Ungewöhnliche Aktion der Dorfgemeinschaft Bröderhausen
Saubere Landschaft mal anders

Hüllhorst (WB/aha). Trotz der widrigen Umstände und der notwendigen Absage der offiziellen Aktion Saubere Landschaft, die für den 28. März geplant war, haben einige Familien im Ortsteil Bröderhausen entschieden: Das Dorf soll sauber bleiben.

Mittwoch, 15.04.2020, 06:50 Uhr aktualisiert: 15.04.2020, 14:38 Uhr
Bröderhausener Familien in Aktion, hier ziehen Manuel mit Pauline Miegel mit dem Bollerwagen los. Foto:
Bröderhausener Familien in Aktion, hier ziehen Manuel mit Pauline Miegel mit dem Bollerwagen los.

Die Idee, in einer „kontaktlosen“ Aufräumaktion Bröderhausen gemeinsam mit anderen Dorfbewohnern sauber zu halten, stammte von Pauline und Manuel Miegel, die schon Sonntag vergangener Woche erste Straßen gesäubert hatten. Gleichzeitig konnten die beteiligten Familien die frische Luft und das herrliche Wetter der vergangenen Tage sinnvoll nutzen. Miegels übernahmen die Koordination und fragten online im Dorf herum. Dabei erhielten sie sofort die Zusagen von anderen Familien.

Zu zweit oder als Familie unterwegs

Und so wurden letzte Woche nach und nach die Straßen in Bröderhausen von Kleingruppen abgelaufen, die dem wild entsorgten Unrat zuleibe rückten. Jede Familie übernahm dabei zwei bis drei Straßen. Natürlich hielten sich alle streng an die Vorschriften des Kontaktverbotes: Es waren maximal zwei Freiwillige gemeinsam unterwegs oder Familien, die unter sich blieben.

„Wir wollten auch ein positives Gegenzeichen zu den verbotenen Outdoor-Corona-Partys mit zurückgelassenen Müllbergen setzen“, erklärten die Beteiligten an der Aktion.

Alte Pril-Flasche gefunden

Wie auch bei einer üblichen Aktion Saubere Landschaft machten die Bröderhausener auch in diesem Jahr Entdeckungen. So gab es einige ungewöhnlich alte Funde. „Es wurde eine Pril-Flasche aus den 60-er Jahren gefunden“, erklärten die fleißigen Sammler. „Laut einer bei Ebay angebotenen Zeitschrift ‚Für Sie‘ wurden diese Flaschen etwa ab 1966 verkauft, für 1,55 D-Mark.“

Größere Müllteile fanden die Aktiven nicht.. „Hier zahlt sich seit Jahren aus, dass es zum Beispiel die kostenlose Elektroschrottannahme am Bauhof gibt.“

Zigarettenkippen machen Sorge

Der Unrat fiel an den Durchfahrtsstraßen an, dazu zählten insbesondere   viele „Frühstücks-Drink-Flaschen“, die offenbar morgens bei der Fahrt zur Arbeit geleert und anschließend achtlos weggeworfen wurden. Völlig unverständlich sei, so fanden die Bröderhausener, dass es unglaublich viele Zigarettenkippen gab: „Und dass nach den langen Trockenperioden in den letzten beiden Jahren.“ Nach Aussagen von Meteorologen könne sogar ein drittes Dürrejahr in Folge drohen. Daher die Ansage der Helfer: „Zigaretten gehören in den Aschenbecher und nicht in trockene Straßenrandstreifen. Abgesehen von der Umweltverschmutzung ergibt sich ein enormes Brandrisiko.“

Am Ende waren sich alle beteiligten Familien einig: „Es war ein sinnvoller Familienspaziergang der etwas anderen Art, mit fröhlicher Beteiligung der Kinder. Nur das gemeinsame Mittagessen, als Dank für die Teilnehmer, musste in diesem Jahr leider ausfallen.“

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