da, es klappte. Zudem fanden die Schüler im Internet Programmbeispiele mit dem Arduino, einem kleinen Mikrocon­troller, für wenig Geld. Allerdings mussten sie diese an die entsprechende Situation anpassen.

Batterie nach eigenen Anforderungen spezifiziert

Doch wie kommt man an die Daten heran? Jedes Mal ins Moor gehen und auf die Anzeige schauen? Aber wozu gibt es denn Smartphones und vielleicht könnte man sich ja eine SMS zuschicken lassen, dachten sich die Schüler. Genau das war der Weg. Die Versuche mit einem Netzteil liefen erfolgreich. Aber im Moor gibt es weder Steckdosen noch Strom und die Batterie war nach drei Tagen leer. Was nun? Jeden dritten Tag ins Moor gehen und die Batterie wechseln war keine Option. Es blieb nur die Möglichkeit, den Energieverbrauch zu senken. Nach längeren Recherchen fand sich die Lösung. Man legte den Arduino einfach in den „Tiefschlaf“ und wie zu Hause am Bett mit einem Wecker – hier allerdings einer Realtime-Clock – ließe sich das Messsystem einmal pro Tag für 30 Minuten aufwecken und anschließend wieder herunterfahren. Außerdem könnte eine Solarzelle die verbrauchte Energie wieder auffüllen.

Während der vielen Gespräche kam schließlich der Gedanke, sich beim Schülerwettbewerb „Jugend forscht“ zu bewerben. An diesem Samstag ist es nun soweit. Daniel Quiring und Fabian Schnieder treten in der Sparkasse Herford mit ihrem Projekt an. Beide sind sich einig, dass die Konkurrenz groß ist. Ein Platz unter den ersten fünf wäre schön, aber es gilt das olympische Motto: „Dabei sein ist alles.“ Auf jeden Fall hat ihnen das Projekt viel Spaß gemacht und sie haben viel dazugelernt. Wer das Projekt kennenlernen möchte, ist zum Wettbewerb „Jugend forscht“ am Samstag zwischen 14 und 16.45 Uhr in die Sparkasse Herford eingeladen.

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