Fr., 01.02.2019

Gegen Blutkrebs: Schülerinnen initiieren Typisierungsaktion an Gesamtschule Hüllhorst Jana und Hannah suchen Lebensretter

Jana Schäpsmeier (links) und Hannah Abelt haben die Idee gehabt, an der Gesamtschule Hüllhorst eine Typisierungsaktion auszurichten.Ihr Lehrer Jörg Rümpel unterstützt sie bei der Organisation. Auch Mitschüler und Lehrer tragen das lebenswichtige Projekt.

Jana Schäpsmeier (links) und Hannah Abelt haben die Idee gehabt, an der Gesamtschule Hüllhorst eine Typisierungsaktion auszurichten.Ihr Lehrer Jörg Rümpel unterstützt sie bei der Organisation. Auch Mitschüler und Lehrer tragen das lebenswichtige Projekt. Foto: Kathrin Kröger

Von Kathrin Kröger

Hüllhorst (WB). Zu helfen, vielleicht ein Leben zu retten, ist ganz leicht. Am Anfang reicht sogar eine Speichelprobe. Unter dem Motto »Dein Typ ist gefragt« wird am Mittwoch, 6. Februar, in der Gesamtschule Hüllhorst eine Typisierungsaktion ausgerichtet – um Blutkrebspatienten neue Hoffnung zu schenken. Aufgerufen sind nicht nur die älteren Schüler, sondern auch deren Eltern, Freunde und Verwandte.

»Das wollen wir machen«, dachten sich Jana Schäpsmeier und Hannah Abelt. Die beiden Schülerinnen der Q1 (Jahrgangsstufe 12) haben die Aktion an ihrer Schule auf den Weg gebracht – mit Unterstützung des stellvertretenden Schulleiters Jörg Rümpel. In dessen Unterricht, genauer gesagt im Bio-Leistungskurs, befassten sich die beiden 18-Jährigen mit der Vererbung der Blutgruppen sowie in der Folge mit Themen wie Bluttransfusionen, Stammzell- und Knochenmarkspende.

Jana und Hannah informierten sich eingehender darüber, wie sie helfen können und wie eine Regis-trierung verläuft. Und wollten schließlich, dass auch viele andere Menschen eine Speichelprobe abgeben und sich somit im Kampf gegen Blutkrebs engagieren können. Bei Jörg Rümpel, der die Aktion mitorganisiert, sowie Mitschülern und Lehrern kam die Idee der jungen Frauen super an, so dass die Schule noch vor Weihnachten die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) kontaktierte. Schnell stand der Termin für die Veranstaltung fest.

Ängste nehmen

Seitdem werden Jana und Hannah mit Fragen ihrer Mitschüler gelöchert und freuen sich natürlich über das Interesse. »Wir wollen aufklären und die Angst vor der Registrierung nehmen. Manche denken, das tut weh, aber das stimmt natürlich nicht«, sagt Jana Schäpsmeier. Jörg Rümpel hat ebenfalls festgestellt, dass wenig Hintergrundwissen besteht. »Teilweise wird die Typisierung mit einer Blutspende verwechselt.«

Auch der Pädagoge betont, wie unproblematisch es ist, zu helfen. »Außerdem bedeutet eine Registrierung keine Pflicht zur späteren Stammzellspende.« Zudem mache diese nur noch in etwa 20 Prozent der Fälle eine Operation notwendig, bei der aus dem Becken Knochenmark entnommen wird. Stattdessen entnehme man die Stammzellen eines geeigneten Spenders direkt aus dem Blut.

Um umfassend aufzuklären, gibt es am 6. Februar eine Infoveranstaltung für die Schüler zum Thema »Blutkrebs und Stammzellspende«. Zu Gast ist nicht nur ein Vertreter der DKMS, sondern auch ein Stammzellspender, »der authentischer als alle Infoblätter vermitteln kann, was Leben spenden wirklich bedeutet«, wie es im Elternbrief heißt.

Bitte um Geldspenden

Im Anschluss können sich die Schülerinnen und Schüler ab 17 Jahren von 10.30 bis 14 Uhr im Raum NW 1 registrieren lassen. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig. Die Daten der 17-Jährigen werden bis zu ihrem 18. Geburtstag gesperrt und erst dann für den Suchlauf freigegeben.

Die Typisierung an der Gesamtschule ist kostenfrei. Es entstehen pro Person jedoch Kosten von 35 Euro, die über Spenden finanziert werden müssen. »2800 Euro haben wir bislang an Spendengeldern bekommen«, sagten Jana Schäpsmeier und Hannah Abelt am Mittwoch. Die Finanzspritze kommt von Firmen, die bei der Berufswahlvorbereitung mit der Schule zusammenarbeiten. 2800 Euro bedeuten 80 Typisierungssets. Die Organisatoren der Schulaktion freuen sich also über weitere Geldspenden. Am Veranstaltungstag wird zudem für alle eine Spendenbox aufgestellt.

Jana und Hannah hoffen mit ihrer Aktion auch auf einen Multiplikatoreffekt. »Es wäre schön, wenn auch andernorts, ob von anderen Schulen, Vereinen oder dergleichen, so etwas organisiert wird.« Das Ziel für den 6. Februar ist klar definiert: die Marke von 90 Spendern knacken. So viele hatten sich im Frühjahr 2013 bei der jüngsten Aktion an der Gesamtschule registrieren lassen. Bürgermeister Bernd Rührup hat auch schon zugesagt.

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