Do., 13.06.2019

Sonderpädagogen fehlen – Grundschulen Im Mühlengrund künftig ohne Inklusion Gemeinsames Lernen nicht überall

An der Grundschule Schnathorst soll weiter »Gemeinsames Lernen« angeboten werden, genauso wie in Ahlsen und Oberbauerschaft.

An der Grundschule Schnathorst soll weiter »Gemeinsames Lernen« angeboten werden, genauso wie in Ahlsen und Oberbauerschaft. Foto: Anette Hülsmeier

Hüllhorst (WB/kk). Der Fachkräftemangel ist auch im Schulsektor spürbar. Der Grundschulverbund Im Mühlengrund mit den Standorten Tengern und Büttendorf hat Stellen für sonderpädagogische Förderung nicht besetzen können (wir berichteten).

Daher hat sich der Schulausschuss in seiner jüngsten Sitzung als Empfehlung an den Rat dafür ausgesprochen, dass im Primarbereich nur noch der Grundschulverbund Am Wiehengebirge sowie die evangelische Grundschule Oberbauerschaft als »Schule des Gemeinsamen Lernens« geführt werden.

Peter Lücking, Leiter des Fachbereichs Bürger, verwies auf die 2008 in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention, die bislang »nicht für alle zufriedenstellend« hätte umgesetzt werden können. Es sei zuweilen ein »rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln«, sagte er mit Blick auf Schwierigkeiten hierzulande mit Inklusion in der Praxis.

Alfred Krause (SPD) pflichtete ihm bei. Seiner Einschätzung nach sei die Gesamtsituation in puncto Inklusion nicht gut, nichtsdestotrotz unterstütze seine Fraktion den Antrag. Die Eltern sollten Sicherheit haben. Seine Recherche habe ergeben, dass mehr als 60 Stellen im Kreis im Bereich sonderpädagogische Förderung unbesetzt seien. »Die Statistik sagt, dass wir erst im Jahr 2030 wieder einen ausgeglichenen Markt haben.« Katharina Randewig (CDU) betonte, dass die Förderung der Kinder im Vordergrund stehen müsse und die Union unter diesem Gesichtspunkt ebenfalls dem Antrag zustimme, den Status »Gemeinsames Lernen« auf zwei Schulen gesichert zu konzentrieren.

Der Grundschulverbund Am Wiehengebirge (Standort Schnathorst) beschäftigt nach Angaben von Schulleiterin Kathrin Clausen eine Sonderpädagogin in Vollzeit, das heißt 28 Unterrichtsstunden pro Woche in der Schuleingangsphase, also Klasse 1 und 2. »Davon sind acht Stunden Beratungszeit buchbar, was natürlich auch von Büttendorf und Tengern in Anspruch genommen werden kann«, sagte Clausen auf Nachfrage dieser Zeitung. Die sozialpädagogische Kraft teile sich Schnathorst mit Oberbauerschaft, wo sie sechs Stunden tätig sei. Drei Viertel ihrer Zeit arbeite die Sozialpädagogin in Schnathorst. 18 Stunden pro Woche ist in Oberbauerschaft eine Sonderpädagogin beschäftigt. Kathrin Clausen zeigt sich zufrieden mit der derzeitigen Situation – trotz des nun notwendigen Widerrufs des »Gemeinsamen Lernens« für Tengern und Büttendorf. »Wir haben auf regionaler Ebene einen guten Weg gefunden. Die Arbeit läuft gut vor Ort. Meine Kolleginnen sind in diesem Bereich weit fortgebildet.«

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