Sa., 06.10.2018

Chor der Joyful Gospels singt in der Schnathorster Kirche – und übertrifft sich selbst Wenn die Musik nie enden sollte

Die Joyful Gospels sind ein Garant für außergewöhnliche Hörerlebnisse. Das hat der Chor unter Leitung von Matthias Nagel (links) einmal mehr bewiesen.

Die Joyful Gospels sind ein Garant für außergewöhnliche Hörerlebnisse. Das hat der Chor unter Leitung von Matthias Nagel (links) einmal mehr bewiesen. Foto: Silke Birkemeyer

Von Silke Birkemeyer

Hüllhorst (WB). Wenn die Joyful Gospels zu ihren Konzerten einladen, ist die Schnathorster Kirche so voll wie sonst an Weihnachten. Das war auch am Donnerstag so. Für zwei Abende hatten die heimischen Sängerinnen und Sänger ein 90-minütiges Paket voller Musik und der Freude an ihr geschnürt.

54 Mitglieder zählt das Ensemble, das zum Besten gehört, was der Altkreis in der Chormusik anzubieten hat. Die Erwartungen all derer, die ein Konzert der Joyful Gospels besuchen, sind entsprechend hoch. Mit einem abwechslungsreichen und energiegeladenen Auftritt zog der Chor sein Publikum mal wieder in den Bann. Was da unter dem Titel »Come Into His Presence« in der Schnathorster Kirche geboten wurde, war womöglich noch besser als alles bislang gehörte.

Mit einem musikalischen »Welcome« von Chorleiter Matthias Nagel (Dozent für Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford) wurde das Publikum begrüßt. »Wir möchten uns mit Ihnen vertraut machen«, sagte er und stellte die Band vor. Unter ihrer Begleitung zog der Chor in die Kirche ein. Es folgte ein anspruchsvoller und bewegender Abend mit kirchlicher und weltlicher Musik. »Eigentlich ist das ein gesungener Gottesdienst«, erläuterte Nagel die Liedfolge, die in einem Begleitheft in wesentlichen Teilen aus dem Englischen auch ins Deutsche übersetzt war.

Die drei Teile des exakt arrangierten Programms hatte Nagel offenbar mit Bedacht ausgewählt. Der Chor präsentierte Songs wie »In Your Name«, »Wie die Sonne« und »Bitte hör nicht auf zu träumen«. Letzteres war ein Schlüsselstück des Abends. Zu hören waren Pop-, Gospel- und Rockballaden, die mit hymnischen und choralähnlichen Elementen fein aufeinander abgestimmt waren.

Hinzu kamen zehn Solisten, hervorragende Stimmen, perfekt in Szene gesetzt durch stimmungsvolle Beleuchtung, begleitet von der Band. So schön waren die Auftritte, dass der Applaus, der die wunderbare Komposition des Abends immer wieder unterbrach, beinahe störend wirkte. Aber wer wollte es dem Publikum verdenken, dass es bei so viel Kunst in die Hände klatschte, manchmal auch rhythmisch im Takt des internationalen Gospelvergnügens. Viel zu früh kündigte sich nach »Shine, Jesus, Shine« und einem eindrucksvollen »Oh Happy Day« das Ende dieser doch besser nie enden sollenden Musik an. Stehend forderte das Publikum die Zugabe ein.

»Das ist ab heute der berühmte Hallelulja-Blues«, sagte Matthias Nagel zu den Anfangstönen des musikalischen Nachschlags mit den Textzeilen »Hallelulja, lobt Gott in sein’m Heiligtum, lobt ihn mit Piano, Bass und Saxofon«. Mitsingen! Dieser Aufforderung folgte das ambitionierte Publikum, das nun selbst zum Chor wurde. Nicht einmal bei der zweiten Zugabe wollte das zahlende Volk aufhören.

»Ihr ward ein tolles Publikum«, sagte Petra Eversmeier. Gemeinsam mit Stefan Goldhammer dankte sie allen Helfern, den Verantwortlichen für Licht und Ton, dem Catering, dem Küster und den vielen Sponsoren für die Unterstützung. Beim Umtrunk im Gemeindehaus war die Freude über das gelungene Konzert nicht nur den Sängerinnen und Sängern, sondern auch den Gästen anzumerken. Besucherin Meike Zapatka aus Bad Holzhausen, selbst Mitglied in einem Chor, zeigte sich beeindruckt von Repertoire und Leistung. »Die singen alle Lieder auswendig. Das ermöglicht ein viel freieres Singen und der Funke springt sofort über.«

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