Fr., 01.12.2017

Gesperrter Dorfgemeinschaftsraum in Büttendorf: Ortstermin mit Sachverständigen Viele offene Fragen zur Sanierung

Der Dorfgemeinschaftsraum in der Grundschule wurde 1992 eingeweiht. Seit Juli 2016 ist er gesperrt.

Der Dorfgemeinschaftsraum in der Grundschule wurde 1992 eingeweiht. Seit Juli 2016 ist er gesperrt. Foto: Knickmeier/WB-Archiv

Von Kathrin Kröger

Hüllhorst (WB). Die Anzahl der Schäden ist beträchtlich. Feuchtigkeit und Schimmel finden sich an etlichen Stellen im gesperrten Dorfgemeinschaftsraum Büttendorf. Im Haupt- und Finanzausschuss legte die Verwaltung am Mittwochabend den Sachstand sowie etwaige Sanierungsmaßnahmen und Kosten dar.

Anlass war ein Bürgerantrag zur Sanierung des Dorfgemeinschaftsraumes in der Grundschule Büttendorf (wir berichteten). Mitglieder der Dorfgemeinschaft für ein zukunftsorientiertes Büttendorf (DGZB) waren dann auch zahlreich zur Sitzung erschienen. Und machten ihrem Ärger über den seit Juli 2016 gesperrten Raum Luft. Tenor: Wann passiert da was?

Verwaltungsmitarbeiter Dieter Westerholt vom Fachbereich Technik listete etliche Schäden in seinem Vortrag auf: unter anderem Feuchtigkeit im unteren Bereich der Wände zum Eingang mit Rampe, Außentreppe und Pflasterung, im oberen Bereich der Wände im Saal in Richtung Schulhof sowie an den angrenzenden Böden, außerdem im Eingangsflur im Boden. Ferner wurden im Boden im Abstellraum und dem Damen-WC Bodenschächte entdeckt, deren Funktion nicht geklärt werden konnte.

Fachliche Fehler

»Einige fachliche Fehler kann man schon mit bloßem Auge erkennen«, so Westerholt. Hauptursachen der Feuchtigkeitsschäden: eindringendes Regenwasser an unzureichenden Abdichtungen und wegen eines defekten Regenfallrohres. Dieses müsse oft gereinigt werden, sagte Westerholt. »Da reichen schon zehn Blätter vom Baum.« Problem sei auch, dass es einen hohen Grundwasserstand an dem Gebäude gebe.

Deutlich wurde, dass noch viele Fragen offen sind. Unklar ist zum Beispiel, mit welchen Methoden die Schäden behoben werden sollen. Mittlerweile liegen zwei Gutachten vor, die unterschiedliche Herangehensweisen beinhalten. Der Verwaltung kam nach eigenen Angaben erst einen Tag vor der Sitzung das zweite Gutachten zu, welches die Dorfgemeinschaft in Büttendorf in Auftrag gegeben hatte.

Jener Sachverständige halte Aufgrabung und Neuisolierung wirtschaftlich für nicht sinnvoll, sagte Susanne Sassenberg, Leiterin des Fachbereichs Technik. Vielmehr zieht dieser ein nachträgliches Injektionsverfahren in Mauerwerken gegen kapillare Feuchtigkeit in Betracht. »Wichtig ist uns vom Fachbereich, dass keine Feuchtigkeit mehr von außen eindringt. Das muss dicht gemacht werden«, sagte Sassenberg.

Trocknung des Raums wurde angeregt

Dietlind Scheding, Ausschussmitglied und Ortsvorsteherin von Büttendorf, regte an, den Raum erstmal zu trocknen. Der Gutachter würde einen Teil der Kosten dafür übernehmen. »Er würde zum Beispiel die Trocknungsgeräte zur Verfügung stellen.« Daraufhin stellte Bürgermeister Bernd Rührup die Frage, ob man den Dorfgemeinschaftsraum dann zwischenzeitlich nutzen könne, eine gesundheitliche Unbedenklichkeit voraussetzend. In der Sitzung zumindest konnte darauf keine Antwort gefunden werden. Auf jeden Fall müsse der Bodenbelag nach der Trocknung erneuert werden, sagte Westerholt.

Auch die Ausschussmitglieder vermochten nicht zu beurteilen, welches der Königsweg ist. Klaus Kuhlmann (CDU) sagte, dass er für alle Sanierungsmöglichkeiten offen sei. »Eine reine Innensanierung wird uns nicht weiterhelfen«, meinte hingegen Grünen-Chef Jürgen Friese.

Die Verwaltung schätzt die Kosten für die Innensanierung und -renovierung auf 65.921 Euro, die Kosten für die Außensanierung auf 54.290 Euro. Bei einer teilweisen Kostenübernahme des zweiten Gutachters beliefe sich die Innensanierung auf geschätzte 38.980 Euro.

Mehr Klarheit und langfristige Lösung

Bei einer Enthaltung von Dietlind Scheding folgten die Ausschussmitglieder der Beschlussempfehlung der Verwaltung: Die weitere Vorgehensweise und Umsetzungsmöglichkeiten sind unter Beteiligung der Antragsteller zu prüfen und im Bau- und Umweltausschuss vorzustellen. Mit dem Zusatz, dass schnellstmöglich ein Ortstermin mit den beiden Sachverständigen sowie mit Vertretern der Fraktionen und der Dorfgemeinschaft anberaumt werden soll. Rührup: »Es muss mehr Klarheit in den Sachverhalt und eine langfristige Lösung für Büttendorf her.«

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