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Mi., 03.05.2017

Tengern begrüßt den Mai: Festumzug mit 16 Wagen – von monumental bis detailreich Wasserdrache bringt das Triple

Die Oberbauerschafter Prototypen heimsten zum dritten Mal den Siegerpokal ein. Jetzt dürfen sie ihn behalten.

Die Oberbauerschafter Prototypen heimsten zum dritten Mal den Siegerpokal ein. Jetzt dürfen sie ihn behalten. Foto: Anette Hülsmeier

Tengern (ah). Seit Sonntag wissen Tausende von Schaulustigen genau: »1892 sorgte Dracula für Angst und Schrecken, doch die Feuerwehr konnte Tengern retten.« Beim großen Festumzug am Montag erklang immer wieder die Tengeraner Nationalhymne »Maiumzug ist nur einmal im Jahr, hipp hipp hurra«.

Motto-Jahr war 1892

So quasi alles, was 1892, dem Gründungsjahr der Feuerwehr Tengern, Rang und Namen hatte, gab sich auf den Umzugswagen ein Stelldichein. Die Löschgruppe Tengern, in diesem Jahr Ausrichter der Feier, hatte keine Kosten und Mühen gescheut und die mitwirkenden Vereine und privaten Gruppen dankten es mit schillernden Festwagen und schrillen Kostümen. Mit den Schützenfrauen gab sich »Queen Mary« die Ehre und zwei spektakuläre Mordfälle erschütterten das Dorf am 1. Mai 1892. Das berichtete zumindest die »Tengeraner Zeitung«, die es für 0,20 Goldmark zu kaufen gab. Sherlock Holmes und sein Assistent Dr. Watson waren extra aus London angereist und verteilten Weingummi.

Prototypen dürfen Pokal behalten

Das chinesische Kalenderjahr 1892 gehörte dem Wasserdrachen. Der fuhr auf dem Siegerwagen vor und spie aus seinem Schlot ununterbrochen Wasserdampf in die Menge. Monumental war dieser Wagen gebaut und zum dritten Mal konnten die Oberbauerschafter Prototypen den Siegerpokal einheimsen. »Den dürfen wir jetzt behalten«, freute sich Michel Oevermann. Ein besonderer Höhepunkt war die nachgebaute Mühlenstraße auf dem Wagen der Gruppe Creativ-Werkstatt. Hier drehte sich, fantasievoll betrachtet, die Mühle im Struckhof. Fleißige Müller waren am Werk und die dazugehörigen Müllerinnen in bunter Tracht verschenkten frisch gebackenes Brot. So viel Mühe wurde mit dem zweiten Platz belohnt. »Zum sechsten Mal hintereinander Zweiter, nächstes Jahr werden wir Erster«, war sich Sebastian Salow sicher.

Maikönigspaar strahlt vor Freude

Golden glänzte der Heimatverein Tengern-Huchzen. Nach dem Motto »Wir schüren uns die Hände wund und abends geht es richtig rund« verteilten die Damen Goldtaler. Eckhard Reitmeier vom Heimatverein meinte: »Wenn du bei der Wagen-Aufstellung deine eigenen Leute nicht mehr erkennst, weißt du – dieses Jahr wird es gut.« Am Ende stand der verdiente dritte Platz. Die »Alten Herren« des TuS Tengern boten den gesamten Urwald mit kleinen Äffchen bis brüllenden Löwen auf. Wer nicht parierte, kam in den »Kochtopf«. Sie teilten sich den vierten Platz mit der blutrünstigen »Dracula-Gruppe«, furchterregend in pechschwarz. Die Uraufführung des Balletts »Der Nussknacker« sorgte für Lacher. Die Badeanstalt um 1892 zeigte eng anliegende Einteiler und Mini-Pools mit Quietscheenten. Pils-Piratinnen trugen Operngläser und waren inkognito unterwegs. Die größte Feierlaune zeigten die Damen der HSG Hüllhorst, die gerade in die Handball-Oberliga aufgestiegen sind. Dafür gab es von Ortsvorsteher Charly Kröger einen Geldumschlag. Er war auch dabei, als am Vorabend Bürgermeister Bernd Rührup das Maibock-Fass im Beisein von Brauer Bernhard mit zwei Schlägen anstach. Mit Lisa Marie Diekmann und Christian Petrich wurde auch das neue Maikönigspaar auserkoren, das am Montag mit der Sonne um die Wette strahlte.

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