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Do., 27.04.2017

Fachleute informieren in Hüllhorst-Ahlsen über den vermeintlichen Katastrophenbaum Förster polieren Image der Fichte auf

Bei der Begehung: (von links) Markus Uhr (Leiter Forstbetriebsbezirk Petershagen), Andreas Roefs (Regionalforstamt OWL), Norbert Schmelz (Stemwede), Jürgen Rolfs (Lübbecke-West) und Peter Heidmeier (Lübbecke-Ost).

Bei der Begehung: (von links) Markus Uhr (Leiter Forstbetriebsbezirk Petershagen), Andreas Roefs (Regionalforstamt OWL), Norbert Schmelz (Stemwede), Jürgen Rolfs (Lübbecke-West) und Peter Heidmeier (Lübbecke-Ost). Foto: Cornelia Müller

Hüllhorst (WB/cm). Ohne die Fichte könnten schwedische Möbelhäuser dicht machen. Familien müssten ihre Weihnachtsbaumwahl noch einmal überdenken und die Papierindustrie nach anderen Rohstofflieferanten Ausschau halten. Die rasch wachsende Fichte gilt als »Brotbaum« der Waldwirtschaft, ist zugleich aber auch sehr umstritten.

Spätestens seit Kyrill, wo die Fichten-Bestände für ein starkes Schadensbild verantwortlich waren, hat der Nadelbaum mit einem negativen Image zu kämpfen und gilt als »Katastrophenbaum«. »Diese polarisierte Betrachtung wird der Baumart nicht gerecht«, sagt Andreas Roefs vom Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe. Die Forstbehörde hat deshalb den »Tag des Baumes« am 25. April zum Anlass genommen, Vertreter der forstlichen Zusammenschlüsse im Wiehengebirge zu einem Waldspaziergang nach Ahlsen einzuladen und ausführlich über den Baum des Jahres 2017 zu informieren.

Wiehen-Wald: 25 bis 45 Prozent Fichte

Im Wiehengebirge machen Fichten zwischen 25 bis 45 Prozent des Waldbestandes aus, Ostwestfalen-weit sind es etwa 20 Prozent. Allein aus den Anbauflächen in OWL ist ein Holzvorrat von etwa 5,2 Millionen Kubikmetern errechnet worden. Aber in den letzten Jahren haben die Anbauflächen der Fichte immer mehr abgenommen.

Den Wiehengebirgsförstern, die die Waldbesitzer betreuen und beraten, liegt sehr daran, das oft einseitige Bild von der Fichte geradezurücken. Auf ihrer Führung sprachen sich Peter Heidmeier, Jürgen Rolfs, Norbert Schmelz und Markus Uhr ausdrücklich für den Anbau dieser vielseitig einsetzbaren Baumart aus – als Teil eines gesunden Mischwalds und an den dafür geeigneten Standorten. »Außer in reinen Monokulturen und auf ungeeigneten Standorten ist die Fichte ökologisch absolut wertvoll und wichtig«, machten sie deutlich.

Lebensraum für Eichhörnchen und Waldameise

Peter Heidmeier, als Leiter des Forstbetriebsbezirkes Lübbecke-Ost auch für den Ahlsener Wald zuständig, verwies zum Beispiel darauf, dass Fichten nicht nur Eichhörnchen und Schwarzspechten, sondern auch den Waldameisen ein Zuhause bieten.

An mehreren Stationen erhielten die Vertreter der Waldgenossenschaften von den Förstern nicht nur Hinweise zur Durchforstung, sondern erfuhren auch interessante Details über diese unterschätzte Baumart, die mehr als 60 Meter hoch werden kann und den ältesten Baum der Welt stellt. Erst im Jahr 2008 haben Wissenschaftler in Schweden eine 9550 Jahre alte Fichte entdeckt.

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