Mi., 17.10.2018

Etwa 80 Besucher bei Bürgerversammlung der Dorfgemeinschaft – positive Stimmung Mit App zum digitalen Dorf

Knapp 80 Interessierte hat die Bürgerversammlung im Hotel Kahle Wart zum Thema »Digitales Dorf« gezählt.

Knapp 80 Interessierte hat die Bürgerversammlung im Hotel Kahle Wart zum Thema »Digitales Dorf« gezählt. Foto: dpa

Von Kathrin Kröger

Hüllhorst (WB). Das Dorf Oberbauerschaft wird von seinen Bewohnern als positiv empfunden und bietet zahlreiche attraktive Orte – das ist eine der zentralen Aussagen, die aus der Fragebogenaktion »Digitales Dorf« abgeleitet werden kann. Bei einer Bürgerversammlung am Montagabend im Hotel Kahle Wart wurden vor fast 80 Zuhörern die Ergebnisse der Befragung präsentiert.

Eingeladen hatte die Dorfgemeinschaft unter Vorsitz von Günter Obermeier. Dieser zog eine positive Bilanz für das Dorf nach Auswertung der Fragebögen durch »Planinvent«, dem Büro für räumliche Planung aus Münster. 1068 wurden in dem knapp 3000 Einwohner zählenden Oberbauerschaft verteilt, 220 Bögen kamen zurück, was einer Rücklaufquote von etwa 20 Prozent entspricht.

Erscheinungsbild des Dorfes überzeugt

»Es hat sich vieles für mich bestätigt, auch wenn wir jetzt nicht die Hände in den Schoß legen dürfen«, sagte Obermeier im Gespräch mit dieser Zeitung. So hätten 90 Prozent der Befragten das Erscheinungsbild des Dorfes als sehr gut bis zufriedenstellend bewertet. Als Lieblingsorte hätten die Oberbauerschafter in den meisten Fällen die Kahle Wart genannt (23 Prozent), aber auch das Wiehengebirge (20 Prozent) sowie das eigene Zuhause (18 Prozent).

Interessant sei auch der Blick auf die Frage »Was ist aus Ihrer Sicht für das Zusammengehörigkeitsgefühl wichtig?«. Als sehr wichtig stufen 51 Prozent die jeweilige Nachbarschaft ein, als wichtig erachten 53 Prozent das Vereinsleben, 60 Prozent die Dorfgemeinschaft und 53 Prozent die ehrenamtliche Tätigkeit. »Das ist ein gutes Zeichen«, meinte Günter Obermeier.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Beeindruckt von der starken Vereinslandschaft war dann auch Referent Dr. Frank Bröckling von »Planinvent«, dem Büro für räumliche Planung aus Münster. 80 Prozent der befragten Haushalte sind Mitglied in einem Verein, einer Organisation oder einer Interessengemeinschaft in Oberbauerschaft.

Zur Digitalisierung wurden gleich fünf Fragen gestellt. Unter anderem sollte die Medienkompetenz der Personen im Haushalt eingeschätzt werden, welche digitalen Anwendungen häufig genutzt werden und wie die Zukunftsfähigkeit des Dorfes bewertet wird.

Zentrales Ergebnis: Die Medienkompetenz nimmt mit zunehmendem Alter ab, die Chancen der Digitalisierung können nicht zielgerichtet nutzbar gemacht werden. Somit sollten digitale, altersgruppenspezifische Lernangebote geschaffen werden.

Fahrgemeinschaften angeregt

Wichtige Aspekte eines positiv empfundenen dörflichen Lebens sind für die Bürger zudem Treffpunkte, Veranstaltungen und Vernetzung. Ausbaufähig ist das Freizeitangebot für Jugendliche. Hier gab es die Durchschnittsnote 3,6.

Zum Thema »Versorgung und Infrastruktur« konstatiert Planinvent Angebotsmängel bei Versorgung, Dienstleistungen und Gesundheit. Außerdem gibt es eine starke Fokussierung/Abhängigkeit vom Auto.

Bröckling und Obermeier verwiesen auf Mobilitätsalternativen wie Fahrgemeinschaften und Mitnahmedienste. Eine Verbesserung im Angebot des öffentlichen Nahverkehrs für Oberbauerschaft hielt der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft für eher nicht erwartbar.

App soll bis 2019 kommen

Eine Dorf-App, die für alle Modelldörfer bis spätestens Ende 2019 nutzbar sein soll, »soll nicht die Vereinsinternetseiten ersetzen, sondern ein zusätzliches Angebot sein«, sagte Bröckling, der gemeinsam mit Dr. Pia Steffenhagen-Koch vom Kreis Minden-Lübbecke die Befragungsergebnisse vorstellte.

Die App solle eine neue kompakte Informations- und Kommunikationsplattform sein und wesentliche Lebensbereiche im ländlichen Raum wie Pflege, Wohnen, Arbeiten, Mobilität umfassen.

Nächste Schritte sind unter anderem die Auswertung aller Bedarfe in den Dörfern, eine Priorisierung der gewünschten Bausteine durch Projektverantwortliche und die Ausschreibung der Plattform, Sichtung der eingereichten Angebote durch Kümmerer (sie pflegen die Plattform, nehmen Aktualisierungen vor und fungieren als Ansprechpartner für das Dorf) sowie die Entscheidung für IT-Dienstleister.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6127177?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516043%2F