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Do., 02.06.2016

Hüllhorst: Starkregen spült Kartoffelacker Hang hinab – Feuerwehr im Dauereinsatz Aufräumen nach dem Unwetter

Saubermachen auf dem Hof Kahre in Schnathorst: Erhard und Heike Kahre haben einen Anhänger mit zerstörten Gegenständen voll gepackt. In der Schippkarre sind noch Reste vom Schlamm zu sehen, der gestern den Bauernhof geflutet hat.

Saubermachen auf dem Hof Kahre in Schnathorst: Erhard und Heike Kahre haben einen Anhänger mit zerstörten Gegenständen voll gepackt. In der Schippkarre sind noch Reste vom Schlamm zu sehen, der gestern den Bauernhof geflutet hat. Foto: Kai Wessel

Von Kathrin Kröger                

Hüllhorst (WB). Die erste Alarmierung hat die Freiwillige Feuerwehr am Mittwochnachmittag aus Bröderhausen erreicht. Der erste Starkregen kam herunter, überschwemmte die Bröderhausener Straße und einen angrenzenden Kartoffelacker. Die Folge: Große Mengen Schlamm bildeten sich und ergossen sich auch in den Kellern zweier Wohnhäuser. Doch die Feuerwehr sollte noch viel mehr zu tun bekommen.

»Wir waren außerdem in Schnathorst und Tengern im Einsatz«, sagt Feuerwehr-Chef Michael Möller, der das Personal im Laufe des Tages noch kräftig aufstocken musste. Schon in Bröder­hausen reichte die Tagesalarmgruppe aus Schnathorst nicht aus, um den Schlammmassen Herr zu werden, sie von der Straße zu bekommen und aus den Kellern zu pumpen. So bekamen die 15 Helfer Unterstützung von der Löschgruppe Bröderhausen, die mit zehn Mann vor Ort sein konnte.

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Wir haben mit dem Bauhof zusammengearbeitet. Auch das Ordnungsamt und Büürgermeister Bernd Rührup waren vor Ort.

Feuerwehrchef Michael Möller

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Weitere Regenschauer ergossen sich über die Wiehengemeinde und es kam, wie es kommen musste: Die nächsten Einsätze ließen nicht lange auf sich warten, in Schnathorst und Tengern war nun Land unter. Weitere Feuerwehrleute, aus Hüllhorst und Tengern, trugen zur Schadensbegrenzung bei und gegen 17 Uhr wurde dann Vollalarm ausgelöst. Alle sechs Löschgruppen der Gemeinde sowie die zusätzlich angeforderte Löschgruppe Nettelstedt packten mit an. Um die Arbeit der etwa 80 Kräfte zu koordinieren, hatte man im Gerätehaus in Hüllhorst eine Einsatzzentrale eingerichtet. Möller: »Wir haben mit dem Bauhof zusammengearbeitet und auch das Ordnungsamt und Bürgermeister Bernd Rührup waren vor Ort.« Das Rote Kreuz sorgte für die Verpflegung der fleißigen Helfer, die nach einem vollen Arbeitstag nicht zum Abendessen zu Hause gekommen waren.

Alle Hände voll zu tun hatten sie an der überfluteten Mindener Straße, Bergstraße und Im Wulfsiek in Schnathorst. Auch hier hatte sich Erde vom Acker zu Schlamm vermengt, vor dem einige Wohnhäuser nicht verschont blieben. Am Brückenkopf in Tengern, ein Gebiet, das in den vergangenen Jahren von Regenrückhaltebecken und der sanierten Brücke profitierte, trat der Bach über die Ufer. »Die Wassermengen waren einfach zu groß«, so Möller, der mit seinen Leuten etwa 200 Sandsäcke verwendete. »Die waren dann auch alle.« Gesperrt waren wegen des Hochwassers Bergstraße und Halsterner Straße. Nach Einschätzung des Feuerwehr-Leiters kommt so ein Ereignis alle paar Jahre vor. »Der Starkregen am 30. August 2015 mit Schwerpunkt Oberbauerschaft war etwas heftiger, aber das jetzt ging in diese Richtung.«

Da für die nächsten Tage weitere Unwetter angekündigt sind, gab es am Donnerstagmorgen eine Sitzung im Hüllhorster Rathaus. »Es werden neue Sandsäcke befüllt und der Bauhof ist in Bereitschaft. Er kann auch Geräte wie Bagger zur Verfügung stellen«, berichtet Möller.

Bei Landwirt Erhard Kahre in Schnathorst spülten die Wassermassen einen benachbarten Kartoffelacker über die Bergstraße direkt auf den Hof. »Überall war Schlamm, das ging sehr schnell«, sagt Heike Kahre, während sie weiter aufräumt. Der Schlamm hatte sich seinen Weg in den Keller des Bauernhofes gebahnt. »Die Kühltruhe hat’s nicht überstanden«, sagt Erhard Kahre. Verschont blieb nur der Schweinestall: »Der steht etwas höher.« Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an und half dabei half, den übel riechenden Schlamm zu entfernen. »Die haben wirklich alles gegeben«, sagen die Eheleute. Die Bergstraße war bis zum Donnerstagmorgen gesperrt. Aufräumarbeiten liefen gestern noch »Auf der Wallücke«, kurz hinter Struckhof. Hier stand das Wasser einen halben Meter hoch. Teilweise hoben sich Gullydeckel, Keller liefen voll. Einsätze gab’s für die Feuerwehr auch in Nettelstedt, Oberlübber Straße.

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