Mo., 24.12.2018

120 Gäste bei Weihnachtsfeier im Begegnungszentrum Auch Jesus war ein Flüchtling

Bescherung: Der Weihnachtsmann ist besonders beliebt bei den Besuchern der Feier gewesen, denn er hatte für jeden etwas mitgebracht. Das Netzwerk Flüchtlingshilfe Hüllhorst lud in das Begegnungszentrum in Schnathorst ein.

Bescherung: Der Weihnachtsmann ist besonders beliebt bei den Besuchern der Feier gewesen, denn er hatte für jeden etwas mitgebracht. Das Netzwerk Flüchtlingshilfe Hüllhorst lud in das Begegnungszentrum in Schnathorst ein. Foto: Jan-Philipp Kaul

Hüllhorst (WB). Ehrenamtliche des Netzwerkes Flüchtlingshilfe Hüllhorst haben kurz vor dem Fest zu einer Weihnachtsfeier eingeladen.

Martina Buhlmann, die die Feier im Begegnungszentrum in Schnathorst mit organisiert hatte, äußerte sich über ihre Beweggründe: »Ein Großteil der Flüchtlinge ist nicht christlich. Sie leben aber in einem Land, das vom Christentum geprägt ist. Dazu gehören auch die jeweiligen Feiertage. Deshalb wollen wir ihnen nicht nur die Bedeutung von Advent und Weihnachten nahe bringen, sondern auch mit ihnen feiern.«

Wie könnte das besser gelingen, als durch Musik, miteinander essen und reden. Damit war das Programm im Begegnungszentrum schon beschrieben. Für weihnachtliche Stimmung sorgten Wolfgang Fischer mit seiner Flöte, Sehla Kerimova am Keybord und Saadallah Heersh mit seiner Geige. Eindrucksvoll und absolut konzentriert unterhielten sie mit ihrem Spiel etwa 120 Gäste aus den Flüchtlingsunterkünften und Wohnungen sowie viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Jesus floh nach Ägypten

Beim gemeinsamen Essen und Trinken rückten alle wieder näher zusammen und kamen miteinander ins Gespräch. Nach einem Weihnachtsfilm zog Martina Buhlmann eine Verbindung zwischen Weihnachten und Flucht: »Kaum geboren, war Jesus schon ein Flüchtling und musste mit seiner Familie nach Ägypten fliehen, um nicht getötet zu werden.«

Deshalb sei es auch für die Mitglieder des Netzwerks selbstverständlich, allen Menschen zu helfen und sie aufzunehmen. Frank Buhlmann veranstaltete ein großes Weihnachtsquiz, das nicht nur die Geflüchteten zum Schwitzen brachte. Besonders die Kinder waren gut über die Weihnachtsgeschichte und die deutschen Bräuche informiert.

Als der Nikolaus mit seinem Schlitten an die Tür klopfte, waren alle Kinder, aber auch die Erwachsenen, begeistert.  Es zeigte sich, dass sich arabische und afrikanische Eltern nicht von deutschen Eltern unterscheiden, so Frank Buhlmann. Sie ließen sich gern mit dem Nikolaus zusammen fotografieren.

Toleranz leben

Jeder erhielt an diesem Nachmittag eine Weihnachtstüte, die am Mittwoch zuvor von vielen ehrenamtlichen Helfern gefüllt worden waren – mit Spenden von Geschäftsleuten und mit Unterstützung des Landesprogramms »Komm-an NRW«, das der Förderung der Integration von Flüchtlingen in den Kommunen und zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe dient.

»Ohne unsere guten Küchenfeen würde das hier nicht so reibungslos ablaufen«, sagte ein Ehrenamtlicher. Das Netzwerk Flüchtlingshilfe Hüllhorst brachte es auf den Punkt: »Diese Weihnachtsfeier zeigt, dass wir Toleranz leben können, ohne eigene Einstellungen aufgeben zu müssen. Diese Erfahrungen im Advent sollte auch sonst unser Zusammenleben prägen. Und toll, wenn alle ganz viel Spaß dabei haben.«

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