Schulentwicklungsplanung im Schulausschuss – Bezirksregierung hat neutrale Position
Viele Argumente für eine große Schule

Hüllhorst (WB). Um die Zukunft der Grundschulen ist es in der jüngsten Schulausschuss-Sitzung gegangen. Fragenkataloge der CDU- und SPD-Fraktion beantworteten Verwaltungsmitarbeiter und Grundschulleiterinnen ausführlich und lückenlos, nicht zuletzt um dem enormen Bürgerinteresse an dem Thema „Schulentwicklungsplanung“ gerecht zu werden.

Mittwoch, 24.06.2020, 08:00 Uhr
Grundschule Symbolfoto Foto: Peter Steffen/dpa
Grundschule Symbolfoto Foto: Peter Steffen/dpa

Fachbereich Technik

Unter anderem wurde gefragt, was mit Fördermitteln für das Schwimmbad Oberbauerschaft passiert. „Das Lehrschwimmbecken soll unabhängig von Entscheidungen weiter betrieben werden“, lautete die Antwort von Fachbereichsleiterin Susanne Sassenberg. Wie lässt sich der Schulunterricht während der Bauphase aufrechterhalten, wollte die Politik zudem wissen. Sassenberg: „Hier können eventuell Schulräume auf Zeit (Container) errichtet werden. Das bestehende Schulgebäude kann bei An- und Umbauten auch zum Teil weiter genutzt werden.“

Weitere Frage: Wie lässt sich der Wegfall von Schulstandorten mit dem Klimanotstand in Hüllhorst vereinbaren? „Hier sind verschiedene Aspekte zu beurteilen: Neubau, Nachnutzungen von bestehenden Schulgebäuden, Schülerverkehr. Beim Neubau entstehe für die Betonherstellung viel CO2. Mit einem energetisch verbesserten Neubau und mit moderner technischer Ausstattung könne CO2 eingespart werden.

Fachbereich Bürger

Frage: Gibt es Fördermittel, wenn besondere pädagogische Konzepte umgesetzt werden? „Das ist nicht bekannt“, gab Fachbereichsleiter Peter Lücking die Antwort der Bezirksregierung Detmold weiter. Frage: Wie wirken sich die vier Varianten auf die Situation der vorhandenen Sportstätten aus? Wird eine Turnhalle, wird eine Schwimmhalle gebaut? Es kann nicht richtig sein, zu alten leeren Schulen einen Transitverkehr einzurichten. Antwort: Die Politik wird sich mit der Frage beschäftigen, den vorhandenen Status Quo zu belassen oder eine spezielle Option zu verfolgen. Daraus würden sich weitere Detailfragen entwickeln.

Frage: Warum gibt es in Deutschland so wenige zentralisierte Schulen und wie steht die Bezirksregierung dazu? Antwort: Der Bezirksregierung liegen keine Erkenntnisse vor, wie viele derartige Schulen es in Deutschland gibt. Die Landesbesoldungsordnung sieht einen Zweitkonrektor für Grundschulen mit mehr als 540 Schülern vor. Dies bedeutet, dass größere Schulen durchaus üblich sind. Diese Größe wird in der Gemeinde Hüllhorst mit einer Gesamtschülerzahl von 503 Schülern im laufenden Schuljahr nicht erreicht.

Vergleich groß und klein

Zum Vergleich von kleineren und größeren Grundschulen führte Peter Lücking grundsätzlich Folgendes an:

Kleine Grundschulen haben ungünstige Voraussetzungen für eine zielführende Schulorganisation, die selbst mit zusätzlichen Ressourcen nicht vollständig kompensiert werden können. Im Vergleich zu größeren Schulen ist es für sie schwieriger, die Schul- und Unterrichtsentwicklung unter Nutzung der unterschiedlichen Kompetenzen innerhalb eines angemessenen großen Lehrerkollegiums voran zu bringen, die gesamte fächerspezifische Bandbreite abzudecken, ein ausgewogenes Verhältnis von Vollzeit- und Teilzeitkräften zu erzielen und auf kurzfristige Ausfälle von Personal zu reagieren. Aus diesen Gründen haben kleine Schulen, verglichen mit größeren Systemen, oftmals Nachteile, ihren Schülern ein qualitativ gleichwertiges und ebenso vielfältiges pädagogisches Angebot zu unterbreiten. Bei größeren Grundschulen entstehen längere Schulwege, gegebenenfalls muss ein Busverkehr eingerichtet werden. Die Anonymität steigt, jeder kennt nicht mehr jeden.

Die Bezirksregierung ist weder für noch gegen eine Zentralisierung; maßgeblich ist die Einhaltung des rechtlichen Rahmens im konkreten Einzelfall.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7464639?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516043%2F
Hitler-Parodie auf Handy: Polizistin zu Unrecht beurlaubt
„Weihnachten mit Hitler“ heißt die Parodie, von der ein Polizist einen Screenshot verschickt haben soll. Foto: Youtube Foto:
Nachrichten-Ticker