Do., 20.12.2018

Urkunde zur »Fairtrade-Gemeinde« in einer Feierstunde überreicht Hüllhorst ist offiziell »fair«

Manfred Holz (vorne, links) überreicht Bürgermeister Bernd Rührup die Urkunde, die Hüllhorst als »Fairtrade-Gemeinde« auszeichnet. Für diese Zertifizierung eingesetzt haben sich Marlies Rahe (hinten, von links), Alexandra Farrington-Schomburg, Lars Wunderlich, Kristina Laabs, Ralf Becker, Jutta Klare-Steinbrink, Dirk Oermann, Claudia Wenker und Kathrin Clausen.

Manfred Holz (vorne, links) überreicht Bürgermeister Bernd Rührup die Urkunde, die Hüllhorst als »Fairtrade-Gemeinde« auszeichnet. Für diese Zertifizierung eingesetzt haben sich Marlies Rahe (hinten, von links), Alexandra Farrington-Schomburg, Lars Wunderlich, Kristina Laabs, Ralf Becker, Jutta Klare-Steinbrink, Dirk Oermann, Claudia Wenker und Kathrin Clausen. Foto: Angelina Zander

Von Angelina Zander

Hüllhorst (WB). »Ab heute lautet die Begrüßungsformel in Hüllhorst nur noch: ›My fair Ladys and Gentlemen‹«. So hat Manfred Holz, Fairtrade-Ehrenbotschafter des Vereins »Transfair« am Mittwochnachmittag seine Rede begonnen. Nach diesem Wortspiel überreichte er Bürgermeister Bernd Rührup die Urkunde, die der Gemeinde bescheinigt: Sie ist eine Fairtrade-Gemeinde.

»Jede Entscheidung, was und wo man etwas kauft, hat einen Einfluss auf die Welt. Jeder kann Globalisierung mitgestalten. Und hier setzt die ›Fairtrade‹-Initiative der Gemeinde Hüllhorst an«, sagte Bernd Rührup gestern bei der Verleihung des Zertifikats. Den Grundstein für den Titel »Fairtrade-Gemeinde« hat der Rat Hüllhorst mit seinem einstimmigen Beschluss am 3. Mai 2017 gelegt. Damit war der Weg frei für die Bewerbung. Insgesamt müssen zur Vergabe des Titels fünf Kriterien erfüllt werden, der Ratsbeschluss war einer. Alle wurden »mit Bravour gemeistert«, betonte Holz.

Fortan wurde in Hüllhorst Einiges auf die Beine gestellt, um das Thema Fairtrade publik zu machen. Bernd Rührup resümierte: »Es ist fantastisch, dass es in dieser Gemeinde nicht nur um Straßen geht, sondern dass man hier Verantwortung übernimmt für Projekte, die die Welt und die nächste Generation bewegen.« Das Thema Fairtrade beschäftigte nicht nur die eigens gegründete Steuergruppe mit Vertretern aus Kirchen, Vereinen, Schulen, Verbänden, Verwaltung und Rat. Auch die Schüler des Grundschulverbundes am Wiehengebirge wissen seit einer Projektwoche, was »fair« bedeutet.

Zertifizierung gilt zwei Jahre

Einen wichtigen Beitrag zu dieser Aufklärung leistete auch der afrikanische Künstler Martin Kofi Dartey, der für vier Wochen in Hüllhorst zu Gast gewesen war und kürzlich abgereist ist. Am Montag war er mit einem Frühstück im Jugendcafé verabschiedet worden – natürlich mit Fairtrade-Produkten. Und er hinterließ auch ein Geschenk an die Schule, ein selbst gemaltes Bild, für das er keine Gegenleistung wollte.

Alexandra Farrington-Schomburg, Mitglied der Steuergruppe, regte jedoch an, »fair« zu bleiben. Das ginge nur, wenn der Künstler für seine Arbeit auch etwas Geld bekomme. Deshalb ließ sie eine Spendendose herumgehen. Auch auf dem Schulhof spielten fair gehandelte Produkte eine Rolle. Schmuck, Kaffee, Tee, und Schokolade wurden verkauft – einige Produkte hatte Martin Dartey mitgebracht, berichtete Farrington-Schomburg.

Sie wies aber auch darauf hin, dass eine Urkunde zu haben, auf der »Fairtrade-Gemeinde« steht, nicht ausreicht. Man müsse auch aktiv werden. Deshalb werden zum Beispiel in Schulen, Vereinen und Kirchen Fairtrade-Produkte verwendet und es wurden Aktionen in Schulen und Gemeinden veranstaltet. Dieses Niveau müsse nun gehalten werden, sagte Manfred Holz, denn die Zertifizierung gelte nur für zwei Jahre.

Geballtes Engagement

Jutta Klare-Steinbrink, Ansprechpartnerin der Steuergruppe, zählte darüber hinaus Veranstaltungen auf, die im Rahmen des der Initiative durchgeführt worden sind: eine Fairtrade-Messe, die Teilnahme an der Gourmet-Meile sowie Gottesdienste. Auch deshalb sagte Manfred Holz: »Sie sehen hier ein geballtes Engagement für den fairen Handel.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6269789?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516043%2F