Mi., 10.10.2018

Gemeinsame Einsatzübung der Feuerwehr Hüllhorst und des Kreis-Rettungsdienstes Rettung geglückt

Die Patienten werden ärztlich gesichtet und notversorgt. Des Weiteren wird eine Transport-Priorität und -reihenfolge festgelegt.

Die Patienten werden ärztlich gesichtet und notversorgt. Des Weiteren wird eine Transport-Priorität und -reihenfolge festgelegt.

Hüllhorst (WB). Am Wohnheim »Holzfeld« der Lebenshilfe in Hüllhorst versorgen Notärzte, Notfallsanitäter und andere Helfer verletzte Menschen auf einer Rasenfläche. Aus einigen Fenstern des Gebäudes dringt Rauch. Vorsichtig transportieren Einsatzkräfte der Feuerwehr Menschen auf Krankentragen zu den bereitstehenden Rettungswagen.

Was auf den ersten Blick wie ein großes Brand- und Unfallszenario aussieht, ist aber kein realer Einsatz, sondern eine gemeinsame Übung des Rettungsdienstes des Kreises Minden-Lübbecke, des Deutschen Roten Kreuzes und der Feuerwehr Hüllhorst.

An der Übung haben etwa 100 Einsatzkräfte teilgenommen. Das simulierte Szenario: Im Erdgeschoss des Wohnheims ist es zu einer starken Rauchentwicklung wegen eines Feuers in einem Bewohnerzimmer gekommen. Innerhalb kürzester Zeit ist das Erdgeschoss des Gebäudes verraucht. Die Feuerwehr wird durch die Brandmeldeanlage alarmiert. Zehn Personen werden vermisst. Daher wird sofort zusätzlich Alarm für weitere Rettungskräfte nach dem Einsatzstichwort »MANV 10« (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst.

Bewohner und Mitarbeiter mimen die Verletzten

Drei Einsatzabschnitte bildete der Einsatzleiter, Gemeindebrandinspektor Meik Knollmann von der Feuerwehr Hüllhorst. Der Einsatzabschnitt 1 mit drei Löschfahrzeugen (HLF 20 aus Hüllhorst, Schnathorst und Oberbauerschaft) hatte die Aufgabe, die Vermissten zu suchen und zu retten sowie die Brandbekämpfung im Haus einzuleiten. Der Einsatzabschnitt 2 mit zwei Löschfahrzeugen (LF 20 Holsen und TSF-W Bröderhausen), dem Gerätewagen Logistik der Löschgruppe Schnathorst, dem Vorausrüstwagen (VRW) und Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) der Löschgruppe Hüllhorst schützte mit einer so genannten Riegelstellung den vom Feuer noch nicht betroffenen Gebäudekomplex und unterstützte den Rettungsdienst. Die medizinische Rettung bildete den dritten Einsatzabschnitt.

Der Ablauf bei einer Schadenslage mit einer Vielzahl von verletzten oder erkrankten Personen muss umfassend geplant und vorbereitet werden. Alle Rettungskräfte müssen informiert sein, jeder Handgriff muss sitzen, alle Ablaufe müssen einstudiert sein. Der Kreis Minden-Lübbecke hat für dieses recht seltene Szenario, Schadensereignisse mit einer größeren Anzahl Verletzter oder Erkrankter, einen Einsatzplan, den so genannten MANV-Plan, aufgestellt.

Bei der Übung in Hüllhorst gab es dieses Mal eine Besonderheit: Es wurden, nicht wie sonst oft üblich, verletzte oder vermisste Personen von Statisten gemimt, sondern von den tatsächlichen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Wohnheims. Bei den Bewohnern handelt es sich um Menschen mit geistiger und teilweise körperlicher Behinderung – vom Rollstuhlfahrer bis hin zum bettlägerigen Patienten. Das Szenario ist damit sehr authentisch, denn auch in realen Einsatzlagen haben die Rettungskräfte oft mit Menschen zu tun, die besondere Hilfe benötigen.

Enge zeitliche Grenzen

Bei einem Ereignis dieser Art müssen in engen zeitlichen Grenzen die Patienten begutachtet, behandelt und in geeignete Krankenhäuser gebracht werden. Als rettungsdienstliche Besonderheit ist zu beachten, dass die Kapazitäten des Regelrettungsdienstes nicht ausreichen, um rasch im erforderlichen Umfang tätig werden zu können. Es müssen vielmehr zusätzliche Kräfte angefordert werden. Es sind auch zahlreiche Führungsfunktionen zu besetzen, die die besondere Lage strukturieren und organisieren können.

Die Patienten müssen durch einen Notarzt gesichtet werden, um die Behandlungs- und Transportpriorität festzulegen. Gegebenenfalls muss vor Ort behandelt werden. Diese Aufgaben werden federführend vom Leitenden Notarzt und dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst erfüllt.

Das Übungsszenario endete damit, dass die Patienten in verschiedene fiktive Krankenhäuser gebracht wurden. Die Verantwortlichen, darunter der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Dr. Gunter Veit sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Podschadly, waren zufrieden mit dem Verlauf des Einsatzes. Eine differenzierte Auswertung soll noch erfolgen.

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