Fr., 08.12.2017

Büttendorferin backt für Kinder der Übermittagsbetreuung – Kartoffelernte gerettet Reibekuchen als Dankeschön

Die Kinder ließen es sich schmecken. Pickert ist eben eine echte Leibspeise, als Dankeschön umso mehr. Es war die Belohnung für das fleißige Basteln von Wildrettern im Frühjahr.

Die Kinder ließen es sich schmecken. Pickert ist eben eine echte Leibspeise, als Dankeschön umso mehr. Es war die Belohnung für das fleißige Basteln von Wildrettern im Frühjahr.

Von Kathrin Kröger

Hüllhorst (WB). Als in der Übermittagsbetreuung der Grundschule Büttendorf der Duft von frischen Kartoffelplätzchen durch die Räume zog, war das nicht einfach ein leckeres Essen. Die Bäckerin der Reibekuchen Christa Behring sprach damit ein dickes Dankeschön an die Kinder aus.

Die Mädchen und Jungen hatten im Frühjahr in der Ferienbetreuung so genannte Wildretter gebaut, die für Christa Behring zu Kartoffelrettern wurden. Wie es dazu kam? Im April fertigten die Kinder zusammen mit Dieter Bohlmann, Jäger aus Büttendorf, sieben der an Vogelscheuchen erinnernden Gestalten an. Blechdosen wurden an ihnen befestigt, um zu ihrem eigenen Schutz Rehe und anderes Wild von den landwirtschaftlichen Flächen zu vertreiben.

In Absprache mit dem ansässigen Landwirt Hendrik Holzmeier wurden die Wildretter in seinem Grasfeld aufgestellt, um die Ricken und ihre Kitze abzuschrecken. Denn wenn die Flächen gemäht werden, droht den im hohen Gras oder aufwachsenden Getreide abgelegten Jungen der Tod, wenn sie nicht rechtzeitig das Weite suchen.

Nach Hilferuf kamen Wildretter zum Einsatz

Unterstützt von ihren Betreuerinnen Petra Brzezina, Kerstin Holzmeyer und Annika Ober-Hongsermeier hatten die Schülerinnen und Schüler viel Spaß an der ungewöhnlichen Bastelaktion. Zwei von den Wildrettern bekamen sogar Namen: Peter und Johannes.

Nach dieser Ferienaktion sollten die noch gut erhalten Wildretter bis zum nächsten Frühjahr eingelagert werden, um dann wieder als Wildretter zu dienen. Als jedoch im Sommer ein Hilferuf von einer Büttendorferin bei Dieter Bohlmann eintraf, beschloss dieser kurzerhand, die bunten Gestalten noch einmal einzusetzen – und zwar als Kartoffelretter.

Christa Behring pflanzt noch wie eh und je Kartoffeln in ihrem Garten an. Ihr Garten grenzt an einen Acker an, nahe der Buchwiese, in der sich dieses Jahr auch ein paar Wildschweine eingenistet haben. Im Schutz des angebauten Mais’ auf diesem Acker und auf Nahrungssuche hatten die Wildschweine eines Nachts auch den Garten von Christa Behring heimgesucht und sich an den fremden Knollen gütlich getan. Eine Nacht reichte, dass sie zwei Reihen wohlgedeihende Kartoffeln ausbuddelten und verzehrten.

Kein Wildschwein mehr im Garten

Der Schreck am anderen Morgen war groß und Dieter Bohlmann wurde gerufen. Schnell wurden die Wildretter wie eine Reihe Soldaten am Garten aufgestellt – in der Hoffnung, dass die Wildschweine fernblieben. Und tatsächlich, es funktionierte. Den ganzen Sommer bis zur Ernte der Kartoffeln wagte sich kein Wildschwein mehr in den Garten und somit in die Nähe der Kartoffeln.

Zum Dank hat nun Christa Behring für die Kinder in der Übermittagsbetreuung der Grundschule frische Kartoffelplätzchen und Reibekuchen, in Büttendorf auch Pickert genannt, gebacken. Eine echte Leibspeise für die Kinder, die es sich so richtig schmecken ließen und gar nicht genug bekamen von dem beliebten Kartoffelgericht. Ohne die Hilfe der Mädchen und Jungen hätte Christa Behring in eine leere Pfanne geblickt, denn die Knollen wären allesamt den Wildschweinen zum Opfer gefallen.

Die Räume für die Übermittagsbetreuung des Fördervereins (FöV) Büttendorf werden für die Ferienbetreuung der Gemeinde Hüllhorst vom FöV zur Verfügung gestellt. Die meisten Kinder in der Ferienbetreuung kommen aus den umliegenden Schulen und freuen sich immer auf die Aktionen, die vom Betreuungsteam angeboten werden.

Ferienbetreuung: große Nachfrage

Petra Brzezina sagt: »Mittlerweile hat sich ein umfassender Stamm etabliert, da alles wunderbar zu Fuß vom Schulstandort Büttendorf aus zu erreichen ist: die Buchwiese, die Biogasanlage von Hof Holzmeier, der Biolandhof Duftgarten, die Mühle von Karin Müller und das Wildgehege von Dieter Bohlmann. Alle beteiligen sich jedes Jahr wieder und sind wichtiger Bestandteil der Ferienbetreuung, deren Räume wegen der großen Nachfrage bald aus allen Nähten platzen.«

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